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Japan ist ein wichtiger Baustein in der Diversifizierungsstrategie multinational tätiger deutscher Unternehmen

Das Geschäft mit Japan und aus Japan heraus gewinnt für deutsche Unternehmen nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs an Bedeutung. Das zeigt die bereits zum fünften Mal erstellte Geschäftsklimaumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan und KPMG in Deutschland, für die 115 Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in Japan im Mai 2022 befragt wurden.

So ist der Anteil der befragten deutschen Unternehmen, die ihre Asien-Zentrale in Japan haben, gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozentpunkte gestiegen. Zugleich ist der Anteil der befragten deutschen Unternehmen mit Asien-Zentralen in Singapur und China um 7 beziehungsweise 2 Prozentpunkte zurückgegangen. Zudem kooperieren jetzt 58 Prozent der befragten deutschen Unternehmen (gegenüber 48 Prozent im Vorjahr) mit japanischen Unternehmen auf Drittmärkten bei gemeinsamen Projekten und nutzen dabei deren traditionell guten Zugänge, insbesondere in Asien.

Dies unterstreicht die zunehmende Relevanz Japans in einer Zeit, in der multinationale Firmen ihre Risikopositionen neu bewerten, um die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und ihre Krisenanfälligkeit zu verringern. Das Land ist damit ein wichtiger Baustein in der Diversifizierungsstrategie multinational tätiger deutscher Unternehmen.

Japan punktet mit wirtschaftlicher und sozialer Stabilität

In Zeiten geopolitischer Veränderungen und der zunehmenden Entkopplung Chinas und der USA schätzen deutsche Unternehmen das Land wegen seiner wirtschaftlichen Stabilität. Zu den besonderen Stärken Japans zählen die befragten deutschen Unternehmen die wirtschaftliche Stabilität Japans (97 Prozent gegenüber 90 Prozent im Vorjahr), die Vertrauenswürdigkeit der Geschäftsbeziehungen (96 Prozent gegenüber 95 Prozent im Vorjahr) sowie die Sicherheit und soziale Stabilität (92 Prozent gegenüber 90 Prozent im Vorjahr). 

Allerdings hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert: 81 Prozent (61 Prozent im Vorjahr) der Befragten bestätigen einen deutlichen Mangel bei der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte. 

Positive Zukunftsaussichten, aber der Krieg in der Ukraine belastet

Eine große Mehrheit der Unternehmen, die wir für unsere Studie befragt haben, ist für das Jahr 2022 positiv gestimmt. Drei Viertel von ihnen (75 Prozent) erwarten steigende Umsätze und mehr als die Hälfte (55 Prozent) steigende Gewinne. Für 2023 sind die Prognosen sogar noch optimistischer: Hier rechnen 78 Prozent mit mehr Umsatz sowie 68 Prozent mit höheren Gewinnen.

Trotz der positiven Erwartungen: Ganz ungetrübt ist die Situation der deutschen Unternehmen in Japan nicht. 17 Prozent der Unternehmen, die sich an unserer Befragung im Mai 2022 beteiligt haben, bezeichnen sich als direkt vom Krieg sowie von Sanktionen und Gegensanktionen betroffen, davon 7 Prozent sehr stark. Durch die begrenzte Verfügbarkeit von Rohstoffen und den dafür gestiegenen Preisen sowie Problemen in den Lieferketten sind außerdem 74 Prozent der Unternehmen indirekt vom Krieg betroffen (davon 35 Prozent sehr stark).

Zusammenarbeit bei globalen Herausforderungen

Deutschland und Japan verfügen über viele Gemeinsamkeiten  - wie die starken Positionen als dritt- und viertgrößte Weltwirtschaften, die Überalterung der Bevölkerung sowie die mangelnde Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Zugleich sind sie Wertepartner. Daher ist es nur folgerichtig, dass beide Länder bei den zentralen globalen Herausforderungen, nämlich beim Klimaschutz, bei der Sicherung von Lieferketten und beim Erhalt freier Handelswege noch enger zusammenarbeiten. So führte der erste Besuch von Bundeskanzler Scholz in Asien ihn Ende April 2022 nach Japan. Zudem werden die bilateralen Beziehungen durch regelmäßige Regierungskonsultationen intensiviert. 

In unserer Geschäftsklimaumfrage finden Sie weitere spannende Zahlen und Fakten zur Einschätzung der Geschäftschancen deutscher Unternehmen in Japan. Laden Sie die Umfrageergebnisse hier herunter und erfahren Sie auch, bei welchen Themen deutsche und japanische Führungskräfte unterschiedliche Perspektiven haben und was Japan von Deutschland lernen kann  - und umgekehrt.