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Automatisierung der Erstellung von Anhangangaben am Beispiel des IFRS 7

Automatisierung der Erstellung von Anhangangaben

Die Anforderungen an die kapitalmarktorientierte Berichterstattung nach IFRS haben in den vergangenen Jahren sukzessive zugenommen.

Ralph Schilling

Partner, Finance Advisory, Head of Finanz- und Treasury Management

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Anhangangaben Bsp. IFRS 7

Die Erhöhung der Komplexität bringt eine zunehmende Belastung für die Bilanzierenden, die Abschlussprüfer und die Bilanzadressaten mit sich, die in gleicher Zeit umfangreichere Informationen bereitstellen, prüfen und auswerten müssen. Während auf der Adressatenseite mit der Einführung des Einheitlichen Europäischen Elektronischen Berichtsformats (ESEF) zum 01.01.2020 ein großer Schritt in Richtung automatisierter Verarbeitung der Unternehmensberichterstattung gemacht wurde, stellt auch diese Formatanforderung eine zusätzliche Herausforderung für die bilanzierenden Unternehmen dar, die die steigenden Anforderungen des Standardsetzers und des Gesetzgebers nicht mehr werden erfüllen können, wenn sie nicht bei der Automatisierung der Abschlusserstellung nachholen.

Es ist zu beobachten, dass insbesondere die Erstellung des IFRS-Anhangs sehr zeitintensiv geworden ist und das Ergebnis durch eine manuelle Aggregation von Daten aus unterschiedlichen Vorsystemen geprägt ist. Dies schließt wiederum eine hohe Anzahl an manuellen Anpassungen ein, die gleichermaßen ein erhöhtes Fehlerpotenzial nach sich ziehen. Auch resultieren hieraus spezielle Herausforderungen an die interne und externe Prüfbarkeit dieser Daten, wodurch die Compliance des jeweiligen Unternehmens ebenfalls nicht abschließend sichergestellt werden kann bzw. sich darin ein weiteres Risiko verbirgt. Das Ziel sollte es daher sein, eine möglichst automatisierte Anhangerstellung zu realisieren, die als Prozess im Vorfeld prüfbar ist, ein manuelles Eingreifen weitestgehend verhindert und auf diese Weise das Fehlerpotenzial minimiert.

In Bezug auf den IFRS 7 lassen sich beispielhaft drei Themenbereiche identifizieren, die häufig durch manuelle, zeitaufwendige Prozesse geprägt sind und demnach ein hohes Automatisierungspotenzial in sich tragen: 

  • Exposure-Ermittlung/Sensitivitätsanalyse
  • Liquiditätsanalyse
  • Hedge Accounting

Exposure Ermittlung/Sensitivitätsanalyse

Ausgangspunkt der Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40 ist stets die Ermittlung des jeweiligen Nettoexposure. Im Währungsbereich bedingt dies eine konzernweite Aggregation aller Fremdwährungspositionen, deren Nettodarstellung sowie Abgrenzung in Bezug auf deren Eigenkapital-Effekt einerseits und GuV-Effekt andererseits. Typischerweise sind innerhalb dieses Prozesses mehrere Systeme involviert sowie eine hohe Anzahl an manuellen Korrekturen und Anpassungen erforderlich. Ein entsprechendes Fehlerpotenzial ist dabei vorprogrammiert. Intransparenz innerhalb dieser Prozesse birgt gleichermaßen Risiken, sowohl für den Berichtersteller als auch für den Abschlussprüfer. 

Liquiditätsanalyse

Die Liquiditätsanalyse zeichnet sich gleichermaßen durch ein Sammelsurium an Daten aus. So sind in diese gemäß IFRS 7.39 sämtliche undiskontierte Zahlungsströme aus derivativen und originären Finanzverbindlichkeiten einzubeziehen. Dazu zählen neben Derivaten insbesondere Anleihen, Schuldscheindarlehen, Bankkredite sowie weitere Instrumente der Finanzierung, aber auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Während letztere typischerweise dem ERP eines Unternehmens zu entnehmen sind, werden Derivate regelmäßig im TMS (Treasury Management System) geführt. Anleihen und Schuldverschreibungen werden wiederum in anderen IT-Modulen geführt. Auch hier führen größere Mengen an Daten regelmäßig zu deren Verarbeitung in excelbasierten Lösungen, die fehleranfällig und durch manuelle Eingriffe gekennzeichnet sind.

Hedge Accounting

Seit Einführung des IFRS 9 sind in den Notes zum Hedge Accounting gemäß IFRS 7.23B die durchschnittlichen Sicherungskurse der im Hedge Accounting designierten Sicherungsgeschäfte anzugeben. Zwar liegen diese regelmäßig im TMS auf Einzelgeschäftsebene vor, jedoch Bedarf es hierzu einer Aggregation je Risikoart, Währung und Laufzeitband, was gleichermaßen manuelle Eingriffe bedingt. Auch hier würden automatisierte Lösungen Abhilfe schaffen, um auf diese Weise Prozesse zu verschlanken und manuelle Fehler zu reduzieren.

Fazit

Es ist nicht abzusehen, dass es in Zukunft zu einer Komplexitätsreduktion in der IFRS-Berichterstattung kommen wird. Daher ist es vor dem Hintergrund deutlich steigender Anforderungen notwendig, eine Automatisierung der Anhangangaben voranzutreiben, wobei insbesondere der IFRS 7 große Potenziale der Automatisierung mit sich bringt. 

Das Finanz- und Treasury Management der KPMG bietet hierzu – in Zusammenarbeit mit KPMG Lighthouse – eine cloudbasierte Plattform, die KPMG Sofy Suite, an, in die aus jeglichen bereits bestehenden Vorsystemen Daten eingespielt, zielführend verarbeitet und ausgewertet werden können. Die KPMG Sofy Suite funktioniert dabei wie eine App, die von vielen dezentralen Einheiten und Ansprechpartnern innerhalb eines Konzernverbunds genutzt werden kann. 

Durch diese Verknüpfung von Fachlichkeit und Technik ist die KPMG bestens für Sie aufgestellt und steht Ihnen für einen inhaltlichen Austausch gerne zur Verfügung. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 103, Juli/August 2020

KPMG Corporate Treasury News

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