• Stefan Zumthor, Director |

Wie in den vergangenen drei Jahren haben die Schweizer Versicherer auch 2021 die «Berichte über die Finanzlage» gemäss dem FINMA-Rundschreiben 2016/2 veröffentlicht. Wir fassen die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.

Für ihren jährlichen «Bericht über die Finanzlage» wenden die meisten Versicherer wie in den Vorjahren das Standardmodell der FINMA an. Wenige haben dieses auf ihre Verhältnisse angepasst, und nur vereinzelt wurden hauseigene Modelle erstellt. Wir haben die Publikationen von 56 Schweizer Leben-, Nicht-Leben-, und Krankenzusatzversicherern über die letzten Jahre systematisch erfasst und ausgewertet.

Solide finanzierte Versicherungsbranche nach einem Jahr Corona-Krise

Die Angaben in den neusten «Berichten über die Finanzlage» beziehen sich auf den Jahreswechsel 2020/2021 und zeigen, wie sich die Solvabilität der Versicherer in der ersten Pandemie-Phase entwickelt hat. 

Wir stellen fest, dass das letzte Jahr keine merklichen Spuren bei der finanziellen Lage der Branche hinterlassen hat. Die Märkte haben sich sehr rasch von den anfänglichen Marktverwerfungen im Frühling 2020 erholt (und erreichen bereits wieder neue Höchststände).

Die Solvenzquotienten der Versicherer sind im Vorjahresvergleich mehrheitlich gestiegen. Wo sie schon hoch waren, blieben sie robust. In den Zielkapitalien binden dieselben Risiken gleich viel Kapital wie letztes Jahr, und langsam zeichnet sich eine Verminderung der «Ausreisser» ab, was die Streuung der Zahlen reduziert.

Messbarkeit der finanziellen Lage bei den Krankenzusatzversicherern

Die Anpassungen der Modelle bei den Krankenzusatzversicherern im Vorjahr haben sowohl das risikotragende Kapital als auch das Zielkapital stark verändert. Die marktnahe Betrachtung ist dadurch mit der klassischen buchhalterischen Bilanz-Betrachtung und anderen herkömmlicheren Kennzahlen für Aussenstehende nur schwer verknüpfbar. Diese Entkoppelung wurde im Vergleich zum Vorjahr weiter verstärkt und könnte bei den Leserinnen und Lesern mehr Verwirrung als Klarheit über die Finanzlage schaffen.

Fazit

Die Versicherungsbranche hat das Corona-Jahr 2020 gut überstanden und ist nach wie vor robust finanziert. Natürlich ist die Krise noch nicht vorüber – es bleibt abzuwarten, wie sich die Kapitalmärkte sowie die pandemische und gesamtwirtschaftliche Situation mittelfristig weiterentwickeln. Sicher ist, dass das erste Corona-Jahr Innovationen vorangetrieben hat, die sich seit einigen Jahren stauten. Es wäre eine gute Gelegenheit, an dieses Momentum anzuknüpfen und die nächsten Schritte im Bereich der Digitalisierung voranzutreiben, statt in die alte Normalität zurückzufallen.

Lesen Sie die umfassenden Erkenntnisse aus dem Public Disclosure 2021.

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