Am 13. Januar 2021 fand das EU Endorsement für Änderungen des IAS 39/IFRS 9/IFRS 7 bedingt durch die IBOR Reform (Phase 2) statt. Diese Änderungen sind spätestens anzuwenden für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2021 beginnen.

Während sich die Phase 1 im Wesentlichen mit Erleichterungen für die Weiterführung des Hedge Accounting in den zeitlichen Abschnitten beschäftigte, in denen noch Unsicherheit über die Reform konkreter Referenzzinssätze bestand, konzentriert sich die Phase 2 auf Verträge, bei denen eine Modifikation hinsichtlich dieser neuen Referenzzinssätze bereits stattgefunden hat. Ein wesentlicher Unterschied zur Phase 1 ist aber auch, dass sich die Phase 2 nicht mehr nur auf Verträge im Hedge Accounting beschränkt, sondern auch auf weitere finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wie zum Beispiel Darlehens- oder Leasingverträge.

Zum Jahresende hin werden sich die meisten Unternehmen schon mit den bilanziellen Auswirkungen dieser beiden Phasen beschäftigt haben und stehen jetzt vor der Frage, welche Anhangangaben dieses Jahr erstmals aus der Phase 2 resultieren.

Zunächst lässt sich feststellen, dass folgende qualitativen Angaben grundsätzlich für jeden für das Unternehmen relevanten Referenzzinssatz getätigt werden müssen:

  • Art und Ausmaß der Risiken im Zusammenhang mit der IBOR-Reform
  • Fortschritt des Unternehmens bezüglich des Übergangs auf alternative Referenzzinssätze und Darstellung des Übergangsprozesses auf die neuen Referenzzinssätze

Darüber hinaus sind quantitative Angaben zum Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente in Hedge Beziehungen zu tätigen, sofern die Erleichterungen der Phase 1 genutzt werden. Die quantitativen Angaben, welche aus der Phase 2 resultieren, beziehen sich auf eine größere Gruppe von Finanzinstrumenten und sind unabhängig davon, ob Hedge Accounting Anwendung findet. Für die Sicherungsinstrumente, bei denen eine Umstellung auf neue Referenzzinssätze noch ausstehend ist, werden quantitative Angaben (etwa Nominalbeträge) erwartet, getrennt nach

  • nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerten
  • nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten
  • derivativen Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente, deren Umstellung in 2021 auf neue Referenzzinssätze bereits abgeschlossen wurde, sind von diesen quantitativen Angaben zunächst nicht betroffen. Jedoch sind auch hierzu qualitative Angaben erforderlich, zum Beispiel um den Fortschritt beim Übergang auf neue Referenzzinsen darzustellen, Änderungen in bestehenden Hedge Beziehungen zu erläutern oder wesentliche Umstellungseffekte zu erklären.  

Für Rückfragen steht Ihr Finanz- und Treasury Management Team gerne zur Verfügung.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 117, Dezember 2021
Autoren:
Ralph Schilling, CFA, Partner, Head of Finance and Treasury Mangement, KPMG AG
Andrea Monthofer, Senior Managerin, Finance and Treasury Mangement, KPMG AG