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Die Zukunft der Kompositversicherung

Die Zukunft der Kompositversicherung

Insurance Thinking Ahead Ausgabe Nr. 4 | Wie Versicherer in dem gesättigten Markt der Schaden- und Unfallversicherungen weiterhin erfolgreich sind.

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Sach-, Haftpflicht-, Unfall- oder Kfz-Versicherung: So heißen derzeit die Lieblinge der deutschen Versicherungswirtschaft. Fast alle Versicherer wollen im Segment der Kompositversicherung wachsen – seit die Finanzkrise 2008 eine andauernde Niedrigzinsphase auslöste und damit den vorigen Favoriten, die Lebensversicherung, unattraktiver machte.

Doch das Potenzial für die Kompositversicherung ist begrenzt. Der Markt ist schon jetzt weitgehend gesättigt. Die Anbieter bewegen sich auf einen Verdrängungswettbewerb zu. „Hinzu kommt, dass sich die Versicherungsbranche mitten in der wahrscheinlich größten Transformation ihrer Geschichte befindet“, sagt Hendrik C. Jahn, Partner bei KPMG in Deutschland. Dieser Umwandlungsprozess sei vom Megatrend der Digitalisierung angestoßen worden – und könnte im Hinblick auf die Kompositversicherung vor allem das Kundenverhalten, Vertriebsformen und Prämienvolumina beeinflussen.

Dabei rechnen wir damit, dass das zukünftige Wachstum in der Kompositversicherung aus dem Geschäft innerhalb sogenannter Ökosystem entstehen wird. Bis 2030 wird dieses Geschäft fast 15% des Prämienvolumens, aber schon fast 50% der Profitabilität des Kompositmarktes auf sich vereinigen.

Was sind vor diesem Hintergrund die strategischen Optionen für Versicherer? Unsere Studie „Die Zukunft der Kompositversicherung“ sieht drei grundsätzlich mögliche Stoßrichtungen:

  • den Aufbau eigener Ökosysteme
  • das Eingehen von Partnerschaften in Ökosystemen
  • die Fokussierung auf das „klassische“ Geschäft
     

Zu den Strategien im Einzelnen:
 

Aufbau eigener Ökosysteme

Im Zeitalter der Digitalisierung steigen die Ansprüche der Kunden, sie wollen mehr als reine Versicherungen. Unternehmen sollten auf umfassendere Angebote setzen, die sich an den grundlegenden Interessen der Konsumenten orientieren – etwa an Sicherheit, Gesundheit und Mobilität. Versicherer können um solche Bedürfnisse herum Ökosysteme aufbauen.

Damit sind offene Netzwerke von Firmen gemeint, die ihre Produkte und Dienstleistungen an einem Kunden-Interesse ausrichten. Allerdings existieren hohe Hürden für diesen Weg, weshalb ihn nur wenige – tendenziell eher größere – Versicherer erfolgreich gehen werden können.

Eingehen von Partnerschaften in Ökosystemen

Anstatt ein eigenes Ökosystem aufzubauen, können Versicherer auch schon bestehenden oder neu entstehenden Netzwerken beitreten. Wichtig ist dabei unter anderem eine technische Architektur, die die schnelle und reibungslose Integration in das Ökosystem und seinen Teilnehmern ermöglicht.

Weiterhin ist es für Versicherer wesentlich, zeigen zu können, welchen Mehrwert man für das Ökosystem über die Versicherungsleistung hinaus hat – etwa in Form von Risikomanagement-Leistungen oder Incident Management. Allerdings sollten Versicherungsunternehmen beachten, dass es auch strategische Risiken mit sich bringt, Teil eines solchen Netzwerks zu sein – und zwar größere als im heutigen Kooperationsgeschäft.
 

Fokussierung auf das klassische Geschäft

Es kann ebenfalls eine rentable Option sein, sich weiterhin auf das traditionelle Versicherungsgeschäft zu konzentrieren und Produkte über die bekannten Vertriebskanäle zu verkaufen. Auch wenn das Marktvolumen im klassischen Bereich perspektivisch schrumpft, wird es 2030 voraussichtlich noch bei 31 bis 32 Milliarden Euro liegen.  

Das kann allerdings nicht bedeuten, alles beim Alten zu belassen. Um die Strategie erfolgreich umzusetzen, benötigen Versicherer attraktive Produkte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, hocheffiziente Prozesse und vor allem Zugang zu eigener Vertriebskraft. Trotz der Größe dieses Segments handelt es sich um einen schrumpfenden Markt mit rückläufiger Profitabilität. Um unter diesen Bedingungen zu bestehen, bedarf es einer hohen Wettbewerbsfähigkeit sowie der Fähigkeit zur schnellen Anpassung.

Vierte Ausgabe von „KPMG Insurance Thinking Ahead“

Wie ist es einzelnen Anbietern in den vergangenen Jahren gelungen, in diesem Umfeld nachhaltig profitabel zu wachsen? In welchem Umfang könnte Versicherungsvolumen bis 2030 über Ökosysteme abgewickelt werden? Und wie können sich Versicherer im Markt positionieren? Antworten auf diese Fragen finden Sie in der vierten Ausgabe von „KPMG Insurance Thinking Ahead“ – in unserer Studie „Die Zukunft der Kompositversicherung“.

KPMG Insurance Thinking Ahead

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