Mann balanciert auf Seil

Keyfacts

  • Zahlungsmoratorien im Kontext von Covid-19 bergen Rechts- und Reputationsrisiken

  • Die Rahmenbedingungen bestimmen die konkrete Vorgehensweise

  • Klar definierte Strategien und Prozesse helfen bei der Steuerung der Risiken

Während der aktuellen Covid-19-Krise ist das Moratorium zur Zahlung von Kreditverpflichtungen eine der am häufigsten angewandten wirtschaftlichen Maßnahmen. Die gesetzgeberischen und / oder privatwirtschaftlichen Moratorien bieten Unternehmen und Einzelpersonen eine Zahlungserleichterung, indem sie die Aussetzung oder Stundung von Zahlungen für Kredite innerhalb eines bestimmten Zeitraums erlauben. Hiermit sollen kurzfristig Liquiditätsprobleme von Bankkunden verringert werden.

Da sich jedoch die vertragliche Ausgestaltung der Zahlungsmoratorien aufgrund nationaler Gesetzgebung von Land zu Land unterscheidet, stehen die Risikomanagementsysteme und -prozesse von Banken vor enormen Herausforderungen. Denn obwohl die EBA am 2. April Richtlinien zu Moratorien für die Rückzahlung von Krediten während der Covid-19-Krise vorgelegt hat, bleiben Fragen offen. Spezifische rechtliche Leitlinien für die praktische Anwendung von Covid-19-Moratorien fehlen generell. Dies setzt Banken bei der Entscheidung, welchen Kunden und in welchem Umfang Zahlungsmoratorien gewährt werden sollen, gleich mehreren nicht-finanziellen Risiken aus  - insbesondere Rechts- und Reputationsrisiken.

Zahlungsmoratorien wirken sich auf das Risikoprofil von Banken aus

Die Gewährung von Zahlungsmoratorien an Kunden, deren wirtschaftliche Zukunft nach der Covid-19-Krise unklar ist, hat einen direkten Einfluss auf das Risikoprofil einer Bank. Denn das Kreditrisiko erhöht sich, insbesondere