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Treffen der Corporate Treasury Community...

Treffen der Corporate Treasury Community...

... zum dritten #DTRS Digital Treasury Summit in Frankfurt

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DTRS 2019

Am 22. Oktober trafen sich über 100 Teilnehmer aus der Corporate Treasury Community zum dritten Digital Treasury Summit #DTRS im Hilton am Frankfurter Flughafen, um über die neuesten Digitalisierungstrends zu diskutieren. Zehn Softwareanbieter boten zudem in einer Ausstellung im Foyer Informationen zu ihren Lösungen für das Treasury an.

Wie bei den beiden bisherigen #DTRS standen wieder vielfältige Themen aus der aktuellen Entwicklung im Treasury zur Debatte, diesmal unter anderem: Instant Payment, Einsatz Künstlicher Intelligenz (AI) im Zahlungsverkehr, Machine Learning im Treasury, Fraud Prevention und Know Your Customer-Prozesse.

Prof. Dr. Christian Debus eröffnete die Konferenz mit einer Danksagung an alle Teilnehmer, Referenten und Softwareanbieter, die den Erfolg der neuen Treasury-Plattform erst ermöglicht haben und auch in der 3. Auflage diesen hohen Zuspruch zuteilwerden lassen. 

DTRS Welcome

Bild 1: Christian Debus begrüßt die Teilnehmer des dritten Digital Treasury Summits; Quelle: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Thorsten Sellhorn von der Ludwig-Maximilians-Universität München sprach in seiner Keynote über die Digitalisierungstrends im Finanzbereich sowie die zukünftigen Veränderungen und Herausforderungen. Ein Schwerpunkt war die Vorstellung der Ergebnisse aus einer Studie, die von ihm und Prof. Dr. Thomas Hess in Zusammenarbeit mit KPMG zu diesem Thema entstanden ist. Leitmotive der Digitalisierung sind demnach unverändert die Homogenisierung und Standardisierung von Daten und Prozessen. Die Studie zeigt außerdem, dass neue Technologien bislang nur zögerlich Anklang finden.

Einen aktuellen Überblick über Instant Payments – die Mär vom „New Normal“ gaben Gerhard Bystricky (GTB Head of Product Developement Payments) von der UniCredit Bank AG und Sven Korschinowski, KPMG.
Derzeit werden 95% aller Transaktionen über Instant Payments unter 3 Sekunden ausgeführt, sind in 34 Ländern verfügbar. Sie berichteten über neue Services und Businessmodelle die durch Instant Payments entstehen. Zum Beispiel führen Zahlungseingangs-Informationen über Push-Notification oder „Request to Pay“, zu erhöhter Kundenzufriedenheit (Rücküberweisungen, Kulanzzahlungen, etc.) und Bezahlung von sofort verfügbaren Gütern und Dienstleistungen.
Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, Anpassungen in ERP-, Shop und Treasury-Systemen vorzunehmen. 

Eine Live-Abfrage über eine interaktive App zeigte die Einschätzung des Plenums zu Instant Payment als neuen zukünftigen Standard, zu den Risiken bei Echtzeitüberweisungen und zur Veränderung der Treasury-Prozesse durch Instant Payment. Die große Bandbreite der Ergebnisse sorgte während der Mittagspause für reichlich Gesprächsstoff.

Fraud kann jeden treffen! Im wahrsten Sinne des Wortes. Martin Bellin berichtete über einen aktuellen Fall in seinem Unternehmen. Hacker entwickeln sich weiter und nutzen ebenfalls neue Technologien. Die Vielfalt der Angriffe, unter anderem per Ransomware, Fake President oder Deep Fake, machen es den Unternehmen schwer, entsprechend darauf zu reagieren. Durch Absicherung von Workflows, Etablierung von Black/White Listen, Berücksichtigung von Sanktionslisten und Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) können sich Unternehmen vor Betrug besser schützen. Gerade im Zahlungsverkehr bieten neue Technologien zur Identifizierung von Unregelmäßigkeiten einen großen Nutzen, wenn diese mit entsprechenden Daten „gefüttert“ und organisatorisch in die Entscheidungsfindung bei Zahlungsauffälligkeiten eingebunden werden. 

Viola Hechl-Schmied von der ION Group stellte einen Ansatz zu Machine Learning im Cash Forecasting vor. Zunächst wurden verschiedene statistische Methoden mit dem manuellen Forecast sowie Machine Learning verglichen. Auf Basis von Echtdaten aus der Vergangenheit wurden anschließend die Abweichungen betrachtet und bewertet. Der manuelle Forecast wies bereits eine hohe Trefferquote auf, allerdings lag die Zeit für die Erstellung bei einem Tag. Für das maschinelle Lernen wurde auf Basis der Daten ein Algorithmus trainiert, dessen Ergebnis die Vorhersagegenauigkeit des manuellen Forecasts übertraf. Damit der Algorithmus die Prognose-Qualität weiter verbessern kann, bedarf es kontinuierliches Lernen durch reale Kundendaten. Weiterhin müssen Einmal-Effekte berücksichtigt und in das Modell integriert werden. Im Gegenzug kann ein Cash Forecasting-Report mit hoher Prognosegenauigkeit in wenigen Sekunden erstellt werden. 

DTRS Referenten

Bild 2: Die Referenten v.l.n.r.: Marvin Schmitt (SAP), Egbert Weibel (SAP), Martin Bellin (BELLIN), Kate Pohl (Treasury Intelligence Solutions), Gregor Opgen-Rhein (Omikron), Sven Korschinowski (KPMG), Gerhard Bystricky (UniCredit Bank), Viola Hechl-Schmied (ION), David Hoeren (Deutsche Telekom) und Christopher Lapp (COPS GmbH). Es fehlen: Prof. Dr. Thorsten Sellhorn (LMU München), Prof. Dr. Matthias Schumann (SCHUMANN) und Josef Lueth (BASF); Quelle: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Umsetzungsmöglichkeit neuer Technologien im Corporate Treasury

In den anschließenden Breakout Sessions stellten Systemhersteller Umsetzungslösungen zu den Themen Workflow-gesteuertes Fraud Prevention und KYC-Prozesse, New Digital Banking über ein Account-Lifecycle-Management und Sanctions Screening im Zahlungsverkehr vor.

Egbert Weibel und Marvin Schmitt von der SAP SE präsentierten den Weg der Transformation des SAP Treasury auf die SAP S/4 HANA Plattform sowie das interaktive Treasury Executive Dashboard. 
Das Treasury Dashboard ermöglicht in Echtzeit Einblicke in das operative Treasury. Risiken und Chancen können identifiziert und Trends zu Leistungskennzahlen (KPI´s) analysiert werden.  

Kate Pohl von der Treasury Intelligence Solutions GmbH zeigte an einem Beispiel, wie schnell eine unbedarfte Hostel-Übernachtung in Berlin zu einer Verletzung der Embargoliste und zu der vermeintlichen Unterstützung einer terroristischen Organisation führen kann. Dies unterstreicht die Brisanz, wie schnell gegen eine Sanktionsliste verstoßen werden kann, was von vielen Unternehmen noch nicht mit der notwendigen Aufmerksamkeit betrachtet wird. Sanctions Screening in Payments ist eine Möglichkeit, den hohen Anforderungen gerecht zu werden.

In die gleiche „Kerbe“ schlug in einer weiteren Session Prof. Dr. Matthias Schumann von der Schumann GmbH. Er referierte über die Relevanz der Compliance-Vorgaben zur gesetzlichen Bestimmung und Einhaltung unternehmensinterner und -externer Richtlinien, um mögliche Sanktionsstrafen und Imageverluste für Unternehmen zu verhindern. Die steigenden Anforderungen im Know Your Customer-Prozess (KYC-Prozess) können durch ein workflow-gesteuertes Fraud Prevention abgefedert werden.   

Wie im New Digital Banking durch Account Lifecycle Management, eine zentrale Informations- und Steuerungsplattform, sämtliche kontobezogenen Geschäftsprozesse revisionssicher in die Unternehmensorganisation eingebunden werden, was zu sinkenden Prozess-Risiken und -Kosten führen kann, zeigte Gregor Opgen-Rhein von der Omikron Systemhaus GmbH & Co. KG.

DTRS Podiumsdiskussion

Bild 3: Den Höhepunkt zum Abschluss bildete die lebhafte Podiumsdiskussion mit Christopher Lapp (COPS GmbH), David Hoeren (Deutsche Telekom) und Josef Lueth (BASF); Quelle: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zukünftige Chancen und Hindernisse

Vor der abschließenden Podiumsdiskussion wurden alle Teilnehmer per Live-Umfrage über die Ihrer Meinung nach größten Chancen und Risiken der neuen Technologien im Corporate Treasury befragt. Die Mehrheit der Anwesenden sieht durch die zunehmende Transparenz der Treasury-Prozesse wie auch die verbesserte Steuerung von Liquidität und Risiken Chancenvorteile. 

Aktuelle Themen der Treasury-Community, wie zum Beispiel möglicher Arbeitsplatzverlust durch Automatisierung und eine steigende Abhängigkeit der Unternehmen durch die Technologieanbieter im Treasury wurden in der Podiumsdiskussion von Moderator Prof. Dr. Christian Debus (KPMG) mit David Hoeren (Deutsche Telekom AG), Christopher Lapp (COPS GmbH) und Josef Lüth (BASF SE) teilweise kontrovers diskutiert.

Im Corporate Treasury steht auch in Zukunft die Automatisierung und Nutzung kostengünstiger Abbildung der Kernfunktionen, auch mittels SaaS-Lösungen, im Fokus. Weiterhin wird die Schaffung heterogener Systemplattformen und die konsequente Nutzung der technologischen Möglichkeiten durch Best-Practice-Ansätze den Transformationsprozess im Treasury aktiv begleiten.

Einigkeit herrschte darin, dass sich das Anforderungsprofil der Mitarbeiter im Corporate Treasury verändern wird. Unternehmen setzen ihre Mitarbeiterkapazitäten zunehmend auf wertschöpfenden Tätigkeiten und Projekten ein. Identifizierte Spielräume zur Reduzierung des Personaleinsatzes durch Technologieeinsatz wird auch zukünftig genutzt werden. Insgesamt sehen die Diskussionsteilnehmer optimistisch in die Zukunft und prognostizieren eine steigende Bedeutung der Treasury-Abteilung im Unternehmen.

In der #DTRS-Veranstaltungsreihe werden Lösungsansätze mit Praxisbezug für das Corporate Treasury präsentiert, was neben den vielfältigen Möglichkeiten, sich zu aktuellen Themen zu informieren und zu networken den stetig wachsenden Erfolg der Reihe ausmacht.

Zum Abschluss der Konferenz bat Prof. Dr. Christian Debus alle Teilnehmer mitzuhelfen, das KPMG Treasury 4.0 weiter zu entwickeln und an der KPMG-Umfrage zum Intelligent Treasury teilzunehmen. Die Ergebnisse der Umfrage werden auf dem nächsten Digital Treasury Summit veröffentlicht, auf den alle herzlich eingeladen sind. Dieser findet am 21. April 2020 in Frankfurt statt, dann unter dem Motto „Corporates berichten aus ihrer Praxis“ und noch mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung durch die Teilnehmer.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 96, November 2019

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