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European Family Business Barometer 2019: Innovation im Fokus

European Family Business Barometer 2019

Unsere Umfrage zeigt: Deutsche Familienunternehmer blicken etwas weniger zuversichtlich nach vorn, im Vergleich mit dem Vorjahr als auch mit europäischen Unternehmen.

Dr. Vera-Carina Elter

Vorstand für Personal & Familienunternehmen

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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European Family Business Barometer

Die Rekrutierung von Top-Talenten ist für Familienunternehmen in Deutschland und Europa weiterhin schwierig. Das ergab das achte „Family Business Barometer“ von KPMG. Die Umfrage entstand in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verband der Familienunternehmen (EFB) und dem Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER.

Zwei von drei befragten deutschen Familienunternehmen (65 Prozent) nannten die Gewinnung von Fachkräften als eine der momentan größten Herausforderungen, ebenso viele wie im „Family Business Barometer“ vor einem Jahr. Im europäischen Durchschnitt lag der Anteil der Familienunternehmen, die im Fachkräftemangel eine der größten Schwierigkeiten sehen, bei 63 Prozent, nach 53 Prozent im Vorjahr.

Für das aktuelle „Family Business Barometer“ wurden im Sommer 2019 mehr als 1.600 Familienunternehmen aus 26 europäischen Ländern befragt. Aus Deutschland nahmen 305 Familienunternehmer teil. Deren Ergebnisse präsentieren wir Ihnen als deutsche Sonderauswertung mit den Schwerpunktthemen Wachstum, digitale Transformation und Anteilsverkauf.

Als weitere entscheidende Herausforderungen wurden von deutschen Familienunternehmern die Änderung gesetzlicher Vorschriften (73 Prozent) und politische Unsicherheit (62 Prozent) genannt.

Dazu sagt Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V.: „Die Familienunternehmen in Deutschland sind bei vielen technischen Innovationen sehr gut aufgestellt. In Zeiten zunehmender globaler Unsicherheit muss die Politik in Deutschland und Europa die Planungssicherheit für Unternehmen am Standort Europa erhöhen. Zum Beispiel braucht es bei den Antworten auf den Klimawandel neben verlässlichen und realistischen Zielvorgaben vor allem auch entsprechende Umsetzungspläne.“

Ein weiteres Thema, das viele Familienunternehmer in Deutschland bewegt, ist die Cyber-Sicherheit (62 Prozent). Dieses Thema spielt für Familienunternehmen in Europa insgesamt eine weniger wichtige Rolle. Dafür bereitet eine sinkende Profitabilität vielen europäischen Familienunternehmern besondere Sorge – ein Aspekt, der für deutsche Familienbetriebe etwas weniger relevant ist.

Optimismus lässt nach

Die Stimmung unter den deutschen Familienunternehmern hat sich eingetrübt. Nur noch jeder Zweite (50 Prozent) sieht den nächsten zwölf Monaten zuversichtlich entgegen – bei der Umfrage vor einem Jahr waren es noch 68 Prozent. Damit sind die Deutschen konservativer als die Familienunternehmer auf europäischer Ebene: Dort zeigen sich 62 Prozent positiv gestimmt (2018: 73 Prozent).

Zugleich ist der Anteil der Familienunternehmen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten ihren Umsatz um bis zu 50 Prozent steigern konnten, in Deutschland niedriger als in Gesamteuropa (50 Prozent versus 59 Prozent).

Innovation wird stärker fokussiert

Familienunternehmen reagieren auf die unsichere, dynamische Lage, indem sie Innovation in den Vordergrund stellen. Fast drei Viertel der befragten europäischen Familienbetriebe (72 Prozent) gaben an, dass es für sie in den nächsten zwei Jahren sehr wichtig oder extrem wichtig wird, innovativer zu werden. In Deutschland liegt der Anteil bei 64 Prozent.

„Familienunternehmen sind stark auf Innovationen ausgerichtet. Aus diesem Grund engagieren sich viele deutsche Familienunternehmen in Innovation Hubs und arbeiten mit kleineren, agileren Start-ups zusammen – sei es durch Direktinvestitionen, Kooperationen, gemeinsame Entwicklungen von Produkten oder auf andere Weise. Die Zusammenarbeit mit Start-ups ermöglicht es Familienunternehmen, sich mit neuen Geschäftsfeldern und -ideen auseinanderzusetzen, welche erforderlich sind, um schnell voranzukommen und Innovationen zu beschleunigen“, sagt Dr. Vera-Carina Elter, Vorstand für Personal & Familienunternehmen bei KPMG in Deutschland.

Nachfolgefrage bleibt ein großes Thema

Die Unternehmenskontrolle auf die nächste Generation zu übertragen, ist eine der größten Aufgaben in familiengeführten Unternehmen. 40 Prozent der deutschen und 32 Prozent der europäischen Familienunternehmer nannten dabei die Identifizierung des Nachfolgers als große Herausforderung. Schwierig sei außerdem, die Nachfolger zum Beitritt zu motivieren (34 Prozent Deutschland, 29 Prozent Europa).

Sonderauswertung Deutschland: Schnellüberblick

Deutsche Familienunternehmen weiten zunehmend ihre internationalen Aktivitäten aus – der Fokus verschiebt sich dabei von Europa auf Gebiete außerhalb unseres Kontinents. Besonders deutlich wächst die Attraktivität des Wachstumsmarkts Afrika: Vor einem Jahr konnten sich nur 0,4 Prozent der Familienunternehmer geschäftliche Aktivitäten auf dem Kontinent vorstellen; jetzt waren es 3 Prozent. Für Asien stieg das Interesse von 5 auf 12 Prozent. Ebenso nahm die Bedeutung von Nord-, Mittel- und Südamerika zu. Entsprechend geringer ist das Gewicht der europäischen Aktivitäten. Allerdings ist auch der Anteil derer, die aktuell keine Wachstumspläne verfolgen, von 32 auf 37 Prozent gestiegen.

Familienunternehmen in Deutschland befassen sich intensiv mit der digitalen Transformation. Die strategische Auswertung von Daten (Data & Analytics) bleibt hierbei weiter das wichtigste Thema. Allerdings weiten die Unternehmen zunehmend ihren Blick auf andere Themen aus. So spielt die Datenspeicherung in Cloud-Anwendungen eine zunehmend wichtigere Rolle.

In welche Bereiche wollen Familienunternehmen in Deutschland und Europa in den kommenden zwölf Monaten investieren? Welche Finanzierungsoptionen finden sie dabei besonders attraktiv? Wie sehen die Governance-Strukturen in deutschen und europäischen Familienunternehmen aus? Welche Optionen ziehen deutsche Familienunternehmer im Fall eines Anteilsverkaufs in Betracht?

Die Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier:

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