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Mit der Veröffentlichung der Investment Firm Directive (IFD) und der Investment Firm Regulation (IFR) wurde im Dezember 2019 die Grundlage zu einer neuen EU-Regulierung für MiFID-Wertpapierfirmen gelegt, welche besser auf die Bedürfnisse der Geschäftsmodelle und Risikoprofile dieser Häuser zugeschnitten sein soll. Zwischenzeitlich wurde am 16. Dezember 2020 durch das Bundeskabinett der „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/2034 (IFD) über die Beaufsichtigung von Wertpapieren“ veröffentlicht, welcher die nationale Umsetzung der IFD darstellt. Die neuen Vorgaben werden ab dem 26. Juni 2021 mit verschiedenen Übergangsregelungen in Kraft treten.

Die Umsetzung der IFD in nationales Recht wird im Rahmen des Entwurfes durch die Anpassung einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen begleitet. Sie verfolgt primär das Ziel, die Regelungen, welche für die bisher im Kreditwesengesetz (KWG) geregelten Wertpapierfirmen gelten, in ein eigenständiges „Wertpapierinstitutsgesetz“ (WpIG) zu überführen. Insbesondere das KWG ist von den Folgeänderungen betroffen, aber unter anderem auch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG).

Die Schaffung eines separaten Regulierungsrahmens für die ca. 700 Wertpapierinstitute, die in Deutschland Wertpapierdienstleistungen erbringen, ist äußerst komplex und hat Implikationen nicht nur für Wertpapierinstitute auf Einzelbasis, sondern unter anderem auch für Bankengruppen, die über Tochterunternehmen Wertpapierdienstleistungen erbringen, die heute beispielsweise als Finanzdienstleistungsinstitute im Sinne des KWG gelten.

Die neuen und umfangreichen Vorgaben stellen Wertpapierinstitute vor besondere Herausforderungen. Das Motiv des Gesetzgebers ist es hier, dass die Solvenzanforderungen an die Geschäftsmodelle und Risikoprofile angepasst und teils reduziert werden sollen. Dies folgt dem Grundsatz des Proportionalitätsprinzips, der hier - stärker denn je - zum Ausdruck kommen muss. Dabei kommt es für Wertpapierinstitute insbesondere darauf an, die neuen Vorgaben effizient umzusetzen und in die bestehenden Strukturen und Prozesse zu integrieren.

Unsere Experten können Sie hierbei umfassend unterstützen. Wir verfügen über die hierfür notwendige regulatorische Expertise sowie über umfassendes Umsetzungs-Knowhow.

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Die Anforderungen der Wertpapierfirmenregulierung lassen sich in die folgenden Themenbereiche sowie deren wesentliche Handlungsfelder einteilen:

  • Kategorisierung des eigenen Wertpapierinstituts anhand der Ausgestaltung des Geschäfts-modells sowie der einschlägigen Größenkriterien als „groß“, „mittel“ oder „klein“. Klärung der Entlastungsmöglichkeiten durch Anwendung des Proportionalitätsprinzips.
  • Umgang mit dem gesonderten IFR-/IFD-Regulierungsrahmen bei Tochterunternehmen in Bankengruppen oder Finanzholdinggesellschaften, die heute z.B. als Finanzdienstleistungsinstitut firmieren (z.B. Antrag auf freiwillige Anwendung der CRR nach Art. 1 Abs. 5 IFR).
  • Zusammenstellung der Änderungen im neuen Regulierungsrahmen gegenüber dem Status-quo (insbesondere Reglungen des KWG und weiterführender Verordnungen). 
  • Überprüfung der Einhaltung der Anforderungen an das Anfangskapital in Abhängigkeit der Erlaubnistatbestände unter Einbezug der neuen Eigenmittelanforderungen nach IFR.
  • Beurteilungen der Auswirkungen der neuen Regulatorik auf das Geschäftsmodell und Produkt- bzw. Serviceportfolio der Wertpapierfirma.
  • Analyse der Anpassungsbedarfe in „Säule 2“ im Hinblick auf die Risikotragfähigkeits- und -überwachungsprozesse für die Risikokategorien nach § 45 Abs. 1 WpIG-E.
  • Gegebenenfalls Weiterentwicklung der Liquiditätsrisikosteuerung zur Sicherstellung jederzeitiger Zahlungsbereitschaft in Ergänzung der „Säule 1“-Vorgaben der IFR.
  • Überprüfung von Anpassungsbedarf im Hinblick auf die Ausgestaltung der Geschäftsorganisation und internen Unternehmensführung (Leitungs- und Überwachungsorgane), sowie den Umgang mit Auslagerungen und die Ausgestaltung der Vergütungssysteme.
  • Auseinandersetzung mit den geänderten Melde- und Offenlegungs- bzw. Anzeigeanforderungen nach IFR und WpIG-E einschließlich Prüfung von Automatisierungs- und Standardisierungspotentialen mittels IT/Software.
  • Untersuchung von Gruppenaspekten, insbesondere im Hinblick auf die Ausgestaltung eines möglichen Konsolidierungskreises, Analyse der relevanten Anforderungen an die Konsolidierung sowie Beurteilung einer möglichen Nutzung des Gruppenkapitaltests einschließlich Proberechnungen.

Wir von KPMG bieten Ihnen ein effizientes Umsetzungspaket, da wir…

…bereits bestehende umfassende Service Offerings vorhalten. Hierzu unser kontinuierliches Normenscreening der dynamischen Entwicklung aller geplanter Level-II-Maßnahmen und der nationalen Umsetzung des WpIG-E i.V.m. mit der ausstehenden Verwaltungspraxis, 

…entsprechende relevante Referenzen sowohl durch bereits erfolgte Vorstudien als auch laufende Umsetzungsprojekte sowie durch die enge Verzahnung mit Branchenvertretern aufweisen,

...ein am Markt etabliertes Investment Firm Regulation Gap-Analyse-Tool einsetzen, um Handlungsbedarfe zügig zu identifizieren und in einen Implementierungsplan zu überführen, und

…Ihnen kostenfrei hier eine erste Selbsteinschätzung zur Betroffenheit und etwaigen Handlungsfeldern ermöglichen.

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