Digital Treasury Summit #DTRS2021

Digital Treasury Summit #DTRS2021

In der Krise stärkt die Digitalisierung das Treasury

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DTRS 2021

Erfolgreicher zweiter virtueller Digital Treasury Summit #DTRS mit kompakten und spannenden Vorträgen aus der Praxis für das Corporate Treasury.

Letztes Jahr im Oktober haben wir erstmalig unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe zum Corporate Treasury der Zukunft virtuell durchgeführt. Aufgrund der weiterhin geltenden Einschränkungen durch Covid-19 wurde nun auch der zweite virtuelle von bisher 5 erfolgreichen Digital Treasury Summits am 18. März 2021 als Livestream via KPMG Tube gesendet. Wieder stieß die Veranstaltung auf großes Interesse in der Treasury Community und verzeichnete über 200 Anmeldungen.

Das kompakte Format, das in 90 Minuten mehrere Vorträge über aktuelle Themen aus dem Corporate Treasury von Referenten namhafter Unternehmen beinhaltet, findet weiterhin viel positive Resonanz. Getreu dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze“ wurden diesmal vier spannende Beiträge live aus drei KPMG-Studios in Frankfurt, Köln und München ausgestrahlt. 

Den Startschuss in Frankfurt machten nach dem Einspielen des neuen Finanz- und Treasury Management Image-Videos Ralph Schilling als Moderator des Events und Nils Bothe, die nach der Begrüßung aller Teilnehmer und Referenten zum ersten Vortrag an Benjamin Altmeyer von der REWE Group in Köln, betreut von Börries Többens, übergaben.

Die REWE Group erhielt 2018 von der F.A.Z. Business Media die Auszeichnung „Treasury des Jahres“. Herr Altmeyer stellte die „Zeitmaschine“ im Treasury vor, die über „Zeit-Generierung“ (System sucht im End-to-End-Prozess nach Fehlern) und „Zeitreisen“ (Daten aus der Vergangenheit und Gegenwart simulieren das zukünftige Ergebnis) der REWE Group ein automatisiertes Prozessmonitoring und „Exception Based Management“ ermöglicht. Der Vortrag zeigte anschaulich, wie durch ein selbst entwickeltes Prozess-Cockpit Abweichungen identifiziert werden und dadurch kurzfristig eingegriffen werden kann. Dies ermöglicht zum Beispiel, dass FX-Geschäfte nun eine Stunde vor Cut-Off-Zeit übermittelt werden können anstatt zwei Tage vorher. Daten aus der Vergangenheit und Gegenwart werden heute auch dazu genutzt, um den nächsten Monatsabschluss der REWE Group vorab im Testlauf zu simulieren und durch frühzeitigere Analyse von möglichen Fehlerquellen die arbeitsintensive Abschlussphase zu entlasten. Auf die Frage, wie das Monitoring vorher aussah, sprach Benjamin Altmeyer von einer tatsächlichen Zeitreise ausgehend von vielen händischen Prozessen und manuellen Überträgen hin zu der heute hochautomatisierten Prozesssteuerung und deren Abbildung im Treasury Prozess-Cockpit der REWE Group.

Nora Kunz, Leiterin der FlixMobility GmbH, berichtete aus München über die besonderen Herausforderungen im Implementierungsprozess eines Treasury Management Systems mitten in der Corona-Krise. Ihrem Vortrag nach ließ die Remote-Implementierung aus dem Home Office üblichen Projektteamspirit und den Zusammenhalt des Projektteams ein wenig vermissen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auf den reinen Remotebetrieb in der Implementierungsphase und den ersten virtuellen Meetings ging es dann aber schnell vorwärts. Die eingesparten Reisezeiten und der eingerichtete virtuelle „Tisch“ hatten einen positiven Effekt auf die Responsezeit und den Zeitablauf des Projektes. Rückblickend hat sich die erfolgreiche Implementierung gelohnt und der Stellenwert des Treasury ist nicht nur durch die aufgezeigten Einsparungen gestiegen, sondern auch und gerade durch damit einhergehend eingeleitete Prozessveränderungen. Parallel zur Einführung des Treasury Management Systems wurden Prozesse neu durchdacht, sodass FlixMobility durch Standardisierung und Automatisierung mehr Transparenz und Effizienz im Treasury erreichen konnte. Als Tipps gab Nora Kunz den Teilnehmern mit auf den Weg, bei Zeitknappheit in der Umsetzung ein größeres Beratungsbudget einzufordern und das ausführliche Testen nicht außer Acht zu lassen, um auch Sonderfälle zu erkennen und besser in den zukünftigen Prozess einzubinden. 

Im Studio Frankfurt sprach Christoph Immick im nächsten Vortrag über die „Digitalisierung im Treasury als Folge der Corona-Pandemie“. Er zeigte auf, in welchen Bereichen sich die Krise als Beschleuniger der Digitalisierung bei der Fresenius SE & Co. KGaA ausgewirkt hat. Exemplarisch dafür steht der digitale Workflow in den Bereichen Bank Account Management, Garantien und Darlehen, der Weg zu einem papierlosen Büro, um die Ortsunabhängigkeit zu steigern, und auch einer der Klassiker: die elektronische Unterschrift. Auf eine Frage aus der Zuschauerrunde, welche Kosten generell durch die Digitalisierung in diesen Bereichen eingespart werden, antwortete Herr Immick, dass es dafür keine pauschale Aussage gibt. Denn je komplexer die Prozesse sind, desto schwieriger ist deren Digitalisierung. Das bedeutet aber auch umgekehrt, dass die Notwendigkeit und Bereitschaft zur Veränderung weiter gesteigert und die derzeitigen Prozesse hinterfragt werden müssen. Insgesamt habe die Krise gezeigt, wie gut das Treasury auf die Adhoc-Änderungen reagiert und sich durch Flexibilität und Robustheit ausgezeichnet hat. Andererseits würden Schwächen in solch einer Krise gnadenlos offengelegt.

Zum Ende des fünften Digital Treasury Summit gab Herr Gerhard Bystricky von der UniCredit, im Studio München, betreut von Michael Gerhards, einen Eindruck über den Entwicklungsstand, Chancen und Möglichkeiten von Request to Pay. Dabei handelt es sich um keine neue Transaktions- oder Zahlungsart, sondern um eine Zahlungsaufforderung vom Zahlungsempfänger/Händler mit einer Antwortmöglichkeit vom Zahler/Kunde. Diese wird anschließend mit SEPA- oder Instant Payment-Zahlungen verknüpft. Wird die Zahlungsaufforderung mit Zahlungs- und Buchungsdaten angereichert oder die eigentliche Rechnung integriert (E-Invoicing), kann der end-to-end-Prozess weiter automatisiert und optimiert werden. Mit Request to Pay lassen sich interessante „Use-Cases“ bedienen, wie zum Beispiel im Bereich Business to Business (B2B) durch Just-in-time-Zahlungen, dem Austausch elektronischer Rechnungen und Liquiditäts-Transfers. Im Bereich B2C (Zahlungen von Kunden) kann Request to Pay neue und interessante Anwendungen im eCommerce finden und Rückzahlungen sowie einen Ersatz für Lastschriften bieten. Die Einführung auf europäischer Ebene ist für den 15. Juni 2021 geplant. Die dadurch entstehenden Herausforderungen, so der Referent, sind unter anderem die flächendeckende Erreichbarkeit der Banken, ähnlich wie bei der Entwicklung von Instant Payments. Für Corporates ergeben sich Anpassungen im „Point of Sales“ (POS), der ERP- und Treasury Systeme sowie beim E-Invoicing, als Option zum Rechnungsversand. Letztendlich werde der Kunde über die neu angebotenen Mehrwertdienste der Banken entscheiden, ob Request to Pay eine Erfolgsstory wird und eine hohe Akzeptanz erhält. Wir bleiben gespannt!

Wir freuen uns, dass unsere etablierte Veranstaltungsreihe auch virtuell so großen Zuspruch in der Corporate Treasury Community findet und planen den nächsten Digital Treasury Summit (virtuell oder physisch) am 28. Oktober 2021. 

Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Digital Treasury Summit virtuell vom 18. März 2021. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 109, März 2021

KPMG Corporate Treasury News

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