Mittelfristige Empfehlungen für Unternehmen

Orientierung und Empfehlungen für den Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg

Orientierung und Empfehlungen für den Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg

  • Welche Auswirkungen hat das auf die Cyber-Security-Strategie?

Ihre Ansprechperson: Wilhelm Dolle, Partner, Consulting, Head of Cyber Security

Mehr Informationen finden sie hier

  • Wie und in welchem Umfang können Verluste aus Beteiligungen oder Darlehen an russischen Tochterunternehmen genutzt werden?
  • Wie werden Währungseffekte aus der drastischen Abwertung des Rubel ertragsteuerlich behandelt?
  • Wie können Kosten und Verluste aus dem krisenbedingten Abbruch von Geschäftsbeziehungen zu russischen Unternehmen ertragsteuerlich genutzt werden?
  • Bestehen Gefahren, dass das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Russland außer Kraft gesetzt wird und wie wäre mein Unternehmen dadurch betroffen?

Ihre Ansprechperson: Lars Christian Mahler, Partner, Head of International Transaction Tax

  • Welche Auswirkungen haben die Sanktionen gegenüber Russland auf grenzüberschreitende Finanzierungen und Zahlungsströme?
  • Sind aufgrund von Kriegseffekten (bspw. die Unterbrechung von Lieferketten) Anpassungen des bestehenden Verrechnungspreismodells und der zugrunde liegenden Verträge erforderlich?
  • Werden laufende (Vorab-)Verständigungsverfahren (APAs und MAPs) zwischen Russland und Deutschland fortgesetzt? Können derzeit neue Anträge eingereicht werden?

Ihre Ansprechperson: Michael Freudenberg, Partner, Tax, Head of Global Transfer Pricing Services in Germany

Höhere Anforderungen im Kreditprozess bei Banken, Debt Fonds und anderen Finanzierern

  • Im Rahmen der Ukraine-Krise beobachten wir ein zunehmend restriktiveres Verhalten der Banken und Debt Fonds bei der Kreditvergabe, insbesondere werden Kreditanalyse und Due Diligence Prüfungen vertieft
  • Teilweise halten sich Banken und Debt Fonds in einzelnen Branchen gänzlich zurück und es entwickeln sich neue oder gestiegene Anforderungen an Kreditnehmer
  • Zur Zeit haben indikative Finanzierungsangebote oft nur sehr kurz Gültigkeit (im Ausnahmefall auch nur 24h)
  • Die aktuellen Herausforderungen verlängern Kreditvergabeprozesse signifikant

Banken / Fremdfinanzierer beleuchten vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts bei Kreditnehmern insbesondere folgende Punkte kritisch:

  • Gibt es Liefer- und / oder Kundenbeziehungen nach Russland oder in die Ukraine?
  • Wie ist das Unternehmen von Materialpreissteigerungen betroffen und können diese nicht vollständig Kunden weitergeben werden?
  • Ist die Lieferkette verlässlich stabil, insbesondere im Hinblick auf Logistik und Verfügbarkeit von Teilen bzw. Material?
  • Wie robust ist die Unternehmensplanung in Bezug auf Zinssteigerungen, die durch Preisinflation mit der Krise einher gehen können?

 

In folgenden Situationen ergibt sich Handlungsbedarf:

Bestehende Kreditverträge:

  • Deutliche Verengung der bestehenden Covenants
  • Drohende Kreditvertragsverletzung
  • Kurzfristiger Liquiditätsbedarf (Working Capital, Investition, „Add on“-Kauf)
  • Fälligkeit innerhalb der nächsten 12-18 Monate

Anstehender neuer Finanzierungsbedarf:

  • Frühzeitiges aktives Auseinandersetzen mit den aktuellen Marktbedingungen und Ausarbeiten einer vorteilhaften Marktstrategie und Finanzierungsstruktur
  • Evtl. weitere Diversifizierung der Finanzierungspartner durch alternative Kreditgeber wie Private Debt Fonds / Special Situation Fonds
  • Evtl. weitere Diversifizierung der Finanzierungsinstrumente durch Nachrangkapital / Mezzanine oder auch Asset Finanzierungen

Opportunistische Refinanzierungen:

  • Für Unternehmen, die von den negativen Entwicklungen weitgehend unbetroffen sind, bietet sich die Vorbereitung einer frühzeitigen Refinanzierung an, um die im langfristigen Vergleich noch günstigen Konditionen zu sichern. Die grundsätzlich nach wie vor hohe Liquidität ist weiterhin auf der Suche nach guten Opportunitäten

 

Unsere Empfehlung:

Überprüfung der Finanzierungsoptionen und Analyse der individuellen Finanzierungssituation im Hinblick auf die derzeitigen Entwicklungen auf dem Finanzierungsmarkt.

 

Ihre Ansprechperson: Thomas Dorbert, Deal Advisory, Head of Debt Advisory Deutschland

  • Wie sollte Ihr Unternehmen IT-Demand neu ausrichten, um Ausfälle von Nearshore-Centern in Osteuropa und weitere Risiken der Nahverlagerung zu kompensieren?
  • Wie steigert Ihr Unternehmen die Resilienz seiner IT-Organisation?
  • Wie gestaltet Ihr Unternehmen seine IT-Betriebssysteme neu?
  • Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf mittelfristige Veränderungen von Near- und Offshoring ein?

Ihre Ansprechperson: Gernot Gutjahr, Partner, Consulting, Head of CIO Advisory

Der seit über zwei Monaten andauernde Russland-Ukraine-Krieg führt zu erheblichen Mehrkosten, welche Unternehmen verschiedener Sektoren treffen. Hervorgerufen durch deutliche Kostensteigerungen bei Vorprodukten, Transport- und Energiekosten, werden Unternehmen gezwungen, umfangreiche Maßnahmen zur Kosteneinsparung zu initiieren.

Neben beträchtlichen Preiserhöhungen ist auch mit einem geringeren Absatz für viele Unternehmen zu rechnen, da die Abnehmer:innen aus Russland und der Ukraine weitestgehend wegfallen und auch durch Handelsembargos der Verkauf von Produkten an Russland untersagt ist.

Demnach ist mit ansteigenden Kosten bei zeitgleich fallendem Absatz/Gewinn zu rechnen. Aus diesem Grund werden Unternehmen gezwungen, ein umfangreiches Kostenmanagement und einen Einsparungskurs einzuführen.

Mittelfristig macht hierbei eine Betrachtung von radikaler Automatisierung Sinn, um immer mehr Kapazität aus transaktionalen Tätigkeiten in Veränderungsprogramme zu überführen. Auf absehbare Zeit ist nämlich ein Rückgang des Veränderungsbedarfs nicht mehr in Sicht. 

Ihre Ansprechperson: Georg Knöpfle, Partner, Consulting, ERP Consulting

Um mittelfristig die Geschäftstätigkeiten fortführen zu können, sollten Unternehmen über die Neugestaltung ihrer Wertschöpfung nachdenken, sowie entsprechende Prozesse in ihrem Supply Chain Management etablieren. Mit folgenden Problemstellungen sollten sich Unternehmen bereits jetzt befassen:

  • Identifizierung aller von Sanktionen betroffenen Transaktionen, Kunden & Lieferanten inkl. eines entsprechenden Risiko-Assessments zur Priorisierung eines Aktionsplans  
  • Ermittlung von Reorganisationsmöglichkeiten für das Wertschöpfungsnetzwerks (Nearshoring, Lokalisierung, etc.)
  • Auf- bzw. Ausbau eines Business Continuity Managements zum Schutz vor Ausfällen in der Lieferkette in Folge von gegenwärtigen und auch zukünftigen Disruptionen.

Ihre Ansprechperson: Dr.-Ing. Sylvia Trage, Director, Consulting, Value Chain Transformation

Weiterführende Informationen zu den rechtlichen Fragestellungen finden Sie hier.

 

Ihre Ansprechpersonen:

An mittelfristigen Maßnahmen empfehlen wir Industrieunternehmen

  • Sanktionsrisiken bezogen auf das Geschäftsmodell zu identifizieren;
  • einen Prozess zur Einhaltung von Wirtschaftssanktionen einzuführen und darin insbesondere die Identifizierung und Risikobewertung von Geschäftspartnern vorzunehmen (vor Aufnahme und während der Geschäftsbeziehung);
  • Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten festzulegen;
  • Prozesse zur Einhaltung von länder- und warenbezogenen Embargos einzurichten (vor Durchführung einer Transaktion);
  • einen Prozess für den Sanktionslistenabgleich festzulegen und dafür geeignete Tools auszuwählen;
  • Unterlagen zum Roll-Out des Sanctions Screenings in den Landesgesellschaften zu erstellen und
  • Schulungen zum Roll-Out in den Landesgesellschaften vorzubereiten und durchzuführen.

Mittelfristig sollten Finanzdienstleistungsunternehmen

  • einzelfallabhängige Kontrollen und Freigaben von Bestandsgeschäften, beispielsweise im Dokumentengeschäft, durchführen;
  • schärfere Filtereinstellungen oder Parameter im Transaktionsmonitoring einführen;
  • einen manuellen temporären Prozess für den Zahlungsverkehr ohne SWIFT einführen;
  • Prozesse zur Einhaltung von länder- und warenbezogenen Embargos einrichten (vor Durchführung einer Transaktion);
  • verschärfte Kontrollen zur Erkennung von Umgehungsgeschäften implementieren und
  • weiteren De-Risking-Maßnahmen zur Reduzierung des Russland-Exposures einführen.

Ihre Ansprechpersonen:

Sanktionen im Überblick finden Sie hier

Mittelfristige Fragestellungen

  • Welche Vorkehrungen sind zu treffen, um auf eine potenzielle weitere Verschärfung der Sanktionen vorbereitet zu sein?
  • Wie ist vor dem Hintergrund der aktuellen und sich weiter entwickelnden Sanktionen mit eigenen Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in Russland und Belarus umzugehen?
  • Wie sollten Verträge mit (Neu-)Kunden in Russland und Belarus gestaltet werden, um eine möglichst weitreichende Absicherung zu erlangen?
  • Wie ist die zollrechtliche Abwicklung rechtskonform zu prüfen oder anzupassen?

Mittelfristige Handlungsempfehlungen

  • Monitoring der weiteren rechtlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit Russland und Belarus
  • Vertragsprüfung und ggf. Anpassung im Hinblick auf spezielle Sanktionsklauseln
  • Aufbau oder Anpassung der Exportkontroll-Compliance-Systeme

Ihre Ansprechpersonen:

*Die Rechtsdienstleistungen werden durch die KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erbracht.

Hier geht es zu den kurzfristigen Handlungempfehlungen.