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Hochwertige Produktstammdaten sind ein Wettbewerbsfaktor und essenziell für Vertriebs- und Logistikprozesse. Darüber sind sich die Marktteilnehmer der Lebensmittelindustrie weitgehend einig. Dennoch stellt der Austausch von Produktstammdaten eine Herausforderung dar. Das zeigt unsere Kurzstudie „Stammdatenqualität als Erfolgsfaktor“ für die wir Handel und Hersteller in Deutschland nach ihrer Meinung gefragt haben. Erstellt wurde die Studie in Kooperation mit atrify GmbH, Alfred Ritter GmbH & Co. KG und markant Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG.

Es mangelt an harmonisierten Prozessen und Schnittstellen

Die Gründe für unzureichende Datenqualität sind vielfältig. Allein der Umfang der Datensätze steigt immer weiter. Derzeit verfügt allein ein Produkt der Lebensmittelindustrie über bis zu 450 Attribute. Hierzu zählen Angaben zu Inhaltsstoffen, Nährwerten und Allergenen, aber auch unverbindlichen Preisempfehlungen und Logistikinformationen. Diese Inhalte werden oft aus unterschiedlichen Quellen bzw. Verantwortungsbereichen zusammengeführt. Häufig mangelt es an harmonisierten Prozessen und Schnittstellen. Fast die Hälfte der befragten Hersteller gibt an, Datensätze noch immer individuell und in Form von Artikelpässen übermitteln zu müssen. Dieser manuelle Weg verstärkt den Austausch inkonsistenter, fehlerhafter oder unzureichender Informationen. Das kostet Zeit und Geld aller Beteiligten. Regulatorische Anforderungen können nicht immer eingehalten werden.

Von den Folgen unsauberer Stammdaten sind laut unserer Kurzstudie stationärer Handel und E-Commerce betroffen. Die Ergebnisse zeigen, dass auch Konsumenten immer bessere Informationen erwarten, wenn sie eine Kaufentscheidung treffen. Gleichzeitig diversifizieren sich Zielgruppen immer weiter, Kunden wählen Produkte nach detaillierteren Präferenzen aus. Sie verlangen konkrete Auskunft zu beispielsweise Verträglichkeiten oder Nachhaltigkeit von Produkten. 

Lösungen für mehr Datenqualität: Zentralisierung, Standardisierung und externe Prüfservices

Um den internen und externen Anforderungen an Stammdaten zu begegnen, setzen Marktteilnehmende auf diverse Lösungsansätze: Gut 70 Prozent der Studienteilnehmer streben den standardisierten Austausch von Informationen an, um sie einheitlich und in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem planen viele die Einführung eines zentralisierten und automatisierten Produktstamms. Hierdurch lassen sich manuelle und nachträgliche Ressourcenaufwände zur Pflege der Produktstammdaten erheblich reduzieren. Nicht zuletzt gewinnen Datenqualitätsservices an Bedeutung. Diese prüfen Produktdaten und stellen Qualitätssiegel aus. Das schafft Transparenz und Vertrauen für alle Marktteilnehmer. 

Produktstammdatensätze werden zukünftig um Sinnesprofile erweitert

Hochwertige Produktstammdaten bilden darüber hinaus die Voraussetzung smarte Lösungen im Retail Kontext zu nutzen. Dazu gehört etwa der 3D-Druck von Konsumgütern. Ebenfalls denkbar ist die Übertragung von Gerüchen - beispielsweise über Handys. Rund ein Drittel der Befragten ist überzeugt, dass Sinnesprofile sogar kurzfristig verpflichtender Bestandteil in Stammdatensätzen sein werden. Damit dies gelingen kann, müssen Produktstammdaten einwandfrei zur Verfügung stehen.