IASB veröffentlicht COVID-19-bedingte Änderungen an IFRS 16

Der IASB hat ein Amendment zu IFRS 16 herausgegeben, um Leasingnehmern die Bilanzierung von Zugeständnissen aufgrund von COVID-19 zu erleichtern.

IFRS 16 Amendment, um Leasingnehmern die Bilanzierung von Zugeständnissen zu erleichtern.

IFRS 16 enthält Regelungen, wie ein Leasingnehmer Änderungen der Leasingzahlungen, einschließlich Mietzugeständnisse, bilanziell erfassen muss. Dabei muss der Leasingnehmer grundsätzlich für jeden einzelnen Leasingvertrag zuerst einschätzen, ob die Mietzugeständnisse Änderungen des Leasingverhältnisses (lease modifications) darstellen. Solche Änderungen führen zu für sich genommen mit vertretbarem Aufwand durchführbaren Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten. Diese Beurteilung für eine Vielzahl an Leasingverträgen und die Durchführung der Neubewertungen könnten sich jedoch in Anbetracht der zahlreichen Herausforderungen während der Coronavirus-Pandemie praktisch als schwierig erweisen.

Die praktische Erleichterung befreit den Leasingnehmer bei Inanspruchnahme unter bestimmten Voraussetzungen und zeitlich befristet von der Beurteilung, ob die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gewährten Zugeständnisse als Änderung des Leasingverhältnisses anzusehen sind. Damit wird es dem Leasingnehmer ermöglicht, diese Mietzugeständnisse nicht nach den Regelungen für Änderungen des Leasingverhältnisses zu bilanzieren, sondern so, als wären es keine Änderungen des Leasingverhältnisses. Die Erleichterung soll dabei lediglich für Mietzugeständnisse gelten, die bis zum 30. Juni 2021 fällige Mietraten reduzieren.

Das Amendment ist grundsätzlich auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist auch für per 28. Mai 2020 noch offene Abschlüsse mit einem Stichtag vor diesem Datum zulässig. Die Anwendung setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.

Das Amendment steht hier zur Verfügung.

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