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Nachhaltigkeit und langfristiges Wachstum wichtiger für weibliche Führungskräfte als kurzfristiger Erfolg

Global Female Leaders Outlook 2019 von KPMG

Global Female Leaders Outlook 2019 von KPMG

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Entscheidender persönlicher Motivationsfaktor für weibliche Führungskräfte ist der langfristige Erfolg ihres Unternehmens. Dies geben 34 Prozent der weltweit befragten weiblichen Führungskräfte im diesjährigen KPMG Global Female Leaders Outlook (GFLO) an. Ein weiteres Drittel (33 Prozent) motiviert der Gedanke, durch das eigene unternehmerische Handeln ein bleibendes Ergebnis zu hinterlassen.

Zum zweiten Mal hat KPMG im Rahmen einer weltweiten Befragung untersucht, wie Frauen in Führungspositionen die Wachstumskraft und Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens einschätzen - und vor allem, wie sie beides sichern wollen. Zudem zeigt die Umfrage, welche Herausforderungen Top-Managerinnen für ihre Unternehmen in den nächsten drei Jahren sehen. Auskunft hierzu gaben im Frühsommer 2019 1.124 weibliche Führungskräfte (davon 82 aus Deutschland) aus 52 Nationen.

Eingetrübte Wachstumserwartungen

Die wirtschaftlichen Wachstumserwartungen der Global Female Leaders sind insgesamt zurückhaltender als im letzten Jahr. So zeigen sich 2019 noch 70 Prozent optimistisch im Hinblick auf die Wachstumsaussichten des eigenen Unternehmens (2018: 77 Prozent). Beim Blick über den eigenen Tellerrand hinaus wird die Einschätzung noch vorsichtiger. Für die eigene Branche erwarten nur noch 60 Prozent der Befragten ein Wachstum (2018: 66 Prozent). Für die Weltwirtschaft insgesamt sind sogar nur noch 38 Prozent optimistisch (Vorjahr 50 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) reagiert auf diese Herausforderungen mit der klaren Fokussierung auf organisches Wachstum. Für Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG, spiegeln diese Ergebnisse die Entwicklung der letzten Monate wider: „Die geopolitischen Unsicherheiten nehmen stetig zu. In einem solchen Umfeld ist Wachstum nur mit einer klar definierten strategischen Aufstellung und einem modernen, kundenzentrierten Geschäftsmodell zu erzielen.“

Frische Impulse erhoffen sich die Befragten aus der Zusammenarbeit mit Start-ups. So wollen 36 Prozent in den nächsten drei Jahren mit jungen Unternehmen aus der Finanz-, Versicherungs- oder Gesundheitsbranche kooperieren. In Deutschland setzt sogar jede zweite Befragte auf die Zusammenarbeit mit Start-ups.

Erwartungen der Kunden sind Kompass für Entscheidungen

Von den Top-Managerinnen sehen es 80 Prozent als persönliche Aufgabe an, die Wertvorstellungen ihrer Kunden in Bezug auf Umwelt, soziales Engagement und Unternehmensführung in den eigenen Unternehmensleitlinien abzubilden und die Einhaltung der Vorgaben im Unternehmen sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die weibliche Führungskräfte auf technische, datenbasierte Analysen.

Solche Analysen haben den meisten Befragten nach eigenen Angaben geholfen, ihr Kundenverständnis signifikant zu verbessern (82 Prozent). Angelika Huber-Straßer sieht die Entwicklungen positiv: „Die Studienergebnisse zeigen, dass die befragten Global Female Leaders sehr datenaffin sind und vor allem auch den Ergebnissen von Datenanalysen in der täglichen Entscheidungsfindung vertrauen.“

Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sehen Informationssicherheit als kritischen Erfolgsfaktor für ihr Unternehmen. Für 78 Prozent der Global Female Leaders ist der Schutz der Kundendaten eine der wichtigsten Aufgaben in ihrer Rolle als Führungskraft.

Fokus auf Agilität und Innovation

Für acht von zehn der Top-Managerinnen weltweit ist Agilität ein besonders wichtiger Faktor, um das Überleben des eigenen Unternehmens zu sichern. Global Female Leaders setzen auf die Früherkennung von Marktimpulsen, um schnell auf die Änderungen von Kundenwünschen zu reagieren.

Die weitaus größere Herausforderung sehen weibliche Führungskräfte darin, die innovativen Kräfte im Unternehmen zu mobilisieren. Beinahe geschlossen geben die Befragten an, dass die Innovationsprozesse und deren Umsetzung im Unternehmen in den nächsten drei Jahren verbessert werden müssen (96 Prozent). Einig sind sich die Top-Managerinnen auch in der Forderung nach einer Unternehmenskultur, die die Mitarbeiter am Innovationsprozess beteiligt und sie vor negativen Konsequenzen bei Fehlschlägen schützt. Beinahe alle Befragten wünschen sich einen solchen Umgang mit Innovation (89 Prozent). Aber nur jede Fünfte bescheinigt dem eigenen Unternehmen, über eine „Celebrate Fail“- Kultur zu verfügen.

„Innovation ist ein erfolgsentscheidender Bestandteil in einem sich schnell wandelnden und wettbewerbsintensiven Umfeld. Nur wenn Innovation gelebt und eine Kultur etabliert wird, die alle Stakeholder - Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten - involviert, kann sich ein Unternehmen in unserer agilen Welt behaupten“, unterstützt Angelika Huber-Straßer die starke Ausrichtung auf Innovationen.

Vertrauen in neue Technologien und in die eigenen Mitarbeiter

Disruptive Technologien bieten mehr Chancen als Risiken. Davon sind 71 Prozent der Top-Managerinnen überzeugt. Besonders im Bereich von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz sehen weibliche Führungskräfte großes Potenzial. Beinahe zwei Drittel (62 Prozent) geben an, dass in ihrem Unternehmen bereits KI-Anwendungen zum Einsatz kommen oder sich zumindest in der Testphase befinden. „Weibliche Führungskräfte haben keinerlei Berührungsängste mit neuen Technologien. Vielmehr setzen sie konsequent auf die neuen technischen Möglichkeiten, um ihr Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu positionieren“, ist sich Angelika Huber-Straßer sicher.

Dabei sind die Mitarbeiter für die Global Female Leaders ebenso wichtig wie der Einsatz neuer Technologien. Der Großteil der Befragten (72 Prozent) geht deshalb auch von steigenden oder zumindest gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen aus und setzt den Fokus auf Kompetenzzuwachs. Allerdings erwarten 70 Prozent, dass es zunehmend schwieriger wird, auch zukünftig genügend zum Unternehmen passende Mitarbeiter zu finden.7

Kulturwandel vorantreiben

39 Prozent der Top-Managerinnen weltweit (Deutschland: 51 Prozent) gehen davon aus, dass sie für den nächsten Karriereschritt das Unternehmen wechseln müssen. Beim Thema Bezahlung geben nur 40 Prozent der weltweit Befragten an, Transparenz über die Gehaltsstrukturen im Unternehmen zu haben.

Die größte Herausforderung ist jedoch nach wie vor im kulturellen Wandel zu sehen. Um den nächsten Schritt auf dem Weg zur Geschlechtergleichheit zu gehen, sehen daher die meisten Befragten (67 Prozent) an erster Stelle die Unternehmen in der Pflicht, den Kulturwandel voranzutreiben. Nur jede fünfte Top-Managerin geht davon aus, dass politische Vorgaben (z.B. Quoten) der richtige Weg sind.

Doch nicht nur die Unternehmen müssen die Entwicklung unterstützen – selbst ist die Frau. Die meisten der Global Female Leaders (73 Prozent) geben an, einen strategischen Karriereplan zu haben. Zudem engagiert sich ein Großteil der Befragten im Rahmen von Frauenförderungs-programmen, um den Weg für die nächste Generation der Top-Managerinnen zu ebnen.

Die Gesamtergebnisse des Global Female Leaders Outlook, inklusive der Ergebnisse der deutschen Teilnehmerinnen, finden Sie unter: www.kpmg.de/gflo. Zur Vertiefung des Themas empfehlen wir, die Ergebnisse mit denen des KPMG Global CEO Outlook zu vergleichen. Viele Fragen sind in beiden Umfragen identisch und ermöglichen so einen Eindruck auf eher weibliche beziehungsweise eher männliche Einschätzungen, zum Beispiel im Hinblick auf wirtschaftliche Wachstumsaussichten. Mehr zum CEO Outlook unter www.kpmg.de/CEOOutlook.

 

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