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 Jahrzehntelang zahlten die Deutschen im stationären Einzelhandel am liebsten mit Bargeld. Doch in den letzten Jahren ist ein klarer Trend zur Kartenzahlung erkennbar, zuletzt auch getrieben durch Hygienekonzepte in der Coronapandemie. 

Im Jahr 2021 war die Girocard erstmals das beliebteste Zahlungsmittel der deutschen Konsument:innen: Auf sie entfielen 42,4 Prozent des Gesamtumsatzes im stationären Einzelhandel. Dagegen wurden nur noch 38,5 Prozent der Umsätze mit Bargeld erzielt. Im Jahr 2019, also vor Beginn der Pandemie, lag der Bargeldumsatz noch bei 46,5 Prozent. 

Wallet-Systeme bei E-Commerce auf dem Vormarsch

Die wichtigsten Entwicklungen und künftige Trends beim Payment im Handel  - sowohl stationär als auch online  - beschreiben wir als Fokusthema im aktuellen Retail Sales Monitor 2/2022:

  • Die Zahl der Transaktionen im stationären Einzelhandel in Deutschland nimmt stark ab. Gleichzeitig wird pro Einkauf im Schnitt deutlich mehr ausgegeben. 
  • Kontaktloses und mobiles Bezahlen werden immer beliebter. Der kartengestützte Umsatz im stationären Einzelhandel wird perspektivisch weiter zunehmen, der Umsatz mit Bargeld weiter sinken.
  • Im E-Commerce nimmt die Nutzung von Wallet-Bezahlsystemen wie PayPalzu. PayPal hatte 2021 einen Umsatzanteil im E-Commerce von 28,2 Prozent und dürfte bald den Rechnungskauf als online umsatzstärkste Bezahlart ablösen. Deutlich weniger genutzt werden das Lastschriftverfahren (17,4 Prozent) und Zahlung mit Kreditkarte (11,4 Prozent).
  • Ein weiterer Trend im E-Commerce: Buy Now, Pay Later (BNPL) als moderne Form des Rechnungskaufs.

Krieg in der Ukraine überlagert Coronapandemie

Die Entwicklung im deutschen Einzelhandel im ersten Quartal 2022 war vor allem geprägt von schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen und einer hohen Inflationsrate.

  • Der russische Angriff in der Ukraine hat die Coronapandemie mit ihren Auswirkungen in den Hintergrund gerückt.
  • Die Verbraucherpreise lagen im April 2022 um 7,4 Prozent über dem Niveau vom April 2021.
  • Der Krieg belastet die Stimmung der Verbraucher:innen. Deren Anschaffungsneigung geht seit Kriegsausbruch am 24. Februar 2022 spürbar zurück.
  • Nach einem positiven Jahresstart erlebte der deutsche Einzelhandel seit Kriegsbeginn einen deutlichen Umsatzrückgang. Im März lagen die Umsätze real um 4,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, während für Januar noch ein reales Umsatzplus von 10,1 Prozent verzeichnet wurde. Im Gesamtquartal stiegen die Umsätze real um 3,5 Prozent.
  • Im Modeeinzelhandel stiegen die Umsätze im ersten Quartal real um 126,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt vor allem an Basiseffekten: Im Pandemiejahr 2021 war der Non-Food-Einzelhandel von Lockdowns schwer getroffe
  • Der Versand- und Online-Handel erlebte ebenfalls ein wechselhaftes erstes Quartal. In den Wochen vor Kriegsausbruch legten die Umsätze noch um 11,5 Prozent zu, danach verringerte sich das Wachstum rapide auf nur noch 2,3 Prozent.

Alle relevanten Daten zur Entwicklung im Food- wie Non-Food-Bereich, Mode, Unterhaltungselektronik und DIY finden Sie in unserem Retail Sales Monitor 2/2022. 

Gemeinsam mit dem EHI Retail Institute in Köln beleuchten wir vier Mal im Jahr im KPMG Retail Sales Monitor die Entwicklungen, Trends und Treiber der Branche. Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren.

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