Die Coronapandemie hat auch in der Verlagsbranche die Digitalisierung deutlich beschleunigt. In den vergangenen Monaten wurden in vielen Häusern die Onlineangebote ausgebaut und Digitalisierungsprojekte in Angriff genommen. So konnten negative Auswirkungen abgefedert werden. Die Krisenmaßnahmen der Verlage haben sich also bewährt. Die Branche erlebt nun eine langsame Rückkehr zu Normalität.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Unsere Verlagstrends 2021 wirft einen Blick darauf, wie sich die Unternehmen durch die Coronakrise verändert haben und wie sich die vergangenen Monate auf die Zukunft auswirken. Für die Studie haben wir mehr als 100 Verlage in Deutschland befragt. Die meisten von ihnen haben ihren Schwerpunkt in den Segmenten der Fach- und Publikumszeitschriften. Die Befragung wurde in Kooperation zwischen KPMG und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Hess sowie Dr. Antonia Köster von der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt.

Trotz kraftraubender Zeit blickt die Branche zuversichtlicher als noch vor einem Jahr in die Zukunft. 26 Prozent der Befragten erwarten keine Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis oder sogar eine Umsatzsteigerung. Im vergangenen Jahr waren nur elf Prozent dieser Ansicht. 

Die Studie, die zum zweiten Mal erscheint, ist in drei Kapitel untergliedert: 

  • Megatrends und strategische Schwerpunkte
  • Covid-19
  • Reader Revenue

 

Im ersten Themenblock geht es darum, wie die Verlage die Bedeutung ausgewählter Megatrends einschätzen. Hervorgehoben werden hier Themen wie Nachhaltigkeit, demografischer Wandel und die Veränderung des Arbeitslebens. Außerdem haben wir die aktuellen strategischen Schwerpunkte der Verlage abgefragt. Dabei sind große strategische Umbrüche nicht zu erkennen. Wie im vergangenen Jahr auch stehen die Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen, die Verbesserung der Innovationsfähigkeit und die Optimierung der IT-Infrastruktur im Vordergrund.

Mehr Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten

Was haben die Verlage aus der Coronakrise und den zurückliegenden Monaten gelernt? Welche Maßnahmen haben sie ergriffen? Damit beschäftigt sich der zweite Themenblock. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Die Verlage wollen in Zukunft ihren Mitarbeitenden flexiblere Arbeitszeiten und noch mehr Homeoffice ermöglichen. Das sagen 85 Prozent der Befragten. Und Geschäftsreisen sollen künftig deutlich reduziert werden – das gaben 79 Prozent an.

Umsatzsteigerung dank stärkerer Kund:innenzentrierung

In Zeiten rückläufiger Anzeigenerlöse gewinnt das Kund:innengeschäft an Bedeutung. Zwei Drittel der befragten Verlage haben sich die Steigerung des Reader Revenue als strategisches Ziel gesetzt. Im dritten Kapitel beleuchten wir daher kund:innen-finanzierte Geschäftsmodelle. Unter Reader Revenue wird der Umsatz verstanden, der kein Anzeigen- und Vermarktungsumsatz ist – also zum Beispiel das Abonnementgeschäft, der Verkauf von Artikeln über Webseiten oder Apps, der Verkauf von Veranstaltungstickets oder Kursgebühren für Bildungsseminare. Unsere Studie zeigt, dass die Verlage auf verschiedene Maßnahmen zur Steigerung des Reader Revenue setzen. Im Vordergrund stehen die Erweiterung des Content-Angebots, die Verbesserung der User Experience, ein besseres Kund:innenverständnis und die Erschließung neuer Zielgruppen.