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Am 05. März 2021 hat die FCA bekanntgegeben, dass zahlreiche LIBOR-Settings (beispielsweise alle 7 EUR und Schweizer Franken LIBOR Tenor etc.) dauerhaft unmittelbar nach dem 31. Dezember 2021 eingestellt werden. Hierauf basierend hat die ISDA verlautbart:

„Today’s announcement constitutes an index cessation event under the IBOR Fallbacks Supplement and the ISDA 2020 IBOR Fallbacks Protocol for all 35 LIBOR settings. As a result, the fallback spread adjustment published by Bloomberg is fixed as of the date of the announcement for all euro, sterling, Swiss franc, US dollar and yen LIBOR settings.”

Für Unternehmen, die LIBOR Zinssicherungen ins Hedge Accounting gemäß den Vorgaben der IFRS designiert haben, ergeben sich hieraus unmittelbare Konsequenzen. Ein Unternehmen muss nun für die Anwendung des Hedge Accounting seit dem 05. März 2021 feststellen, ob weiterhin Unsicherheiten in Bezug auf den zeitlichen Anfall und den Betrag von LIBOR basierenden Derivaten vorliegen oder nicht. Die Beantwortung dieser Fragestellung ist essentiell und begründet sich durch Phase 1 und Phase 2 der IASB LIBOR Reform.

Phase 1 der IASB Reform wurde als Übergangsvehikel geschaffen, bis keine Unsicherheit mehr in Bezug auf den zeitlichen Anfall und den Betrag von LIBOR basierenden Derivaten im Hedge Accounting vorliegt. Stellt nun ein Unternehmen fest, dass seit dem 05. März 2021 keine Unsicherheit mehr in Bezug auf den zeitlichen Anfall und den Betrag LIBOR basierter Derivate besteht, so endet die Anwendung der Phase 1 der IASB Reform und Phase 2 wird wirksam. 

Dies hat wiederum folgende Konsequenz: 

IFRS 9.6.9.1 As and when the requirements in para. 6.8.4–6.8.8(*) cease to apply to a hedging relationship, an entity shall amend the formal designation of that hedging relationship …

IFRS 9.6.9.4   An entity shall amend a hedging relationship as required in paragraph 6.9.1 by the end of the reporting period during which a change required by interest rate benchmark reform is made to the hedged risk, hedged item or hedging instrument. …

Hieraus ergibt sich wiederrum die Herausforderung, dass der Standardsetter „formal designation“ und nicht „hedge documentation“ schreibt. Der Unterschied scheint auf den ersten Blick nicht wirklich entscheidend zu sein, hat aber unmittelbare Konsequenzen auf die Effektivitätsberechnung und Ermittlung des ineffektiven Betrages. 

Stellt man fest, dass „designation“ und „documentation“ zwei unterschiedliche und eingeständige Sachverhalte sind, so ändert sich zwar zum 05. März 2021 unmittelbar die Designation aber nicht die Dokumentation der Sicherungsbeziehung. Eine Anpassung der Hedge Dokumentation hat bis zum Ende der Reporting Periode zu erfolgen. In Bezug auf ein ursprünglich LIBOR designiertes Risiko ergeben sich damit für die Effektivitätsberechnung folgende Auswirkungen betreffend des Underlyings:

End of IBOR

Quelle: KPMG AG

Es wird offensichtlich, dass sich Ineffektivitäten aus dem Zeitraum 05. März bis 31. Dezember 2021 ergeben.

Stellt man dagegen fest, dass „designation“ und „documentation“ ein und derselbe Sachverhalt ist, so ändert sich zwar das Underlying des Sicherungsinstrumentes aber nicht die Hedge Dokumentation. In Bezug auf ein ursprünglich LIBOR designiertes Risiko ergeben sich damit für die Effektivitätsberechnung folgende Auswirkungen betreffend des Underlyings:

End of IBOR

Quelle: KPMG AG

Es wird offensichtlich, dass sich Ineffektivitäten aus dem Zeitraum ab dem 31. Dezember 2021 ergeben. Bei lang laufenden Zinssicherungen können die sich aus dem Beispiel 2 dargestellten Ineffektivitäten deutlich stärker auswirken als aus dem Beispiel 1.

Stellt ein Unternehmen dagegen fest, dass trotz der Verlautbarungen des 05. März 2021 weiterhin Unsicherheit in Bezug auf den zeitlichen Anfall und den Betrag LIBOR basierter Derivate besteht, so ist die weitere Anwendung der Phase 1 der IASB LIBOR Reform bis zum 31.12.2021 möglich. Eine solche Einschätzung muss natürlich entsprechend begründet und dokumentiert werden.

Unser Bilanzierungs- und Bewertungsexperten stehen Ihnen sehr gerne für Ihre Fragestellungen rund um das Thema End of IBOR zur Verfügung.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 111, Mai 2021