Nach der BEPS-Initiative (Base Erosion and Profit Shifting) der OECD befindet sich nun auch das Nachfolge-Projekt BEPS 2.0 auf der Zielgeraden. Die Maßnahmen zur Umverteilung der Besteuerungsrechte finden sich in Säule 1 (Pillar 1) wieder und sind seit 2021 beschlossen. Davon betroffen sind multinationale Konzerne mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro – eine vergleichsweise kleine Gruppe. 

Anders liegt die Sache bei Säule 2 (Pillar 2). Gegenstand ist hier die Einführung einer globalen Mindeststeuer. Ende 2021 stimmten die OECD-Staaten dem Vorhaben zu, Unternehmen mit einem konsolidierten Konzernumsatz ab 750 Millionen Euro einer international gültigen Mindeststeuer zu unterziehen.

Nach dem Beschluss der BEPS-Maßnahmen sind nun die Staaten gefordert, gesetzliche Grundlagen zu schaffen. Auch die Europäische Union diskutiert zurzeit die Umsetzung (Stand Juni 2022). Zwar ist die EU-Richtlinie noch nicht beschlossen, doch es ist absehbar, dass die angekündigten Maßnahmen intensive Vorbereitungen auf Unternehmensseite erfordern. Deswegen sollten Unternehmen schon jetzt handeln und entsprechende Prozesse und Strukturen schaffen.

Was kommt mit Pillar 2 auf multinationale Unternehmen zu?

Nach den Plänen der OECD und EU sollen Unternehmen mit einem konsolidierten Konzernumsatz ab 750 Millionen Euro dazu verpflichtet werden, eine sogenannte Effective Tax Rate (ETR) zu ermitteln. Liegt diese unter 15 Prozent, ist eine „Top-up Tax“ zu entrichten. Dabei ist zu beachten, dass die ETR unter 15 Prozent liegen kann, auch wenn der Steuersatz in dem jeweiligen Land über dieser Grenze liegt. Unabhängig von der Besteuerung kommen zudem umfassende Dokumentations- und Deklarationspflichten auf die internationalen Unternehmen zu.

Eine Herausforderung liegt in der Datenverfügbarkeit und -beschaffung. Viele Daten, die für die neue Regelung relevant sind, werden in anderen Dokumentationen wie dem Country-by-Country-Reporting oder den Handelsbilanzen nicht erfasst. Es sind neue Prozesse und umfassende Anpassungen der Angaben aus dem Konzernrechnungswesen notwendig, um diese effizient einzusammeln. Zu berücksichtigen sind dabei alle Ländergesellschaften eines Unternehmens. Das gelingt nur in enger, internationaler Zusammenarbeit der Steuer- und Accounting-Bereiche. Die Praxis zeigt, dass gerade global tätige Firmen aus dem Mittelstand hier Nachholbedarf haben und die Strukturen erst erarbeiten müssen. Die Zeit dafür ist knapp, weshalb die Umsetzung umgehend angestoßen werden sollte.

Die globale Mindestbesteuerung tritt in den EU-Staaten voraussichtlich ab 2024 in Kraft.

Unser Projektansatz

KPMG hat einen Projektansatz entwickelt, der die unternehmensspezifische Tax-, Accounting- und IT-Landschaft berücksichtigt.

Bei der Entwicklung einer individuellen BEPS-2.0-Strategie gehen wir folgendermaßen vor:

  1. Prüfung der Relevanz von Pillar 1 und Pillar 2 für Ihr Unternehmen unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Besonderheiten,
  2. Betroffenheitsanalyse und erste Risikobewertung anhand unterschiedlicher (High-Level-) Simulations- und Modellierungsinstrumente,
  3. Analyse der Auswirkungen der neuen Compliance-, Reporting- und Zahlungsverpflichtungen,
  4. Identifikation von notwendigen Systemanpassungen und Unterstützung bei der Umsetzung – mittels einer eigenen KPMG-Lösung oder der Anpassung Ihrer bestehenden Tax-Reporting-Umgebung.

Projekte im Umfeld von BEPS 2.0 erfordern in der Regel individuelle Lösungen, denn jedes Unternehmen ist anders. Unser Team mit Expert:innen aus den Bereichen Accounting, IT und International Tax geht die Projekte fachübergreifend an und hat immer auch die Anforderungen der Abschlussprüfung im Blick. Durch die Entwicklung eigener Technologie und Kollaborationen mit namhaften Software-Anbietern unterstützen wir Ihr Projekt mit innovativen Lösungen. Dabei docken wir an Ihrer vorhandenen Infrastruktur an, sodass ein umfangreicher Umbau des bestehenden IT-Systems in der Regel nicht notwendig ist. Sie profitieren zudem von unserem internationalen Netzwerk. Mit diesem arbeiten wir eng zusammen, um die Anforderungen der für Sie relevanten Länder ebenso zu erfüllen. 

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