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Das Ende des IBOR

Das Ende des IBOR

Das passiert in der Phase 2

Ralph Schilling

Partner, Finance Advisory, Head of Finanz- und Treasury Management

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Das Ende des IBOR

Phase 1 ist abgeschlossen

Ende 2012 wurde eine Reform der Referenzzinssätze wie zum Beispiel des EURIBOR und des LIBOR als Konsequenz von Zinssatzmanipulationen auf den Weg gebracht. Das IASB hat sich im laufenden Jahr intensiv mit den möglichen Auswirkungen dieser Reform auf die Bilanzierung beschäftigt und ein zweistufiges Projekt zur Betrachtung etwaiger Erleichterungen auf die Bilanzierung und die Finanzberichterstattung initiiert. 

Im Newsletter vom November haben wir über die Finalisierung der Phase 1 berichtet, die Änderungen des IAS 39, IFRS 9 und IFRS 7 mit sich gebracht hat. Die erste Phase hat sich mit der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung spezifischer Hedge Accounting Anforderungen für Sicherungsbeziehungen beschäftigt, die von der IBOR-Reform betroffen sind. Die Erleichterungen haben zum Ziel, dass die IBOR-Reform nicht generell zur Beendigung des Hedge Accountings führen muss.

Während sich die Phase 1 hauptsächlich mit den Auswirkungen vor einer Umstellung der Referenzzinssätze beschäftigt hat, bezieht sich die Phase 2 nun auf mögliche Auswirkungen zum Zeitpunkt der tatsächlichen Umstellung. Die Phase der Unsicherheit ist dann vorbei und spätestens jetzt fallen auch die Erleichterungen der Phase 1 bezogen auf die Anwendung von Hedge Accounting weg. 

Die Phase 2

Die IBOR-Reform wird teilweise die Anpassungen bestehender Verträge notwendig machen. Es wird aber auch Verträge geben, die zwar selber nicht angepasst werden, die Ermittlungsmethodik für den zugrunde gelegten Referenzzins jedoch schon. Das IASB tendiert derzeit dazu, beide Szenarien gleich zu behandeln und zwar wie eine Modifikation, das heißt IFRS 9.5.4.3. Industrieunternehmen werden in Bezug auf Modifikationen hauptsächlich in Bezug auf ihre finanziellen Verbindlichkeiten betroffen sein. Eine Modifikation, die als substantiell eingestuft wird, würde zu einer Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeit gemäß IFRS 9.3.3.2 führen. Eine nicht substantielle Modifikation könnte möglicherweise zu einer unvorhergesehenen erfolgswirksamen Buchwertanpassung führen.

Um die Auswirkungen der Reform möglichst gering zu halten hat das IASB vorläufig entschieden in der Phase 2 auch hier Erleichterungen für die Unternehmen vorzusehen. Diese beziehen sich insbesondere auf den Hinweis, dass es Unternehmen erlaubt sein soll, bei einer Änderung des variablen Zinses aufgrund der IBOR Reform zunächst den IFRS 9 B5.4.5 heranzuziehen. Dieser erlaubt bei variabel verzinsten Instrumenten eine Änderung des Effektivzinses bedingt durch Änderungen von Marktzinsen, so dass diese Änderungen nicht zu erfolgswirksamen Buchwertänderungen führen. Das IASB hat angekündigt, Beispiele bereitzustellen, die diese Herangehensweise im Detail erläutern und welche insbesondere verdeutlichen, welche Modifikationen auf die IBOR Reform zurückgeführt werden können und welche nicht. 

Weitere Themen, die das IASB im Rahmen der Phase 2 behandeln wird, sind die Auswirkung der Reform auf andere Standards und hier insbesondere auf die Anhangangaben. Ebenso wird gerade diskutiert, in welchen Fällen Hedge Accounting weitergeführt werden kann, wenn die Erleichterungen der Phase 1 wegfallen.

Um spätere Überraschungen zu vermeiden und um die möglichen Auswirkungen der IBOR-Reform schon jetzt im Blick zu haben, sollte bereits jetzt eine Aufnahme und Sichtung aller im Bestand befindlichen Finanzinstrumente, die von der IBOR-Reform betroffen sind, erfolgen.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 97, Dezember 2019

KPMG Corporate Treasury News

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