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#DTRS Digital Treasury Summit erfreut sich steigender Beliebtheit

DTRS Digital Treasury Summit

Am 21. März startete der zweite Digital Treasury Summit in Frankfurt und erfreut sich steigender Beliebtheit in der Corporate Treasury Community.

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FTM

In der Frühjahrskonferenz diskutierten über 90 Verantwortliche aus dem Corporate Treasury über Digitalisierungslösungen sowie die neuesten Trends und Entwicklungen. 10 Software- und Lösungsanbieter präsentierten sich im Ausstellerbereich, in dem in den Pausen reger Austausch herrschte.

Quelle: KPMG, #DTRS

Quelle: KPMG, #DTRS

Die DTRS-Veranstaltungsreihe begeistert die Teilnehmer unter anderem aufgrund ihrer Vielfalt der Sichtweisen zu den Treasury-Themenwelten: Banking & Payments, Forecast & Analytics, Transaction & Risk, Collaboration & Connectivity sowie People & Change. Weiterhin sorgten die angenehme Atmosphäre, der intensive persönliche Austausch und die Gelegenheit zum Networking für positives Feedback.

Innovationen im Treasury: ein Rundblick

Prof. Dr. Matthias Schumann (Professur für Anwendungssysteme und E-Business, Universität Göttingen) sprach in seiner Keynote über Innovationen im Treasury, die sich durch Plattformen, KI, Big Data und Blockchain ergeben.

Er zeigte, welche Innovationsphase derzeit die einzelnen Technologien in Bezug auf die Erwartung der Marktteilnehmer haben. Beachtenswert ist, dass sich Deep Learning (Nutzung Neuronaler Netze) auf dem Höhepunkt der Erwartungen befindet, während Blockchain teilweise eine Ernüchterung erfährt.

Plattformtechnologien bieten bereits die notwendigen Funktionen und Prozesse im Treasury zur Zentralisierung. Die bereits eingesetzten Prototypen der Blockchain-Entwicklungen im Treasury müssen die Wirtschaftlichkeit noch nachweisen und einem daraus resultierenden Standardisierungsprozess zum Durchbruch verhelfen.

Ein weiterer Schwerpunkt in seinem Vortrag war die Einsatzmöglichkeit von Künstlicher Intelligenz. Durch die enorme Erhöhung der Rechnerleistungen und die damit einhergehenden, umfangreicheren Datenbestände, wird uns BIG DATA verbesserte Lern- und Trainingsverfahren zur Verfügung stellen und die Voraussetzung für viele Ansätze der Künstlichen Intelligenz bilden.

Behindert wird der Weg zum digitalisierten Treasury durch fehlende rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie fehlende Standards. Der Zug des Evolutionsprozesses im Treasury erfährt dadurch eine Abbremsung, ist aber nicht mehr aufzuhalten.

Arbeiten 4.0: schöne, neue Welt?

Christian Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) gab einen Überblick über den Stand des Personalmanagements und dessen Antworten auf die Digitalisierung in der Arbeitswelt. In seinem Vortrag aus dem Bereich People & Change wurde deutlich, wie unterschiedlich die Unternehmen derzeit auf die Digitalisierung eingestellt sind und wie verschieden deshalb auch die Antworten und Empfehlungen sind.

Dieses Thema findet auch bei vielen Teilnehmern ungebrochenes Interesse und ist häufig ein wichtiger Punkt in der ganzen Digitalisierungsdebatte: Wie werden/sollen Verantwortliche aus dem Treasury reagieren? In Zukunft nur „Digital Natives“ einstellen, wenn denn diese so ohne weiteres auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind, oder etablierte und erfahrene Mitarbeiter zu „Digital Immigrants“ ausbilden?

Nicht alle Mitarbeiter erfüllen die zukünftigen Anforderungen in einem digitalisierten Treasury. So individuell die unterschiedlichen Voraussetzungen der Mitarbeiter sind, so individuell ist die unterschiedliche Herangehensweise einzelner Unternehmen.

(R-)Evolutionäre Entwicklungen der neuen Technologien im Treasury?

Einen interessanten Einblick über die Entwicklung (2004 bis heute) des Prozessmanagements im Treasury von ZEISS wurde von Martin Mietzner von der Carl Zeiss Financial Services GmbH vermittelt.

Im Jahr 2004 war dieses geprägt durch eine eher rudimentäre Dokumentation der Prozesse, die noch keine Messung, Analyse und Verbesserung ermöglichten.

2019 präsentiert sich ZEISS Treasury mit zeisswiki, teamshare und analytics als Treasury Cockpit. Von der Zahlung, Kontoauszugsverarbeitung und Inhouse Cash, über Disposition, Liquidität, FX, Zinsen und Avale bis zu Finanzierung, Asset Management, Counterparty und Credit Risk können die wesentlichen Prozesskennzahlen gemessen und damit die Prozesse gesteuert werden.

Herr Mietzner zeigte Beispiele für Reportings in Power BI, die als Standardreports auf dem Desktop oder anderen Mobile Devices zur Verfügung stehen.

Jeder der Anwesenden konnte sich eine eigene Meinung bilden, ob dies bereits einen revolutionären oder einen evolutionären Charakter im Treasury enthält.

Digipedia

Wie nutzt SWIFT als „Dinosaurier“ des Marktes seine Vorteile, nämlich Größe und Marktdurchdringung, um neue Technologien zum Laufen zu bringen? Diese Frage versuchte Sebastian Niemeyer zu beantworten.

Auf der einen Seite entstehen durch neue Technologien neue Unternehmen mit neuartigen Lösungen und Dienstleistungen, die einen enormen Druck auf die sogenannten "Platzhirsche" ausüben. Auf der anderen Seite können diese durch die Einführung neuer intelligenter Lösungen schnell eine große Community erreichen und die Vorteile in Standards überführen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird, so die Meinung des Referenten, Einzug in die Transformation unstrukturierter Daten, z.B. Adressfeldern, halten. Dies wird Fraud Prevention basierend auf Malware durch vorhersagbare Nutzungszeiten aufgrund des Nutzungsverhaltens der User aus der Vergangenheit ermöglichen. 

SWIFT sieht sich als offen für die Community und deren Anforderungen, bedacht diese mit Hilfe der neuen Technologien in einen akzeptierten Standard zu überführen.

Umsetzungsmöglichkeit neuer Technologien im Corporate Treasury

In den anschließenden Breakout Sessions wurden wieder praktische Umsetzungslösungen gezeigt, die in Unternehmen bereits realisiert und einsatzfähig sind.

Martin Bellin stellte eine neue BELLIN-Anwendung vor, die eine Nutzung von Blockchain zeigt und auf dem (langen) Weg zur Digitalisierung des KYC-Prozesses das Treasury unterstützen kann.

Mittels einer Signatur Card wird der administrativ aufwendige, oftmals ineffiziente Prozess der Unterschriftenregelung für Bank-Mandate vereinfacht. Dies kann ein erster Schritt zur vollständigen Digitalisierung im KYC-Prozess sein.

Felix Baaken, einer der Co-Founder des Start-Up Unternehmens BANKSapi GmbH, zeigte die Entwicklung von PSD2 und stellte eine Lösung zum Plug-and-Play Banking vor. 

Wer die Kundenschnittstelle besetzt, dominiert das Ökosystem. Unternehmen sind erfolgreicher, wenn sie eine starke Omnichannel-Plattform nutzen, so Baaken.

Wie eine Digital-Banking-Strategie aussehen kann, zeigten Herr Brinkkötter von der AUGUST STORCK KG und Herr Opgen-Rhein vom Omikron Systemhaus GmbH & Co. KG.

Mit Hilfe der MultiCash-Lösung von Omikron verwaltet STORCK seine über 300 Bankkonten bei mehr als 40 Banken weltweit und koordiniert seine mehr als 30 Cashpools über verschiedene Bank-Gruppen. Täglich werden die Salden per Target-Balancing auf wenige Zielkonten konzentriert. Somit erhält das Unternehmen Transparenz über den weltweiten Cashflow.

Die sich im Einsatz befindliche Lösung ist eingeteilt in die Bereiche: Operatives Banking (Payment Factory, bedient über den Global EBICS Kanal, in den verschiedenen SEPA- und XML-Formaten, das Cash Pooling und FX Settlement), Administratives Banking (Digitalisiertes Relationship Management, z.B. eBAM, KYC, Bankgebühren, Embargo, EMIR, MIFID) und Analytisches Banking (Automatisiertes Sanctions Screening, Rechnungsprüfung der Bankgebühren und FX-Forecast aus historischen Daten). Die MultiCash-Lösung wurde bei STORCK kontinuierlich, durch zusätzliche Funktionalitäten ausgebaut und dient als „Blue-Print“ für deren Digital Banking Strategie.

In einer weiteren Session wurde live ein modernes Treasury Dashboarding von Börries Többens, Senior Manager bei KPMG in Deutschland, Finanz- und Treasury-Management, gezeigt, welches ein sehr individuelles Reporting zulässt und die gestiegenen Anforderungen heutiger Treasurer erfüllt.

Zukünftige Chancen und Hindernisse

In der abschließenden Podiumsdiskussion erörterte Gastgeber Prof. Dr. Christian Debus (Partner bei KPMG in Deutschland, Finanz-und Treasury-Management) mit Jens Otto (Head of Financial Settlement, E.ON SE), Jörg Wiemer (CEO, Treasury Intelligence Solutions GmbH) sowie Christian Lorenz (DGFP, Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.) Fragen zur Entwicklung neuer Technologien im Corporate Treasury sowie Chancen und Hindernisse.

Quelle: KPMG, #DTRS

Quelle: KPMG, #DTRS; von links: Christian Debus, Jörg Wiemer, Jens Otto und Christian Lorenz

Die interessante Konstellation der Podiumsteilnehmer (Treasurer eines Großkonzerns, Systemanbieter, Personaler und Berater) ließ Einblicke zu, wie verschieden die Auffassungen bezüglich der Veränderungsprozesse im Treasury sein können.

Einigkeit herrschte darin, dass sich die Anforderungsprofile der Mitarbeiter im Treasury verändern. Einige Unternehmen werden Spielraum zur Reduzierung des Personaleinsatzes identifizieren. Die Mehrheit wird das Personal zunehmend auf wertschöpfenden Tätigkeiten im Unternehmen einsetzen. Dies erfordert Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die so individuell sind wie die unterschiedlichen Anforderungsprofile und Kenntnisstände der Mitarbeiter.

In der #DTRS2019 Spring Edition wurde ein bunter Themenstrauß an Visionen und realisierbaren Lösungen für das Corporate Treasury geboten. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, sich die für ihn interessantesten „Blumen“ heraus zu pflücken: Seien es neue, spannende Ideen für die eigene praktische Arbeit, interessante Gespräche mit anderen Mitgliedern der Treasury Community oder die Knüpfung von Kontakten zu Systemherstellern. Das positive Feedback zeigt, dass jeder auf der Veranstaltung das Richtige für sich finden konnte. Alle Interessierten sind herzlich zur nächsten Digital Treasury Konferenz (#DTRS2019 Autumn Edition) am 22.10.2019 an den Frankfurter Flughafen eingeladen. 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 90, April 2019

Quelle: KPMG, #DTRS

Quelle: KPMG, #DTRS; Referentenfoto, von links: Martin Bellin, Jörg Wiemer, Prof. Dr. Christian Debus, Prof. Dr. Matthias Schumann, Jens Otto, Werner Brinkkötter, Gregor Opgen-Rhein, Felix Baaken und Christian Lorenz.

KPMG Corporate Treasury News

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