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ESMA gibt Prüfungsschwerpunkte für 2020 bekannt

ESMA Prüfungsschwerpunkte für 2020

Die ESMA hat am 22.10.2019 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht.

Hanne Böckem

Partner, DPP

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 22.10.2019 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2019 annual financial reports) veröffentlicht. Die zusammen mit den europäischen nationalen Enforcern – wie der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) in Deutschland – identifizierten Themen der Finanzberichterstattung sollten die kapitalmarktorientierten Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS-Abschlüsse für 2019 besonders berücksichtigen.

Die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse 2019 sind:

  1. Spezifische Aspekte aus der Anwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse angesichts der bestehenden Ermessensbehaftung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit und des Zinssatzes
  2. Follow-up von spezifischen Aspekten aus der Anwendung der IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  3. Spezifische Aspekte aus der Anwendung von IAS 12 Ertragsteuern unter Einbezug der Anwendung von IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung: ein weiterer Schwerpunkt ist die Erfassung aktivischer latenter Steuern bei Verlustvorträgen.

Des Weiteren hebt ESMA die Bedeutung von Anhangangaben zu Auswirkungen eines neuen Referenzzinssatzes auf den IFRS-Abschluss hervor und verweist diesbezüglich auf die neuesten Verlautbarungen des IASB (Amendments to IFRS 9 (and IAS 39): Financial Instruments - Interest Rate Benchmark Reform).

Eine informative und ausgewogene Lageberichterstattung steht weiterhin im Fokus der ESMA. Relevante Aspekte sind:

  • Angabe von nicht-finanziellen Informationen mit Fokus auf Umwelt- und Klima-Aspekte sowie KPIs zu nicht-finanziellen Richtlinien unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit und Ausgewogenheit,
  • spezifische Aspekte zu Alternative Performance Measures (APMs), insbesondere bei Änderungen von APMs im Zuge der Anwendung neuer Standards und
  • Angaben zu den Auswirkungen des Brexit.

Schließlich erinnert die ESMA an die Verpflichtung zur Erstellung der Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen europäischen elektronischen Format (European Single Electronic Format, ESEF) ab dem 1. Januar 2020 und verweist diesbezüglich auf von ihr veröffentlichte Anwendungshinweise.

Das Public Statement steht auf der Internetseite der ESMA zur Verfügung.

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