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Die Akzeptanz von Cloud-Computing setzt sich bei Finanzdienstleistern weiter durch. Die Gesamtnutzungszahlen sind stabil (2020 und 2021 jeweils 70 Prozent), und insbesondere zwei Ergebnisse unseres „Cloud-Monitor 2021: Financial Services“ zeigen, wie groß die Dynamik bei Finanzdienstleistern in Bezug auf Cloud-Computing ist: 

Ambitionierte Cloud-Transformationsstrategien

Zum einen setzt sich in der Finanzbranche die im vorangegangenen Jahr bereits angedeutete Transformation zur Public-Cloud fort. Mehr als die Hälfte der Finanzdienstleister (52 Prozent) entscheidet sich für Public-Cloud-Computing. Die Private-Cloud wurde erstmals weniger genutzt (48 Prozent). Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft liegt die Public-Cloud mit 46 Prozent noch deutlich hinter Private-Cloud-Lösungen mit 63 Prozent (Mehrfachnennungen möglich).

Zudem sind die Cloud-Transformationsstrategien der Finanzdienstleister, die bereits auf Cloud-Computing setzen, im Vergleich zur Gesamtwirtschaft deutlich ambitionierter: Mehr als jeder zweite Cloud-Nutzende in Financial Services stellt die Weichen mit einer Cloud-Only- bzw. Cloud-First-Strategie bereits klar in Richtung moderner, cloudbasierter IT. Aufbauend auf ihren bisherigen Cloud-Erfahrungen wollen die Finanzdienstleister im Jahr 2025 bereits durchschnittlich 58 Prozent ihrer produktiven Anwendungen cloudbasiert betreiben (Gesamtwirtschaft: 52 Prozent).

IT-Abteilung treibt den Cloud-Einsatz

Noch nicht ganz im Einklang mit den ambitionierten Cloud-Planungen steht die Ausstattung der Unternehmen mit spezialisierten Digital- oder Cloud-Einheiten. Bei der Hälfte der Finanzdienstleister, die bereits Cloud-Anwendungen nutzt, treibt die IT-Abteilung die Cloud-Transformation voran (51 Prozent). Bei etwa 44 Prozent sind es verschiedene Fachabteilungen oder die Geschäftsführung. Über Digital- oder Cloud-Teams verfügen bisher nur 2 Prozent bzw. 1 Prozent der Unternehmen. 

Uneinheitliches Bild innerhalb der Branche

Lange herrschte bei Finanzdienstleistern aufgrund von regulatorischen Vorgaben große Unsicherheit beim Einsatz von Cloud-Lösungen. Das hat sich mehrheitlich inzwischen gelegt, wie auch die starke Hinwendung zur Public-Cloud zeigt. Den Cloud-Befürwortern stehen aber immer noch diejenigen gegenüber, für die auch die Corona-Krise kein Grund war, ihre Vorbehalte gegenüber der Cloud abzubauen. Diese Unternehmen sind aufgrund rechtlicher Bedenken verunsichert, was durch gerichtliche Entscheidungen wie dem Schrems-II-Urteil noch verstärkt wird. Dadurch vergrößert sich innerhalb der Branche die Kluft zwischen Cloud-Nutzern und denjenigen, die Cloud-Computing skeptisch gegenüberstehen.  

Zusammenfassend kann man sagen: Die Finanzbranche ist auf dem Weg in die Cloud. Denn der Anteil derjenigen Finanzdienstleister, die sich auch im Jahr 2021 noch immer nicht mit Cloud-Computing beschäftigen, liegt nur noch bei vier Prozent.

Die vorliegende Studie „Cloud-Monitor 2021: Financial Services“, die wir dieses Jahr zum zweiten Mal veröffentlichen, zeigt Entwicklungen und Trends bei der Cloud-Nutzung in Finanzdienstleistungsunternehmen und liefert einen Vergleich zur Gesamtwirtschaft. Sie ist eine Auskopplung der Gesamtstudie „Cloud-Monitor 2021“. Ausgewertet wurden dafür die Angaben von 101 Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“.