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Brexit-Umfrage:

Brexit-Umfrage:

Viele Unternehmen noch nicht vorbereitet. Wesentliche Auswirkungen erwartet.

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  • German British Business Outlook 2019: 40 Prozent der befragten britischen und deutschen Unternehmen prognostizieren wesentliche negative Auswirkungen auf ihr Geschäft
  • Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47 Prozent) zu Beginn des Jahres noch nicht auf den Brexit vorbereitet
  • Zukunftsaussichten sind ambivalent: Unternehmen erwarten Rückgang für die britische Wirtschaftsleistung, aber Wachstum für das eigene Geschäft
  • Großbritannien bleibt auch in Zukunft ein wesentlicher Markt für deutsche Unternehmen und kann Impulse für Forschung und Entwicklung setzen

Berlin, 28. März 2019 – Inmitten der noch immer unsicheren Lage rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU stehen viele Unternehmen (47 Prozent, Stand Januar 2019) weiterhin unvorbereitet vor dem  – in welcher Form auch immer – anstehenden Brexit. Und das, obwohl rund 40 Prozent der Unternehmen erwarten, dass der Brexit große oder sehr große Auswirkungen auf ihr Geschäft haben wird. Das zeigen die Ergebnisse des German British Business Outlook 2019 (GBBO), der heute vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat dafür gemeinsam mit der British Chamber of Commerce 101 deutsche Unternehmen mit Konzernzentrale in Großbritannien und britische Unternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland befragt.

Ein weiteres Ergebnis: Gesamt betrachtet erwarten 84 Prozent der befragten Unternehmen für 2019 einen Rückgang der britischen Wirtschaftsleistung. „Die British Chamber of Commerce feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Ein langer Zeitraum, in dem der Brexit ein historisches Ereignis und eine Zäsur für beide Seiten des Ärmelkanals darstellt. Dabei ist es enorm wichtig, dass die Zeichen weiterhin auf engen Austausch stehen”, sagt Michael Schmidt, Präsident der BCCG.

Brexit hat wesentliche Auswirkungen –

Umsatzrückgänge und administrative Hürden erwartet

Laut Umfrageergebnissen des GBBO 2019 prognostizieren 40 Prozent der befragten Unternehmen große oder sehr große Auswirkungen des Brexit auf ihr Geschäft. Weitere 38 Prozent sagen einen moderaten Einfluss voraus. Die stärksten Auswirkungen des Brexits sehen die befragten Unternehmen im Bereich der drohenden administrativen Hürden (47 Prozent); ebenso viele befürchten einen Umsatzrückgang. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) sieht Störungen in den Lieferketten als den am stärksten durch den Brexit bedrohten Bereich. Steigende Zollaufwendungen sind in jedem fünften Unternehmen ein Thema (22 Prozent).

Als Reaktion auf die drohenden Auswirkungen im Worst Case – sprich bei einem Hard Brexit  – wollen Unternehmen ihre Planung für Investitionen (35 Prozent), Personaleinstellungen (19 Prozent) und Export-Aktivitäten (16 Prozent) revidieren. 13 Prozent der befragten Unternehmen planen für diesen Fall ihre Aktivitäten nach Deutschland zu verlagern. – Eine Verlagerung in andere Länder Kontinentaleuropas überlegen weitere 10 Prozent. Keines der befragten Unternehmen plant, post-Brexit Geschäftsaktivitäten nach Großbritannien zu verlagern. „Die Umfrage zeigt, dass der Brexit dazu führt, dass die Unternehmen Ihre Geschäftsaktivitäten im Korridor Deutschland-Großbritannien in vielfacher Weise anpassen“, sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Deutlich wird auch, dass nach den Banken auch knapp ein Viertel der Unternehmen anderer Branchen planen, ihre Aktivitäten nach Kontinentaleuropa zu verlagern.“

Unzureichende Vorbereitung –

Hard Brexit sollte unbedingt vermieden werden

Betrachtet man die Erwartungen der Unternehmen, ist ein weiteres Studienergebnis des GBBO 2019 besonders besorgniserregend: Zum Erhebungszeitraum im Januar 2019 gab noch fast die Hälfte der befragten Unternehmen an, sich bisher nicht auf den Brexit vorbereitet zu haben. Unternehmen, die bereits Vorkehrungen getroffen haben – zum Befragungszeitraum waren es 53 Prozent – haben eine Risikobewertung für ihr Geschäftsmodell durchgeführt. Vor allem durch Umstellung ihrer administrativen Prozesse und durch die Einrichtung einer Brexit-Task-Force ergreifen sie weitere Maßnahmen zur Vorbereitung und für ein nachhaltiges Managen der Auswirkungen.

„Deutsche Unternehmen sind im britischen Markt wirtschaftlich sehr aktiv. Für einen Großteil der deutschen Wirtschaft ist es daher enorm wichtig, dass der Hard Brexit vermieden wird. Auch wenn der Ausgang noch immer unsicher ist, gilt es jetzt das laufende Geschäft durch geeignete Maßnahmen soweit wie möglich abzusichern“, ordnet Andreas Glunz ein.

„Es ist bedauerlich, dass die politische Entwicklung britischen wie auch deutschen Unternehmen wenig Wahl lässt – sie müssen sich auf den Ernstfall vorbereiten. Die bilaterale Wirtschaft hat für die EU eine enorme Bedeutung: Mit allein 650 000 von britischen und deutschen Unternehmen im jeweils anderen Land direkt Beschäftigten führt die gegenwärtige Lage fast zwangsläufig zur größten Krise zwischen der EU und Großbritannien. Die British Chamber of Commerce ruft die politischen Entscheidungsträger dringend dazu auf, die vielschichtigen Verbindungen zum Königreich nicht aufs Spiel zu setzen“, betont Michael Schmidt.

Ambivalente Zukunftsaussichten auf die britische Wirtschaft und das eigene Geschäft

Für den Gesamtblick auf die Zukunft der britischen Wirtschaft zeigt der GBBO, dass die Einschätzungen sehr ambivalent sind. Während 84 Prozent aller befragten Unternehmen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erwarten ­- knapp die Hälfte davon sogar in besonders starker Form - sehen sie die Entwicklung des eigenen Geschäfts weniger düster. Denn 47 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für ihr Geschäft mit einem Wachstum, nur 36 Prozent mit einem Rückgang.

Zahlen zu den Post-Brexit-Investitionsgründen zeigen außerdem, dass der britische Markt für deutsche Unternehmen auch künftig wichtig bleiben wird. Denn trotz Ausstiegsplänen und deren Auswirkungen gibt noch immer die Hälfte der befragten Unternehmen an (47 Prozent), auf Grund von Kundennachfrage weiter dort zu investieren. Darüber hinaus wird das Vereinigte Königreich weiter als geschätzter Standort für Forschung und Entwicklung wahrgenommen. Fast alle Unternehmen, die in Großbritannien Forschung betreiben, kooperieren mit Universitäten und großen Technologieunternehmen und schätzen die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte dort.

Über den German British Business Outlook 2019

Für den German British Business Outlook 2019 hat KPMG in Zusammenarbeit mit der British Chamber of Commerce (BCCG) 101 deutsche Unternehmen mit Konzernzentralen in Großbritannien und britische Unternehmen mit der Konzernzentrale in Deutschland zwischen dem 20. Dezember 2018 und dem 25. Januar 2019 zu deren wirtschaftlichen Aussichten und den erwarteten Auswirkungen des Brexit befragt. Dabei fokussiert sich die Studie besonders auf den wirtschaftlichen Blick deutscher Unternehmen in Großbritannien.

Hier geht es zu den Ergebnissen der Umfrage:

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