close
Share with your friends

Sind nicht-finanzielle Vermögenswerte wertgemindert – z.B. Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte?

Die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus können dazu führen, dass die wirtschaftliche Tätigkeit von Unternehmen erheblich beeinträchtigt ist.  Diese Beeinträchtigungen können im ersten Quartal 2020 eine Überprüfung der nicht-finanziellen Vermögenswerte auf Wertminderung auslösen. Die Schätzung der künftigen Cashflows zur Berechnung des erzielbaren Betrags ist angesichts des hohen Maßes an Unsicherheit eine Herausforderung.  

Woraus ergeben sich Indikatoren für eine Wertminderung?

Viele Länder ergreifen drastische Maßnahmen, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Diese Maßnahmen haben die wirtschaftlichen Aktivitäten und die Wirtschaftslage stark beeinträchtigt und die Geschäftstätigkeit von Unternehmen weltweit gestört. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die: 

  • von Lieferketten abhängig sind oder Produktionsstätten in Ländern haben, die von Covid-19 erheblich betroffen sind; 
  • mit Ländern handeln, die von Covid-19 erheblich betroffen sind;
  • die von einem Rückgang der Nachfrage nach ihren Produkten oder Dienstleistungen oder von staatlichen Restriktionen betroffen sind.

Darüber hinaus hat die Zunahme der wirtschaftlichen Unsicherheit seit Januar zu einem starken Rückgang der Kurse an den Aktienmärkten geführt. 

Bestimmte Branchen wie Tourismus, Unterhaltung, Einzelhandel, Bauwesen, verarbeitendes Gewerbe und Bildung sind von den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus signifikant betroffen. Erhebliche Auswirkungen können sich auch für Unternehmen in der Rohstoffindustrie angesichts des Rückgangs von Rohstoffpreisen (z.B. Ölpreis) ergeben. Dies gilt auch für Unternehmen in Ländern, die in hohem Maße von solchen Rohstoffen abhängig sind und daher einem größeren Risiko negativer wirtschaftlicher Auswirkungen ausgesetzt sind.

Da zudem das Kreditausfallrisiko gestiegen ist, können Insolvenzen und Ausfälle den Bankensektor beeinträchtigen. 

Covid-19 führt daher für viele Unternehmen zu wesentlich schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zunehmender Unsicherheit in der wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Veränderungen können Indikatoren für sog. „triggering events“ i.S.v. IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten sein. Liegen diese im ersten Quartal 2020 vor, ist zum Quartalsende verpflichtend ein Wertminderungstest durchzuführen.  

Was ist bei der Schätzung von Cashflows zu beachten?

Wenn Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen, muss der erzielbare Betrag – d.h. der höhere der beiden Werte von Nutzungswert (Value in Use) und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung (Fair Value less costs of disposal) - geschätzt werden. Die Schätzung des erzielbaren Betrags erfordert i.d.R. eine Prognose der zukünftigen Cashflows. Diese Schätzung unterliegt erheblichen Unsicherheiten, wie z.B. bei der Beurteilung: 

  • von Art, Ausmaß und Dauer der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus,
  • des Zeitraums bis zur erfolgreichen Eindämmung von Covid-19 und Normalisierung der Geschäfte, 
  • des erwarteten Verlaufs der wirtschaftlichen Erholung und der Wahrscheinlichkeit einer Rezession, und 
  • der dauerhaften strukturellen Auswirkungen.

Die Schätzung der künftigen Cashflows kann angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit eine besondere Herausforderung darstellen. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts (Value in Use) müssen die Cashflow-Prognosen auf vernünftigen und vertretbaren Annahmen beruhen. Sie müssen der besten Schätzung der Geschäftsleitung für die Bandbreite wirtschaftlicher Bedingungen entsprechen, die über die verbleibende Nutzungsdauer des zu bewertenden Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit (CGU) zu erwarten sind. Externe Hinweise sind dabei stärker zu gewichten. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung (Fair Value less costs of disposal) werden die Schätzungen und Annahmen aus der Sicht der Marktteilnehmer verwendet. Wegen der hohen Unsicherheit bei der Schätzung der künftigen Cash Flows im Rahmen der Ermittlung des Value in Use bzw. des Fair Value less costs of disposal könnte es hilfreich sein, sich auf die Prognosen angesehener Organisationen und Institutionen wie OECD, IWF und Zentralbanken zu stützen. Diese können z.B. Aussagen zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Eindämmung des Coronavirus, zum erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung sowie zum erwarteten Verlauf der wirtschaftlichen Erholung (z.B. V-förmige, U-förmige, L-förmige oder andere) enthalten. 

Um die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte abzufedern, haben sich Regierungen und internationale Organisationen zu fiskalischen Anreizen, zu Liquiditätshilfen und sonstiger finanzieller Unterstützung verpflichtet.  Auch diese Maßnahmen sollten sich ggfs. in den Cashflow-Prognosen auf der Grundlage der zum Bewertungszeitpunkt verfügbaren Informationen widerspiegeln. 

Welche Angaben müssen im Anhang gemacht werden?

IFRS-Konzernabschluss mit Bilanzstichtag nach dem 31.12.2019

Im Zusammenhang mit der Werthaltigkeitsprüfung von Goodwill und immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer verlangt IAS 36 die Offenlegung der wesentlichen Annahmen, die zur Bestimmung des erzielbaren Betrags verwendet werden.  Führt die Änderung einer wesentlichen Annahme dazu, dass der Buchwert der Cash Generating Unit ihren erzielbaren Wert übersteigt, und ist eine solche Änderung realistischerweise möglich, sind zudem Angaben zu den Sensitivitäten erforderlich.

Darüber hinaus sind nach IAS 1 Darstellung des Abschlusses die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige wesentliche Quellen von Schätzunsicherheiten zum Bilanzstichtag offenzulegen, durch die ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich wird.  

Verkürzte Zwischenberichte gem. IAS 34

Nach IAS 34 Zwischenberichterstattung sind Art und Umfang von Schätzungsänderungen offenzulegen. Darüber hinaus sind Wertminderungsverluste Beispiele für Ereignisse und Transaktionen, für die, wenn sie wesentlich sind, Angaben gemäß IAS 34 erforderlich sind. Zwar sind nicht sämtliche Angaben nach IAS 36 vorgeschrieben, in Anbetracht der wirtschaftlichen Unsicherheiten kann es im Einzelfall jedoch angebracht sein, die nach IAS 36 vorgesehenen Angaben zum Teil oder vollständig in den Zwischenbericht aufzunehmen. 

Welche Überlegungen sollten jetzt vom Management im Hinblick auf Wertminderungstests nach IAS 36 angestellt werden?

Überlegen Sie, ob:

  • es Anzeichen für eine Wertminderung der Cash Generating Units oder von Vermögenswerten des Unternehmens gibt, wie z.B. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien;
  • ob die Annahmen in Bezug auf die Dauer und Schwere der Auswirkungen von Covid-19 mit den Prognosen von Zentralbanken oder anderen Organisationen übereinstimmen; 
  • die Cashflow-Prognosen auf der Grundlage der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Informationen Folgendes widerspiegeln:
    • Angebot von und Nachfrage nach den Produkten oder Dienstleistungen der Geschäftseinheit
    • den Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität
    • die Auswirkungen von Transport-, Reise- und Quarantänebeschränkungen
    • die Auswirkungen von Wechselkursen und Rohstoffpreisen
    • die fiskalischen Anreize, Liquiditätshilfe und sonstige finanzielle Unterstützung
  • die Angaben zur Sensitivität und zu den wichtigsten Annahmen und Hauptquellen von Schätzunsicherheiten im Konzernabschluss aus Sicht der Abschlussadressaten erforderlich sind und ob solche Angaben auch im Zwischenbericht gemacht werden sollten. 

Zurück zur FAQ Übersicht 

Sind die beizulegenden Zeitwerte angemessen bestimmt?

Der Ausbruch von Covid-19 hat die Finanzmärkte erheblich beeinträchtigt. Im ersten Quartal 2020 sind die Kurse an den Aktienmärkten deutlich zurückgegangen und die Volatilität hat zugenommen. Die Renditen von Staatsanleihen haben ein Rekordtief erreicht, und der Credit-Default-Swap-Index (CDX) ist sprunghaft angestiegen, was die Sorge vor Unternehmensinsolvenzen und Kreditausfällen widerspiegelt. Der Rückgang des risikofreien Zinssatzes wird sich aufgrund des Anstiegs der Kredit- und Liquiditätsrisikoprämien (bzw. der Eigenkapitalrisikoprämien) nicht unbedingt in einem Rückgang der Fremdkapitalkosten (oder Kapitalkosten) eines Unternehmens niederschlagen.

Der beizulegende Zeitwert ist eine marktbasierte Bewertung - er wird unter Verwendung von Annahmen bestimmt, die von den Marktteilnehmern verwendet werden und die die Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Bewertung widerspiegeln. Gemäß IFRS 13 Bewertung des beizulegenden Zeitwerts liefert ein auf einem aktiven Markt notierter Preis den verlässlichsten Nachweis des beizulegenden Zeitwerts. Wenn ein solcher Preis verfügbar ist, muss er zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendet werden. Die Verwendung von nach dem Bewertungsstichtag erlangten Erkenntnissen oder die Anpassung für etwas, das angesichts späterer Änderungen der Marktpreise als Preisdruck am Bewertungsstichtag angesehen werden kann, ist nicht zulässig (IFRS 13.77, 79).

Eine Bewertung, bei der wesentliche nicht beobachtbare Daten verwendet werden, stellt eine Herausforderung dar, insbesondere in Zeiten, in denen - wie momentan der Fall - die Märkte volatil und die wirtschaftlichen Aussichten höchst unsicher sind und sich schnell ändern können. 

Was ist bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zu berücksichtigen?

"Nicht beobachtbare Inputfaktoren" sind Inputfaktoren, für die keine Marktdaten verfügbar sind und die unter Verwendung der besten verfügbaren Informationen über die Annahmen, die die Marktteilnehmer bei der Preisgestaltung des Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit treffen würden, einschließlich der Annahmen über Risiken, entwickelt werden. Nicht beobachtbare Inputfaktoren, die bei der Bewertung verwendet werden, können erhebliche Anpassungen erfordern, um die Risiken und unsicheren Marktbedingungen am Bewertungsstichtag widerzuspiegeln (IFRS 13. App. A).

Zu den wichtigsten Schlüsselfaktoren und Risiken, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts mit Hilfe einer Bewertungstechnik zu berücksichtigen sind, gehören die Folgenden:

  • Umfang der wirtschaftlichen Aktivitäten:  Die zur Eindämmung des Virus ergriffenen Maßnahmen können zu einer erheblichen Verringerung der wirtschaftlichen Aktivitäten wie z.B. Produktion von und Nachfrage nach Gütern sowie Dienstleistungen führen und sich negativ auf die prognostizierten Cashflows auswirken, die im Rahmen einer einkommensbasierten Bewertungsmethode (z.B. Discounted Cash Flow Verfahren) verwendet werden.
  • Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko: Das unsichere wirtschaftliche Umfeld hat bei vielen Unternehmen zu einem Anstieg des Kredit- und Liquiditätsrisikos geführt. Das eigene Kreditrisiko und/oder das Kreditrisiko der Gegenparteien, die im Rahmen bestimmter Bewertungstechniken berücksichtigt werden, können daher zunehmen.
  • Prognoserisiko: Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sollten die größere Unsicherheit bei der Erstellung von Wirtschafts- und Finanzprognosen in der nahen Zukunft widerspiegeln, da es schwierig ist, das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 vorherzusagen. 
  • Wechselkursrisiko: Unternehmen mit umfangreichem Verkauf oder Einkauf in Fremdwährungen können durch Wechselkursschwankungen nachteilig beeinflusst werden.   
  • Rohstoffpreisrisiko: Unternehmen in der Rohstoffindustrie können von einem Rückgang der Rohstoffpreise erheblich betroffen sein. Auch Unternehmen in Ländern, die wirtschaftlich von diesen Rohstoffen abhängig sind, können einem größeren Risiko negativer wirtschaftlicher Auswirkungen unterliegen.

Die Quantifizierung von Risikoprämien und sonstigen Anpassungen infolge dieser Risiken ist in erheblichem Umfang ermessensbehaftet. Zudem kann sich die Anzahl der Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, die als Stufe 3 in der Fair-Value-Hierarchie eingestuft sind, erhöhen (z.B. aufgrund nicht beobachtbarer Faktoren wie dem Kreditrisiko, das nun im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld wesentlich wird). 

Welche Angaben müssen im Anhang gemacht werden?

IFRS-Konzernabschluss mit Bilanzstichtag nach dem 31.12.2019

Angesichts der Auswirkungen der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit auf die Prognose von Cashflows und sonstigen nicht beobachtbaren Inputfaktoren, die im Rahmen von Bewertungsverfahren verwendet werden (z.B. bestimmte risikobereinigte Diskontierungssätze), müssen Unternehmen möglicherweise Sensitivitäten angeben - zusammen mit der Darstellung der wichtigsten Annahmen und Beurteilungen des Managements -, damit die Abschlussadressaten verstehen können, wie der beizulegende Zeitwert bestimmt wurde. Diese Angaben sind sowohl nach IFRS 13 Bewertung des beizulegenden Zeitwerts als auch nach IAS 1 Darstellung des Abschlusses erforderlich. IFRS 13 enthält auch spezifische Angabepflichten, wenn Beträge in die Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie übertragen werden, einschließlich der Angabe von Sensitivitäten (IFRS 13.93(e)(iv), 93(h), IAS 1.125, 129).

Verkürzte Zwischenberichte gem. IAS 34

IAS 34 Zwischenberichterstattung verlangt viele der Anhangangaben nach IFRS 13 zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert, einschließlich der Angaben zu Sensitivitäten und zu wesentlichen Transfers zwischen den Ebenen der Fair-Value-Hierarchie. Darüber hinaus fordert IAS 34 die Erläuterung von Ereignissen und Transaktionen, die für das Verständnis der Veränderungen der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens seit dem letzten Bilanzstichtag von Bedeutung sind. Sofern für das Verständnis der aktuellen Zwischenberichtsperiode wesentlich, können daher auch Angaben zum beizulegenden Zeitwert nicht-finanzieller Vermögenswerte und nicht-finanzieller Verbindlichkeiten notwendig sein. Dies ist z.B. der Fall, wenn sich der beizulegende Zeitwert erheblich ändert (IAS 34.15, 16A(j)).

Welche Überlegungen sollten jetzt vom Management im Hinblick auf die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angestellt werden?

Überlegen Sie, ob die Bewertung:

  • die Annahmen der Marktteilnehmer widerspiegelt, und auf den verfügbaren Informationen und den Marktbedingungen am Bewertungsstichtag basieren; und
  • Risikoprämien berücksichtigt, die sich aus der erhöhten Unsicherheit und anderen Auswirkungen von COVID-19 ergeben. 
  • Prüfen Sie, ob nicht beobachtbare Faktoren wesentlich geworden sind, was zu einer Einstufung in Stufe 3 führen und zusätzliche Angaben erfordern würde.
  • Erwägen Sie eine Erweiterung der Angaben zu den wichtigsten Annahmen, Sensitivitäten und Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten.

Zurück zur FAQ Übersicht 

Sind aktive latente Steuern noch werthaltig?

Angesichts der weltweiten Verbreitung des Coronavirus sehen sich viele Unternehmen mit beispiellosen Herausforderungen konfrontiert, die sich nachteilig auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken können. Um ihnen zu helfen, ergreifen viele Regierungen spezifische Maßnahmen. Sowohl die aktuellen Herausforderungen als auch die Maßnahmen der Regierung können sich auf die Prognose der künftigen steuerpflichtigen Gewinne eines Unternehmens auswirken.

Auch bei der Bilanzierung latenter Steueransprüche sind die Auswirkungen geänderter Prognosen und die Wahrscheinlichkeit künftiger steuerpflichtiger Gewinne zu berücksichtigen.

Was ist bei der Ermittlung der künftigen steuerpflichtigen Gewinne zu beachten?

Gemäß IAS 12 Ertragssteuern wird ein latenter Steueranspruch für abzugsfähige temporäre Differenzen und nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge (Steuergutschriften) in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden (IAS 12.24, 34).

Der Betrag der künftigen steuerpflichtigen Gewinne, der bei der Beurteilung der Werthaltigkeit eines latenten Steueranspruchs zu berücksichtigen ist, entspricht nicht dem künftigen zu versteuernden Ergebnis nach den Steuergesetzen. Um zu bestimmen, ob künftige zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden, berücksichtigt ein Unternehmen zunächst die Verfügbarkeit qualifizierter zu versteuernder temporärer Differenzen und dann die Wahrscheinlichkeit anderer künftiger zu versteuernder Gewinne sowie Steuergestaltungsmöglichkeiten. Mit anderen Worten, wenn ein Unternehmen Verluste macht, kann es immer noch einen latenten Steueranspruch erfassen, wenn es ausreichend qualifizierte zu versteuernde temporäre Differenzen hat (IAS 12.28-29).

Unter den derzeitigen Bedingungen können die Prognosen eines Unternehmens über künftige steuerpflichtige Gewinne u.a. beeinflusst werden durch:

  • Änderungen in den prognostizierten Ergebnissen - z.B. erwarteter Rückgang der Umsatzerlöse im Vergleich zum Anstieg der Kosten (z.B. durch erforderliche Wertminderungen auf Vorräte, höhere Logistikaufwendungen);
  • Änderungen in den Steuerstrategien eines Unternehmens;
  •  materiellrechtliche Änderungen des Einkommenssteuergesetzes, die als Teil der Maßnahmen einer Regierung als Reaktion auf die Covid-19-Ausbreitung eingeführt wurden - z.B. Steuererleichterungen für bestimmte Einkommensarten, zusätzliche Steuerabzüge, ein reduzierter Steuersatz oder ein verlängerter Zeitraum zur Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen; und
  • Änderungen in den Plänen eines Unternehmens zur Ausschüttung von Gewinnen einer Tochtergesellschaft, die zum Ansatz einer latenten Steuerverbindlichkeit führen können (d.h. zusätzliche zu versteuernde temporäre Differenzen)(IAS 12.39).

Einige dieser Änderungen können künftige zu versteuernde Gewinne verringern, während andere sie möglicherweise erhöhen. Darüber hinaus können sich einige der Änderungen - z.B. die Maßnahmen der Regierung als Reaktion auf Covid-19 - auf den Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen auswirken.

Prognosen der künftigen zu versteuernden Gewinne zwecks Überprüfung latenter Steueransprüche müssen die Erwartungen zum Bilanzstichtag widerspiegeln und auf Annahmen beruhen, die mit denen für andere Werthaltigkeitsbewertungen übereinstimmen - z.B. den Annahmen zur Prüfung der Werthaltigkeit von nicht-finanziellen Vermögenswerten.

Wenn die Ansatzkriterien des IAS 12 erfüllt sind, erfasst das Unternehmen einen latenten Steueranspruch, bewertet mit dem Steuersatz, der bei der Verwertung des zugrunde liegenden Vermögenswertes erwartet wird. Zu verwenden sind dabei die Steuersätze, die zum Bilanzstichtag in Kraft oder im Wesentlichen in Kraft getreten sind (wie bei latenten Steuerschulden und laufenden Steuern; IAS 12.47, 51).

Welche Überlegungen sollten jetzt vom Management im Hinblick auf die Klassifizierung von Anteilen an Geldmarktfonds angestellt werden?

  • Aktualisieren Sie die Prognosen für die Umkehrung steuerpflichtiger temporärer Differenzen und für andere zukünftige steuerpflichtige Gewinne; stellen Sie dabei sicher, dass die Annahmen mit denen übereinstimmen, die für andere Werthaltigkeitsbeurteilungen verwendet werden. 
  • Stellen Sie fest, ob eine materiellrechtliche Änderung des Einkommenssteuergesetzes vorliegt; ggfs. kann sich dies auf den Ansatz und die Bewertung von latenten Steuerforderungen auswirken.
  • Stellen Sie fest, ob die Absicht besteht, die Gewinne einer Tochtergesellschaft auszuschütten, da dies den Ansatz einer latenten Steuerverbindlichkeit auslösen würde. 
  • Überlegen Sie, wie sich die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen auf die Steuerstrategien und -pläne des Unternehmens auswirken könnten.
  • Überlegen Sie, ob es neue Ungewissheiten bezüglich der Einkommenssteuerbehandlung gibt.
  • Denken Sie an eine klare und transparente Offenlegung von Beurteilungen und Schätzungen bei der Erfassung und Bewertung von latenten Steuerforderungen.
  • Behalten Sie die Maßnahmen der Regierung im Auge und überlegen Sie, ob Einkommenssteuererleichterungen verfügbar sein werden.

Zurück zur FAQ Übersicht 

Sind Nutzungsrechte, die aus Leasingverträgen resultieren, wertgemindert?

Viele Unternehmen, die von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie stark betroffen sind, mieten die wesentlichen, in ihrem Unternehmen eingesetzten Vermögenswerte. Dies gilt z.B. für Einzelhändler, die Ladenlokale mieten, sowie für Transport- und Reiseunternehmen, die Flugzeuge, Schiffe oder LKWs mieten.

Die im Rahmen der Leasingverträge entstehenden Nutzungsrechte sind nach den Vorschriften des IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten auf Wertminderung zu prüfen. Dies ist eine bedeutende Änderung mit Inkrafttreten von IFRS 16 Leasing. In der Vergangenheit mussten Leasingnehmer dagegen nach dem Vorgängerstandard IAS 17 beurteilen, ob ein belastender Leasingvertrag vorlag, für den eine Drohverlustrückstellung zu bilden war.

Obwohl die Prüfung auf Wertminderung von Nutzungsrechten im Allgemeinen vergleichbar mit der Prüfung auf Wertminderung anderer nicht-finanzieller Vermögenswerte ist, gelten zusätzliche Überlegungen. 

Leasinggeber wenden in der Regel IFRS 9 Finanzinstrumente an, um Leasingforderungen auf Wertminderung zu prüfen.

Welche Überlegungen muss der Leasingnehmer hinsichtlich potenzieller Wertminderungen der Nutzungsrechte anstellen?

Die Grundsätze und Vorgehensweise von IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten, die für die Wertminderung anderer nicht-finanzieller Vermögenswerte gelten, gelten auch für Nutzungsrechte aus Leasingverträgen. Werden Nutzungsrechte einzelnen Cash Generating Units (CGUs) zugeordnet, wird ein Wertminderungstest nur dann durchgeführt, wenn dies von IAS 36 verlangt wird. Für Leasingverhältnisse könnten jedoch zusätzliche Überlegungen anzustellen sein.

Grundsätzlich wird ein Nutzungsrecht als Teil der größeren Cash Generating Unit, der es zugeordnet wurde, auf Wertminderung geprüft. Ein Nutzungsrecht, das der Definition von Investment Property nach IAS 40 entspricht und zu Anschaffungskosten bewertet wird, wird jedoch separat auf Wertminderung geprüft, da es unabhängige Zahlungsmittelzuflüsse erzeugt. 

Dagegen sind Nutzungsrechte, die der Definition von Investment Property entsprechen und zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vom Anwendungsbereich des IAS 36 ausgeschlossen.

Die mit einem Nutzungsrecht verbundene Leasingverbindlichkeit ist ebenfalls im Buchwert der CGU enthalten, wenn bei einer angenommenen Veräußerung der CGU ein potenzieller Käufer die Leasingverbindlichkeit übernehmen müsste. Die Zuordnung der Leasingverbindlichkeit beeinflusst ebenfalls die Höhe des erzielbaren Betrags.

D.h. wenn der Käufer verpflichtet ist, die Leasingverbindlichkeit zu übernehmen, dann:

  • zieht das Unternehmen den Buchwert der Leasingverbindlichkeit sowohl vom Buchwert der CGU als auch von ihrem Nutzungswert ab; und
  • zieht das Unternehmen den Buchwert der Leasingverbindlichkeit nur vom Buchwert der CGU ab, wenn der erzielbare Betrag der CGU anhand des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (FVLCD) bestimmt wird, da die Leasingverbindlichkeit bereits im beizulegenden Zeitwert abzüglich Abgangskosten der CGU enthalten ist. 

Ist der Käufer nicht verpflichtet, die Leasingverbindlichkeit zu übernehmen, wird die Leasingverbindlichkeit nicht im Buchwert der CGU berücksichtigt. Entsprechend werden auch die Leasingzahlungen nicht in den diskontierten Cashflows berücksichtigt, die zur Ermittlung des Nutzungswertes verwendet werden. In diesem Fall ist auch im beizulegenden Wert abzgl. Abgangskosten die Leasingverbindlichkeit nicht enthalten.

Leasingverträge, bei denen der Leasingnehmer die Ausnahmeregeln anwendet und kein Nutzungsrecht aktiviert

Bei Kurzzeit-Leasingverträgen und bei Leasingverträgen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, kann der Leasingnehmer auf die Anwendung der allgemeinen Bilanzierungsregeln des IFRS 16 verzichten und muss kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit bilanzieren. Bei diesen Leasingverträgen bezieht der Leasingnehmer die zukünftigen Leasingzahlungen in die Cashflow-Prognosen ein, wenn er den erzielbaren Wert der CGU berechnet (IFRS 16.5).

Welche Überlegungen muss der Leasinggeber hinsichtlich potenzieller Wertminderungen anstellen?

Bei Operating-Leasingverhältnissen schließt der Leasinggeber den zugrunde liegenden Leasinggegenstand in den Buchwert der CGU ein und wendet IAS 36 an. Dabei werden die zukünftigen Geldeingänge aus dem Leasingvertrag in die Cashflow-Prognosen einbezogen. Darüber hinaus wendet das Unternehmen IFRS 9 an, um Forderungen aus Operating-Leasingverhältnissen auf Wertminderung zu prüfen.

Auch für die Überprüfung von Forderungen aus Finanzierungsleasing auf Wertminderung wendet ein Leasinggeber im Allgemeinen IFRS 9 an. Die Erfassung von Minderungen des nicht garantierten Restwertes des zugrunde liegenden Vermögenswertes erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 16.

Kann ein Leasingverhältnis den Ansatz einer Drohverlustrückstellung erforderlich machen?

Grundsätzlich wendet ein Leasingnehmer IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen nicht auf Leasingverträge an.

Unter den folgenden besonderen Umständen können Unternehmen jedoch verpflichtet sein, eine Rückstellung gemäß IAS 37 für ihre Leasingverträge zu bilden:

  • für belastende Leasingverträge, auf die das Unternehmen eine der Ausnahmeregelungen für die Erfassung anwendet und kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit bilanziert;
  • für die Nichtleasing-Komponenten in einem Leasingvertrag - z.B. Wartungsverpflichtungen - wenn diese Komponenten belastend werden; und
  • für einen Leasingvertrag, der nach Vertragsabschluss, aber vor dem Mietbeginn belastend wird - d.h. nachdem das Unternehmen vertraglich an den Leasingvertrag gebunden ist, aber bevor es die aus dem Leasingvertrag resultierenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfasst (IAS 37.5(c)).

Welche Angaben müssen im Anhang gemacht werden?

IAS 36 verlangt die Angabe der wichtigsten Annahmen, die zur Bestimmung des erzielbaren Betrags der CGU verwendet werden. Er verlangt auch die Angabe von Sensitivitäten, wenn eine vernünftig mögliche Änderung einer wesentlichen Annahme dazu führen würde, dass der Buchwert der CGU ihren erzielbaren Wert übersteigt.

Darüber hinaus verlangt IAS 1 Darstellung des Jahresabschlusses die Angabe wesentlicher Annahmen, die ein Unternehmen über die Zukunft macht, sowie anderer Hauptquellen der Schätzungsunsicherheiten, die zu einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr führen können (IAS 1.125, 129, 36.134(d)-(f)).

Welche Überlegungen sollten jetzt vom Management im Hinblick auf die Werthaltigkeit von Nutzungsrechten angestellt werden?

  • Beurteilen Sie, ob es für die CGU, die das Nutzungsrecht enthält, Anzeichen für eine Wertminderung gibt.
  • Beurteilen Sie, ob die Anforderungen von IAS 36 bei der Prüfung, ob das Nutzungsrecht in seinem Wert gemindert wurde, angemessen angewendet wurden.
  • Beurteilen Sie, ob Drohverluste berücksichtigt werden müssen.
  • Erwägen Sie die Verbesserung der Angaben zur Sensitivität und der Angaben der wesentlichen Annahmen und der Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten.

Zurück zur FAQ Übersicht 

Welche Auswirkungen kann der Coronavirus-Ausbruch auf die Werthaltigkeit von Vermögenswerten des Umsatzprozesses haben?

Der Ausbruch von Covid-19 wird sich auf die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen und deren Umsatzprozess negativ auswirken. Die Nachfrage der Kunden ist möglicherweise rückläufig oder die Kunden haben Schwierigkeiten, die geschuldete Gegenleistung bei Fälligkeit zu begleichen. Unternehmen können auch Schwierigkeiten bei der Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an Kunden haben - z.B. aufgrund von Unterbrechungen in ihrer Lieferkette oder auferlegten sonstigen Einschränkungen.

Um diese Umstände zum Bilanzstichtag angemessen im Abschluss darzustellen, muss ein Unternehmen beurteilen, ob die mit dem Umsatzprozess verbundenen Vermögenswerte angemessen bewertet sind. Insbesondere sind hierbei folgende Fragestellungen relevant:

  • Sind Forderungen und Vertragsvermögen wertgemindert? 
  • Müssen Vorräte auf den Nettoveräußerungswert abgeschrieben werden?
  • Sind aktivierte Vertragskosten werthaltig?

Diese Schätzungen unterliegen angesichts des beispiellosen Ausmaßes an Ungewissheit zu einem erheblichen Umfang der Ausübung von Ermessen. 

Forderungen und Vertragsvermögenswerte

Infolge der Corona-Krise können Kunden in Schwierigkeiten geraten, die geschuldete Gegenleistung bei Fälligkeit zu begleichen. Unternehmen müssen sowohl Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch Vertragsvermögenswerte („contract assets“) auf Wertminderung gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente prüfen. Etwaige Wertminderungen sind getrennt von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden und von Wertminderungen auf andere Forderungen offenzulegen (IFRS 15.107-108, 113).

Vorräte

Vorräte werden gemäß IAS 2 Vorräte zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverlauf abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und den Verkauf (IAS 2.6).

Der Ausbruch von Covid-19 kann den geschätzten Nettoveräußerungswert auf unterschiedliche Weise beeinflussen.

  • Die geschätzten Verkaufspreise können aufgrund von Änderungen der Kundennachfrage schwanken. 
  • Die geschätzten Kosten für die Fertigstellung können sich wegen erhöhter Material- oder Arbeitskosten ändern.

Ein Unternehmen muss den Nettoveräußerungswert auf der Grundlage der zuverlässigsten Nachweise schätzen. Die Auswirkungen von Ereignissen, die nach dem Ende des Berichtszeitraums eintreten, sind insoweit zu berücksichtigen, als sie Verhältnisse aufhellen, die bereits am Ende der Berichtsperiode bestanden haben. Bei der Schätzung der Nettoveräußerungswerte können wesentliche Ermessensspielräumen bestehen, insbesondere wenn die Vorräte über einen längeren Zeitraum nicht veräußert werden können (IAS 2.30).

Die im Berichtsjahr vorgenommenen Wertminderungen auf Vorräte sind im Anhang anzugeben (IAS 2.36).

Aktivierte Vertragskosten

Die Kosten für die Erlangung und für die Erfüllung eines Vertrags werden gemäß IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden u.a. nur dann aktiviert, wenn ein Ausgleich der Kosten erwartet wird. In Anbetracht der aktuellen Umstände sollten Unternehmen sorgfältig prüfen, ob weitere Vertragskosten zu aktivieren sind und ob die bereits aktivierten Kosten noch werthaltig sind (IFRS 15.91, 95).

Amortisationsperiode

Aktivierte Vertragskosten sind planmäßig in Abhängigkeit davon abzuschreiben, wie die Güter oder Dienstleistungen, auf die sich die Kosten beziehen, auf den Kunden übertragen werden. Aktivierte Vertragskosten können sich auch auf Güter oder Dienstleistungen beziehen, die im Rahmen eines bestimmten erwarteten Vertrags übertragen werden sollen (IFRS 15.99).

Unternehmen müssen sorgfältig abwägen, ob der Ausbruch von Covid-19 den erwarteten Zeitpunkt der Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an den Kunden beeinflusst hat. Möglicherweise sind z.B. die Erwartungen zur Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen durch den Kunden oder zum Abschlusszeitpunkt eines langfristigen Projekts anzupassen. 

Änderungen im Abschreibungsplan von aktivierten Vertragskosten sind als Schätzungsänderung gemäß IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler prospektiv zu erfassen (IFRS 15.100).

Wertminderung

Aktivierte Vertragskosten sind nach den spezifischen Regeln des IFRS 15 auf Wertminderung zu testen. Eine Wertminderung liegt vor, wenn der Buchwert die erwartete verbleibende Gegenleistung für die Güter oder Dienstleistungen abzüglich der mit diesen zusammenhängenden Kosten, die noch nicht als Aufwand gebucht wurden, übersteigt. Für Zwecke dieses Wertminderungstests ist die erwartete Gegenleistung ohne Berücksichtigung der Beschränkung (constraint) nach IFRS 15.56ff. und ohne Berücksichtigung des Kreditrisikos zu schätzen (IFRS 15.101-102).

Der Ausbruch von Covid-19 kann sich auf die Höhe der Gegenleistung auswirken, die ein Unternehmen erwartet - z.B. wegen einer geänderten Schätzung der variablen Gegenleistung, Erhöhungen des Kundenkreditrisikos oder geänderten Erwartungen darüber, ob Kunden Verträge verlängern oder zusätzliche Güter kaufen werden. Unternehmen sollten auch ihre Schätzungen der erwarteten Kosten für die Fertigstellung von Gütern oder Dienstleistungen erneut hinterfragen.

Die Höhe der planmäßigen Abschreibung und etwaiger Wertminderungen in der Berichtsperiode sind im Anhang anzugeben (IFRS 15.128)

Welche Überlegungen sollten jetzt vom Management im Hinblick auf die Werthaltigkeit von absatzbezogenen Vermögenswerten angestellt werden?

  • Ermitteln Sie die Wertminderung sowohl für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 9.
  • Stellen Sie sicher, dass die Schätzungen des Nettoveräußerungswertes für die Vorräte die aktuellsten Erwartungen bezüglich der Verkaufspreise und der voraussichtlichen Kosten bis zur Fertigstellung widerspiegeln.
  • Überlegen Sie, ob die Amortisationsperiode für aktivierte Vertragskosten aktualisiert werden muss. 
  • Testen Sie aktivierte Vertragskosten auf Wertminderung gemäß den Anforderungen von IFRS 15. Berücksichtigen Sie hierbei Änderungen des erwarteten Betrags der Gegenleistung und der voraussichtlichen Kosten für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen.
  • Vermitteln Sie klare und aussagekräftige Informationen zu den Ermessensspielräumen und Schätzungen im Rahmen der Bewertung von umsatzbezogenen Vermögenswerten.

Zurück zur FAQ Übersicht 

© 2020 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ein Mitglied des KPMG-Netzwerks unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Cooperative (“KPMG International”), einer juristischen Person schweizerischen Rechts, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten.