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Hinter dem deutschen Einzelhandel liegt ein ungewöhnliches viertes Quartal: Der Dezember  -aufgrund des Weihnachtsgeschäfts typischerweise der stärkste Monat des Schlussquartals  - war 2020 der schwächste. Aufgrund des zweiten Lockdowns ab dem 16. Dezember verloren viele Händler einen großen Teil ihres Weihnachtsumsatzes. Insbesondere die Segmente Mode, Spielwaren, Schmuck und Bücher verzeichneten enorme Umsatzeinbußen.

Von der Schließung weiter Teile des stationären Einzelhandels profitierte erneut der Versand- und Online-Handel. Im Gesamtjahr 2020 stieg der Umsatz im Versand- und Online-Handel um 24,2 Prozent, der Umsatz im Bereich E-Food um 67,2 Prozent.

Der stationäre Handel erreichte von Januar bis Dezember 2020 ein Umsatzplus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb des Bereichs sind die Unterschiede allerdings gewaltig. Vor allem der stationäre Textilhandel verzeichnete einen gewaltigen Rückgang.

Dies sind einige der Kerndaten aus unserem neuen Retail Sales Monitor 1/2021. Darin zeichnen wir die Entwicklung im vierten Quartal 2020 sowie im Gesamtjahr detailliert nach.

Das Geschäft mit Mode leidet

Im Vergleich der Segmente lassen sich vor allem Bauen/Heimwerken (DIY), Möbel und Freizeitsport sowie der Bereich Lebensmittel als Gewinner ausmachen. Dagegen ging der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im Gesamtjahr um 23 Prozent zurück. Dies lag  - neben der Schließung der Geschäfte  - auch daran, dass den Konsumenten vielfach Anlässe wie Feiern und Feste fehlten, sich neu einzukleiden. 

Angesichts des Lockdowns ab Mitte Dezember mussten Umsatzerwartungen erneut revidiert werden. Belastbare Prognosen sind nach wie vor schwierig: Je nachdem, wann der Einzelhandel wieder öffnen kann, ändert sich die mögliche Umsatzentwicklung.

Online-Shopping nimmt europaweit zu

Das Konsumverhalten der Verbraucher hat sich in der Pandemie spürbar verändert: Lockdowns und die Angst vieler Konsumenten vor einer Ansteckung haben dem Online-Handel einen kräftigen Schub beschert, und sein Siegeszug hält weiter an.

Daher befassen wir uns im Fokus-Teil unseres Retail Sales Monitor diesmal mit E-Commerce und E-Food im europäischen Vergleich. Die Zahlen zeigen: EU-weit ist die Beliebtheit von Online-Shopping deutlich gestiegen. 72 Prozent aller Internetnutzer in der EU (27 Länder) kauften im vergangenen Jahr im Internet ein  - im Jahr 2010 betrug der Anteil noch 53 Prozent.

Allerdings zeigen sich innerhalb der EU teils große Unterschiede, da Konsumgewohnheiten und Infrastruktur von Land zu Land stark variieren. Im Retail Sales Monitor gehen wir detailliert auf die Entwicklungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen und dem Vereinigten Königreich ein. So liegt der Anteil der Online-Shopper in Spanien mit 67 Prozent am niedrigsten, im Vereinigten Königreich ist er am höchsten (92 Prozent). Allerdings holte Spanien in den letzten Jahren deutlich auf.

Laden Sie unseren Retail Sales Monitor 1/2021 hier herunter: