Im Zuge der Diskussion über Nachhaltigkeit und ESG wird die Einwirkung des privaten Konsums auf die Umwelt immer relevanter. In der Herstellung, der Logistik und dem Gebrauch von Konsumprodukten liegen große Potenziale für mehr Nachhaltigkeit, und Konsument:innen, aber auch Politik und Wirtschaft sind zunehmend sensibilisiert. 

Ein entscheidender Hebel ist das Kauf- und Konsumverhalten der Menschen. Daher sind hier mögliche Veränderungen für Unternehmen wichtiger denn je: Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit den Konsument:innen und welche Alltagsgewohnheiten sind sie im Sinne der Nachhaltigkeit bereit umzustellen?

Diese Fragen beleuchten wir in der neuen Ausgabe unseres Consumer Barometers aus einer internationalen Perspektive: Jeweils 500 Konsument:innen aus der Schweiz, Italien, Großbritannien und Deutschland wurden bevölkerungsrepräsentativ befragt.

 

Nachhaltigkeit für die große Mehrheit wichtig

  • 86 Prozent der Befragten ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig oder sehr wichtig. Besonders hoch ist der Wert in Italien (92 Prozent).
  • Nur 15 Prozent geben an, dass sie einen sozialen Zwang verspüren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Befragte aus der Schweiz geben dies häufiger an als Befragte aus den anderen Ländern.
  • Wer Nachhaltigkeit eine gewisse Relevanz beimisst, nennt als Gründe vor allem die Schaffung einer besseren Klimabilanz für zukünftige Generationen und den Schutz der persönlichen Gesundheit. 
  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden aus Großbritannien ist sich nicht sicher, wie sie einen hilfreichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können. In Deutschland liegt der Wert bei 36 Prozent.
  • Der eigene Geldbeutel spielt bei dem Thema vor allem in Deutschland eine gewichtige Rolle: 71 Prozent der deutschen Teilnehmenden, denen Nachhaltigkeit wichtig oder sehr wichtig ist,  sehen eine Herausforderung darin, für nachhaltige Produkte mehr Geld zahlen zu müssen. 

Hohe Bereitschaft zu Verhaltensänderungen

  • 66 Prozent der Befragten sind bereit, für Fleisch, Molkereiprodukte sowie Obst und Gemüse aus ihrer näheren Umgebung einen Aufpreis zu zahlen (Deutschland: 73 Prozent).
  • 66 Prozent der Befragten zeigen sich dazu bereit, zugunsten der Nachhaltigkeit auf Lebensmittel zu verzichten, die aktuell keine Saison haben. 56 Prozent können sich vorstellen, zugunsten der Nachhaltigkeit ihren Fleischkonsum zu reduzieren.

Großes Interesse an Informationen

  • 48 Prozent würden sich über die Nachhaltigkeitsbemühungen einer Marke in Testberichten und/oder durch Unternehmenssiegel von Nachhaltigkeitsverbänden informieren wollen.
  • Transparenz wird vor allem über den Ressourcenverbrauch des Unternehmens (48 Prozent) sowie über den unternehmensinternen Recyclinganteil von Rohstoffen (42 Prozent) und den Einsatz erneuerbarer Energien (41 Prozent) gewünscht.

Außerdem wurde in der Studie die Wichtigkeit einzelner Nachhaltigkeitsaspekte wie z. B. Recycling, faire Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit und Sicherstellung von Tierschutz abgefragt. Alle Punkte erhielten sehr hohe Zustimmungswerte.

Über das Consumer Barometer

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