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Das Ende des Hedge Accounting nach IAS 39?

Das Ende des Hedge Accounting nach IAS 39?

Übergang von IAS 39 auf IFRS 9 in Bezug auf Hedge Accounting

Ralph Schilling

Partner, Financial Services, Head of Finanz- and Treasury Management

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Hedge Accounting

In vergangenen Newsletter Artikeln haben wir uns immer wieder mit den Verbesserungen des IFRS 9 in Bezug auf Hedge Accounting im Vergleich mit dem IAS 39 beschäftigt. Dennoch gibt es immer noch viele Unternehmen, die bei der Umstellung auf IFRS 9 das Wahlrecht genutzt haben, für das Hedge Accounting weiterhin die Regelungen des IAS 39 anzuwenden. Dies erlaubt der Standardsetter für den Übergangszeitraum, bis das Projekt zum Makro Hedge Accounting abgeschlossen ist. Dieses wird derzeit unter dem Namen ‚Dynamic Risk Management‘ weiterverfolgt.

Ursprünglich sollte diese Übergangszeit schon Ende 2017 enden. Ein neuer Zeitpunkt steht derzeit noch nicht fest. Nach einigen Verzögerungen nimmt das Projekt aber nun wieder an Fahrt auf und im Oktober 2020 fand das sogenannte „Core Model Outreach“ statt. Im Q2 2021 wird dann das Feedback zum „Core Model“ erwartet. Daher möchten wir in diesem Artikel anhand eines greifbaren Beispiels darstellen, was ein mögliches Ende der Anwendung des Hedge Accounting nach IAS 39 für Unternehmen in der Praxis bedeuten wird.

Diejenigen Unternehmen, die derzeit noch die Regelungen des IAS 39 anwenden, haben im Wesentlichen Zins- und Währungssicherungen abgeschlossen. Die Verwendung der sogenannten ‚Hypothetischen Derivate-Methode‘ nach IAS 39 bringt für diese Absicherungen zwei entscheidende Vorteile mit sich. Die Effektivität ist leicht zu messen, da das hypothetische Derivat häufig eine Spiegelung des tatsächlich abgeschlossenen Derivats darstellt. Dies führt in der Regel dann auch dazu, dass es keine wesentlichen Quellen für Ineffektivitäten nach IAS 39 gibt. Diese Herangehensweise kann jedoch nicht mit Wechsel auf den IFRS 9 ohne weiteres übernommen werden. So darf beispielweise bei Sicherung mit Devisentermingeschäften oder Zinswährungsswaps die im IFRS 9 erwähnte Währungsbasis im hypothetischen Derivat nicht enthalten sein, während sie jedoch immer Bestandteil des tatsächlichen Derivats ist.

An diesem Beispiel wird ersichtlich, dass Hedge Beziehungen nicht ohne weiteres vom IAS 39 auf den IFRS 9 übertragen werden können und dass der Wechsel auf IFRS 9 nicht nur darin bestehen wird, die Hedge Dokumentation umzuschreiben. Was bedeutet dies nun konkret für Unternehmen, die ihr Hedge Accounting noch nach den Vorgaben des IAS 39 abbilden? 

Die Umstellung des Hedge Accounting auf die Regelungen des IFRS 9 wird definitiv kommen, auch wenn dies voraussichtlich noch nicht im Jahr 2021 der Fall sein wird. Möglicherweise bieten sich jedoch verschiedene Vorteile, wenn man sich schon im kommenden Jahr mit der Umsetzung beschäftigt. Fragen sollten beispielsweise sein:

  • Welche Abbildungsvarianten bietet der IFRS 9 für meine Sicherungsbeziehungen?
  • Welche Vor- und Nachteile bringen diese mit sich?
  • Kann ich weiterhin ungeplante GuV-Schwankungen reduzieren oder sogar stärker reduzieren im Vergleich zum aktuellen Anwendungsstatus?
  • Lässt sich die accountingtechnische Abbildung näher an meine tatsächliche Risikosteuerung rücken?
  • Was bieten die führenden Treasury Management Systeme in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsanforderungen seitens IFRS 9 mittlerweile im Standard an?

Grundsätzlich ist es immer besser frühzeitig eine Validierung vorzunehmen und etwaige IT-Ressourcen und -Budgets einzuplanen. Gegebenenfalls lässt sich eine IAS 39 / IFRS 9 Hedge Accounting Transition mit einem ohnehin eingeplanten Treasury Management Systemupdate oder -wechsel kombinieren. Durch eine frühzeitige Validierung kann die unangenehme Situation vermieden werden, zeitlich in einen Zugzwang zu geraten, wenn die Finalisierung der Dynamic Risk Management Project des IASB weiter voranschreitet.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 107, Dezember 2020

KPMG Corporate Treasury News

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