Die USA bleiben für viele deutsche Unternehmen der wichtigste Markt außerhalb der EU. Eine Mehrheit plant zusätzliche Investitionen und den Ausbau des Mitarbeiterstamms in den USA. Dabei bremst der Fachkräftemangel allerdings häufig die Pläne für einen dynamischen Personalaufbau.

Um die Bedeutung des amerikanischen Marktes für deutsche Unternehmen zu verdeutlichen, reichen wenige Datenpunkte: Deutsche Unternehmen beschäftigen in den USA rund 860.000 Menschen, erwirtschafteten 2018 über 530 Milliarden US-Dollar und haben dort mittlerweile über 520 Milliarden US-Dollar investiert. 2019 waren die USA das wichtigste Zielland deutscher Direktinvestitionen im Ausland und neben der Europäischen Union der wichtigste Handelspartner. Trotz turbulenter Zeiten blieb auch 2020 der US-amerikanische Markt für deutsche Unternehmen weiter von enormer Wichtigkeit. Das zeigt unser „German American Business Outlook 2021“ (GABO).

Die Identifikation mit den USA ist für viele deutsche Unternehmen über ihre US-amerikanischen Tochtergesellschaften weiterhin sehr ausgeprägt. Deutsche Unternehmen zeigen ihre Bereitschaft, in den USA zu investieren, indem sie nicht nur bestehende Betriebe erweitern und stärken, sondern auch neue Repräsentanzen, Verkaufs- und Servicebüros sowie Produktionsstätten errichten. 82 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen planen in den nächsten drei Jahren zusätzliche Investitionen in den USA. Diese Wachstumspläne werden häufig durch einen dynamischen Personalaufbau begleitet: Im laufenden Jahr 2021 wollen 43 Prozent ihre Stammbelegschaft ausbauen. Bis 2026 planen sogar 79 Prozent der Befragten, die Anzahl ihrer Mitarbeiter zu erhöhen, davon ein knappes Drittel (30 Prozent) sogar um mehr als 25 Prozent. 

Fachkräftemangel bleibt Herausforderung für die Wachstumspläne

Doch neben der Corona-Krise stellt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen bei der Realisation der eigenen Wachstumspläne dar. Für fast jedes zweite deutschen Unternehmen in den USA (45 Prozent) zählt die Suche nach geeigneten Fachkräften zu ihren Top-Drei-Herausforderungen. Trotz kontinuierlicher Bemühungen in der Personalentwicklung geben nur 14 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie keine Probleme haben, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für offene Stellen zu finden. 64 Prozent der deutschen Unternehmen in den USA bereitet es hingegen Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.

Hoher Stellenwert der US-Aktivitäten deutscher Unternehmen

Mehr als jedes dritte befragte Unternehmen (34 Prozent) gab an, dass die US-Aktivitäten mehr als 20 Prozent des gesamten Gruppenumsatzes erwirtschaften. Für 15 Prozent der Befragten stehen die US-Aktivitäten sogar für mehr als 50 Prozent des Konzernumsatzes und für 9 Prozent für mehr als 50 Prozent des Konzerngewinns. Die US-Geschäftstätigkeiten sind daher für deutsche Konzerne äußerst wichtig, obwohl sich die Gewinnbeteiligung aus den US-Aktivitäten verringert hat. 92 Prozent der Unternehmen erwarten ein Wachstum ihres Geschäfts im laufenden Jahr 2021. Der etwas geringere Optimismus im Vergleich zum Vorjahr ist dabei auf die Unsicherheit zurückzuführen, wann mit dem Ende der Covid-19-Pandemie zu rechnen ist.

Covid-19 als Beschleuniger der digitalen Transformation

Unser „German American Business Outlook 2021“ zeigt aber auch, wie die deutschen Unternehmen in den USA auf die Herausforderungen der Pandemie reagieren wollen. Viele Unternehmen betrachten Covid-19 dabei als Katalysator für Veränderungen. Änderungen in der Arbeitswelt sowie Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung sind die beiden wesentlichen Aktionsfelder deutscher Unternehmen in den USA als Reaktion auf die Herausforderungen von Covid-19. Diese  Aktivitäten ebnen den Weg zu einer beschleunigten digitalen Transformation.

Alle Ergebnisse der Befragung, die zusammen mit der German American Chamber of Commerce durchgeführt wurde, finden Sie hier. Für die Studie sind 166 deutsche Unternehmen in den USA befragt worden.

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