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Von 28 auf 82 Prozent in zehn Jahren: Zum zehnten Jubiläum unseres Cloud-Monitors können wir feststellen, dass sich die Cloud-Nutzung bei deutschen Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitenden seit der ersten Ausgabe im Jahr 2012 fast verdreifacht hat. Die Unternehmen, die Cloud-Computing etabliert haben, beschäftigen sich jetzt mit Anwendungsszenarien, der Integration und der Transformation zu einer Cloud-basierten Organisation. Die Zeichen im Cloud-Markt stehen weiterhin auf Wachstum.

Nachholbedarf bei Sicherheit und Compliance

Der Anstieg der Unternehmen, die Cloud-Lösungen im Einsatz haben, um 6 Prozent (2020: 76 Prozent) auf 82 Prozent, dürfte zu einem großen Teil auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein.  Viele Unternehmen, die bis dahin noch zögerlich waren, sind kurzfristig in die Cloud migriert. Andere haben geplante Cloud-Integrationsvorhaben vorgezogen. Dadurch konnten sie bestehende Geschäftsprozesse aus dem Homeoffice aufrechterhalten. 

Die mitunter sehr kurzfristigen Cloud-Migrationen sind dabei allerdings nicht überall reibungslos verlaufen. Insbesondere die Themen Cloud-Security und Cloud-Compliance wurden bei der großen Geschwindigkeit der Umsetzung zunächst häufig vernachlässigt. Hier haben die Nutzer dringenden Nachholbedarf.

Cloud als Digitalisierungstreiber

Der Beitrag, den Unternehmen der Cloud bei der Digitalisierung zuschreiben, war schon im vergangenen Jahr sehr hoch. Die Coronapandemie hat diese Zahl noch einmal nach oben getrieben: 88 Prozent (2020: 78 Prozent) der Nutzer bescheinigen der Cloud große Bedeutung vor allem bei der Digitalisierung interner Prozesse und der Automatisierung von Arbeitsabläufen.

Jeweils mehr als die Hälfte der Nutzer bestätigt der Cloud, die Durchführung agiler Projekte und digitale Fähigkeiten der Mitarbeitenden zu fördern. Der Einfluss auf die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle ist hingegen noch vergleichsweise gering.

Die meisten Unternehmen verfolgen eine Cloud-First-Strategie

Bis zum Jahr 2025 wollen die Cloud-Nutzer im Durchschnitt die Hälfte ihrer produktiven Anwendungen aus der Cloud betreiben. Nur sehr wenige Unternehmen werden aber dann bereits vollständig Cloud-basiert arbeiten. Es sind hauptsächlich Großunternehmen, die eine Cloud-Only-Strategie fahren mit dem Ziel, alle Systeme und Anwendungen mittel- bis langfristig in die Cloud zu migrieren. Knapp ein Drittel der Cloud-Nutzer (31 Prozent) – und damit die meisten Unternehmen – setzt hingegen auf eine Cloud-First-Strategie. Diese Unternehmen bevorzugen Cloud-Computing bei neuen IT-Projekten und verlagern bestehende Anwendungen bei Bedarf in die Cloud.

Public-Cloud und Multi-Cloud-Computing weiter auf dem Vormarsch

Ein Anstieg der Cloud-Nutzung ist sowohl bei Private-Cloud- wie auch bei Public-Cloud-Lösungen zu verzeichnen. Die Public-Cloud-Nutzung nimmt mit acht Prozentpunkten im Vergleich zu fünf Prozent bei der Private-Cloud-Nutzung stärker zu und kommt in allen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Zu den Anwendungen mit den größten Zugewinnen zählen E-Commerce-Anwendungen (plus 14 Prozent), CRM-Anwendungen (plus 11 Prozent) und Data-Lake-Anwendungen (plus 9 Prozent).

Weiter an Bedeutung gewonnen hat auch Multi-Cloud-Computing. 35 Prozent der Unternehmen (2020: 32 Prozent) schätzen die Vorteile der Multi-Cloud für eine bessere Verteilung der Ressourcen bei voller Auslastung.

Probleme mit Ausfallzeiten und unautorisierter Nutzung

Fast unverändert hoch sind die negativen Begleiterscheinungen des Cloud-Computings: 64 Prozent der Nutzer verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten Ausfallzeiten ihrer Cloud-Leistungen, und 51 Prozent der Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden haben im gleichen Zeitraum die unautorisierte Nutzung von Public-Cloud-Diensten registriert. Frühere Ausgaben des Cloud-Monitors haben gezeigt, dass längst nicht alle Unternehmen die unautorisierte Nutzung von Public-Cloud-Diensten (regelmäßig) kontrollieren. Insofern dürfte dieser Wert vermutlich sogar noch höher liegen. Auf jeden Fall verdeutlicht er: Unternehmen sollten das Thema Schatten-IT ernstnehmen und die Themen Sicherheit und Compliance in ihrer Cloud-Strategie mitdenken.

Fazit

Cloud-Computing ist mehr als eine Lösung in Krisenzeiten, Cloud-Computing ist ein wichtiger Treiber der Digitalisierung in Unternehmen. Die aktuelle Ausgabe des Cloud-Monitors belegt, dass es kaum noch Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden in Deutschland gibt, die sich nicht zumindest planerisch mit dem Einsatz von Cloud-Computing beschäftigen. Unternehmen, die bereits heute auf Cloud-Computing setzen, wollen im Jahr 2025 im Durchschnitt etwa die Hälfte ihrer produktiven Anwen­dungen aus der Cloud betreiben. Zudem besteht bei vielen Unternehmen noch Nachholbedarf bei Cloud-Security und Cloud-Compliance. Damit stehen die Zei­chen im Cloud-Markt weiterhin auf Wachstum.

Der Cloud-Monitor untersucht seit 2012 die Entwicklung der Cloud-Nutzung und die Erfahrungen der Cloud-Nutzer in der deutschen Wirtschaft. Die Stichprobe für unsere diesjährige Befragung umfasst 556 Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in Deutschland. Bei den Befragten handelt es sich um Führungspersonen mit Aufgaben aus dem Organisationsbereich Informationstechnologie oder um Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands.