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Das sogenannte Land der aufgehenden Sonne ist nicht nur für seine Wirtschafts-, Kultur- und Innovationsleistungen bekannt, sondern steht aktuell aufgrund der Ausrichtung der diesjährigen Olympischen Sommerspiele besonders im internationalen Rampenlicht. Wirtschaftlich ist der japanische Markt für deutsche Unternehmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Covid-19-Pandemie, wenn auch etwas eingeschränkter, aber weiterhin sehr profitabel und dadurch von hoher Bedeutung.

Das zeigt aktuelle Umfrage „German Business in Japan 2021“, die wir in Kooperation mit der Auslandshandelskammer (AHK) Japan durchgeführt haben. 83 Prozent (im Vorjahr 94 Prozent) der von uns befragten Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2020 Gewinne in Japan, etwa jedes fünfte Unternehmen sogar Vorsteuergewinne von mehr als 10 Prozent der Umsatzerlöse.

Positive Erwartungen für die Zukunft

Für 2022 erwarten 56 Prozent der deutschen Unternehmen in Japan höhere Umsätze als im laufenden Jahr, 12 Prozent gehen sogar davon aus, einen substanziellen Umsatzanstieg von mehr als 20 Prozent realisieren zu können.

Mittelfristig sind deutsche Unternehmen noch positiver gestimmt: Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) erwarten im japanischen Markt steigende Umsätze und mehr als die Hälfte (55 Prozent) steigende Gewinne. Im Gegenzug dazu rechnen lediglich 5 Prozent respektive 4 Prozent mit einem Rückgang dieser beiden Kennzahlen.

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Japan ist und bleibt verlässlicher Partner für deutsche Unternehmen

Die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt gilt bei deutschen Unternehmen als Stabilitätsanker und sicherer Hafen. 95 Prozent der Befragten achten das Land aufgrund seiner Verlässlichkeit und Solidität in den Wirtschaftsbeziehungen. Jeweils 90 Prozent schätzen die wirtschaftliche Robustheit sowie die soziale Stabilität und Sicherheit.

Der japanische Markt hat eine hohe Relevanz für die befragten Unternehmen. Die drei wichtigsten strategischen Gründe für ihre Unternehmenspräsenz in Japan sind das hohe Absatzpotenzial (86 Prozent), die Möglichkeit, frühzeitig Trends zu erkennen (59 Prozent) sowie die auf allen Weltmärkten aktiven japanischen Wettbewerber in ihrem Heimatmarkt beobachten zu können (53 Prozent).

Der Stellenwert des Landes zeigt sich auch bei der Standortwahl der Asien-Zentralen deutscher Unternehmen. Obwohl Japan als präferierter Asien-Headquarter-Standort im Vorjahresvergleich leicht von 20 Prozent auf 16 Prozent zurückfällt, bleibt es weiterhin auf Platz drei, dicht hinter Singapur und China.

Als wichtigste Felder der zukünftigen Zusammenarbeit mit japanischen Unternehmen sehen 48 Prozent der befragten deutschen Unternehmen Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik, knapp gefolgt von digitalen Technologien und GreenTech (je 39 Prozent).

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Zitat Andreas Glunz

Pandemie und Demographie beeinträchtigen deutsche Unternehmen in Japan

Die größten Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Japan sind in diesem Jahr die pandemiebedingten Einreise- und Visa-Beschränkungen (76 Prozent). Fast genauso viele der Befragten (74 Prozent) fühlen sich beeinträchtigt durch die alternde Gesellschaft und die schrumpfende Bevölkerung Japans, dem Land mit dem höchsten Durchschnittsalter weltweit.

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Personalthemen sind größte operative Herausforderungen

Als größte operative Herausforderung benennen 79 Prozent der befragten Unternehmen daher das Recruiting gut ausgebildeter Beschäftigter. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen (47 Prozent), und damit 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, berichten zudem über Schwierigkeiten, Mitarbeitende zu kündigen.

Ein weiterer Trend ist der erwartete Rückgang der aus Deutschland entsandten Mitarbeitenden in Japan: Das erwartet fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent). Die Ursachen hierfür sind pandemiebedingte Visa-Restriktionen, die verstärkte Nutzung digitaler Kommunikation sowie die Verlagerung von Funktionen in andere asiatische Länder.

Alle weiteren Ergebnisse und die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung der deutschen Unternehmen in Japan finden Sie in unserem Report „German Business in Japan 2021“.

Lesen Sie auch die Pressemitteilung zur Studie.