close
Share with your friends

Leicht, widerstandsfähig und lange haltbar: Plastik spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft – nicht nur als Verpackungsmaterial, sondern auch als Alternative zu Metall, etwa in der Bau- und in der Automobilindustrie.

Gleichzeitig ist die Art und Weise, wie Kunststoff derzeit produziert und entsorgt wird, schädlich für die Umwelt. Die Folgen reichen von hohen CO2-Emissionen bis hin zur Verschmutzung der Ozeane. Um dem entgegenzuwirken, plant die Europäische Union als Teil ihres Green Deal, die Deponierung von Plastikabfällen zu reduzieren. Bis 2030 sollen 55 Prozent der Kunststoffverpackungsabfälle recycelt werden.

Dieser Plan hat weitreichende Konsequenzen für Unternehmen, wie unser englischsprachiges Whitepaper „The green deal. A game changer for the waste management and plastics industries“ zeigt.

Quoten für die Verwendung von recyceltem Plastik

Um zu einer Kreislaufwirtschaft überzugehen, will die EU auch die Verwendung von recyceltem Plastik bei der Herstellung neuer Produkte fördern. Die Europäische Kommission wird voraussichtlich bis 2022 Mindestquoten für die Verwendung von recycelten Plastikbestandteilen in neuen Produkten einführen. Diese Quoten wären für die kunststoffverarbeitende Industrie verpflichtend und werden voraussichtlich zwischen 15 und 30 Prozent liegen.

Das Erreichen dieser Ziele wird große Investitionen in der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette erfordern. Denn die Auswirkungen könnten die Abfallwirtschaft, das Recycling und die Kunststoffproduktionsindustrie erheblich umgestalten.

Konsequenzen für Unternehmen

So wird die Einführung von Quoten dazu führen, dass die kunststoffverarbeitende Industrie ihre Produktion anpassen muss, um mehr recycelte Kunststoffe zu verwenden. In der Folge wird die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem recyceltem Plastik deutlich steigen. Da hochwertiger Kunststoff bisher sehr knapp ist, könnte die Zunahme des Bedarfs zu erheblichen Preissteigerungen führen.

Auch für die Abfallmanagement- und die Plastikindustrie werden die EU-Regelungen wohl erhebliche Folgen haben. Die höhere Nachfrage nach recyceltem Kunststoff dürfte sich etwa positiv auf Sortierunternehmen auswirken, weil der Bedarf, Plastik von Restmüll zu trennen, stark steigen wird. Neuplastik-Hersteller hingegen sollten ihre Unternehmensstrategie überdenken. Denn die zunehmende Verwendung von recyceltem Plastik könnte ihre Marktanteile sinken lassen.

„Ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Recyclings“

„Das Konzept der Kreislaufwirtschaft umfasst fünf Kernprinzipien: Reduce, Repair, Reuse, Refurbish und Recycle“, sagt Dr. Christian Lumpe, Partner bei KPMG. „Die neuen EU-Regulationen sind ein wichtiger Schritt hin zur Stärkung des Recyclings. Unternehmen der betroffenen Industrien sollten sich auf die neuen Vorschriften einstellen – und gleichzeitig ihre Geschäftsmodelle auf die umfassende Umsetzung der Circular Economy vorbereiten.“

„Für Investoren und Organisationen, die sich auf den Übergang zur Kreislaufwirtschaft frühzeitig einstellen, ergeben sich wirtschaftlich große Chancen“, ergänzt Dr. Julian J. Rossig, Senior Manager bei KPMG.

Was auf die Abfallmanagement- und die Plastikindustrie im Einzelnen zukommt und was Unternehmen nun tun sollten, lesen Sie in unserem Whitepaper.

Mehr zum Thema Kreislaufwirtschaft finden Sie ebenfalls im Whitepaper.