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KPMG Retail Sales Monitor, Ausgabe 2/2020 – Fokus: Auswirkungen der Corona-Krise auf Verbraucher und Handel

KPMG Retail Sales Monitor, 2/2020 – Fokus: Corona-Krise

Geschlossene Modegeschäfte, boomendes E-Food-Geschäft: Selten verlief die Entwicklung in den verschiedenen Branchen des Einzelhandels so unterschiedlich wie in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie.

Ansprechpartner

Stephan Fetsch

Partner, Deal Advisory, Head of Retail, Head of Consumer Goods

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Die Ausbreitung des Coronavirus und die behördlich angeordneten Kontaktbeschränkungen haben das Kauf- und Konsumverhalten der Verbraucher in Deutschland in den vergangenen Monaten stark beeinflusst. Unser Newsletter „Retail Sales Monitor” beschreibt detailliert die Auswirkungen der Pandemie im Handel. Eine Chronologie zeigt die wichtigsten Eckpunkte der Krise auf. 

Bereich Textil verzeichnet massiven Umsatzeinbruch

Insgesamt stieg der Umsatz im Einzelhandel im ersten Quartal 2020 um 2,5 Prozent. Allerdings zeigt sich ein sehr differenziertes Bild in der Branche, da sie auf unterschiedliche Weise von der Corona-Krise betroffen war:

  • Der LEH verzeichnete in den ersten Wochen der Corona-Krise einen Umsatzanstieg, insbesondere der Bereich E-Food legt im ersten Quartal 2020 kräftig zu (+28 Prozent).
  • Auffällig waren die extremen Absatzzuwächse bei bestimmten Waren des täglichen Bedarfs (Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, Seife, Mehl, Teigwaren). Mittlerweile hat sich die Nachfrage größtenteils normalisiert.
  • Andere Bereiche des Einzelhandels erlebten aufgrund von Ladenschließungen teils starke Umsatzrückgänge. Besonders betroffen waren die Modeeinzelhändler, die im März Umsatzeinbußen von über 50 Prozent hinnehmen mussten. Um in dieser Lage die laufenden Kosten im Griff zu behalten, wurden vielfach Mieten ausgesetzt, reduziert oder gestundet.
  • Auch der Einzelhandel mit Unterhaltungselektronik verzeichnet im März einen starken Umsatzrückgang von über 30 Prozent.
  • Der Versand- und Onlinehandel konnte im ersten Quartal von der Corona-Pandemie nur geringfügig profitieren.

Die Verbreitung des Virus wirkte sich in den vergangenen Monaten auch auf die Beschaffungslogistik aus. Mehr als die Hälfte der Logistikleiter im Handel erhielten Anlieferungen zeitlich verzögert oder mit reduzierten Mengen. Auch komplette Lieferausfälle kamen häufig vor. Zudem waren Auswirkungen auf die Intralogistik festzustellen, beispielsweise veränderte Bestellmengen aus den Filialen.

Verbraucherverhalten am POS stark verändert

Konsumenten bevorzugen aufgrund der gebotenen sozialen Distanz Selbstbedienungskassen im LEH. Ihr Anteil erhöhte sich während der Krise signifikant. Gründe dafür sind vor allem in der Reduzierung des Kontakts zu anderen Menschen zu sehen und in der Vermeidung, das Band, Trenner bzw. die Kasse anzufassen. Auch bargeld- und kontaktlose Zahlungen sind stark in der Gunst der Kunden gestiegen. Laut ersten Prognosen hat der Anteil von Kartenzahlungen im LEH um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen.    

Mehr als 80 Prozent der Branchenunternehmen haben Hygiene- und Regulierungsmaßnahmen umgesetzt (z. B. Zugangsbeschränkungen in die Märkte, Bodenmarkierungen zur Einhaltung des Mindestabstands, Plexiglasscheiben an Kassen, Anpassung der Reinigung). Mit diesen Vorkehrungen fühlen sich die Konsumenten im Handel gut geschützt, ergab eine Befragung Ende April. 

Die Konsumenten schauen angesichts der weiteren Unsicherheit in der „neuen Normalität“ deutlich pessimistischer in die Zukunft als vor Beginn der Krise. Die Verbraucherstimmung im HDE-Konsumbarometer ist im Mai auf ein historisches Tief gefallen, bessert sich aber langsam auf niedrigem Niveau.

Alle relevanten Zahlen zu den Entwicklungen im deutschen Einzelhandel im ersten Quartal 2020 haben wir für Sie hier zusammengetragen:

Gemeinsam mit dem EHI beleuchten wir vier Mal im Jahr im KPMG Retail Sales Monitor die Entwicklungen, Trends und Treiber der Branche. Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren. 

KPMG Retail Sales Monitor

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