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Covid-19: Kurzfristige Liquidität sichern

Covid-19: Kurzfristige Liquidität sichern

Covid-19: Kurzfristige Liquidität sichern

Dr. Philipp Volmer | Partner,

Keyfacts

  • Die Ausbreitung des Coronavirus unterbricht Lieferketten.

  • Unternehmen sind mit Lieferengpässen, Absatzschwankungen und Umsatzeinbußen konfrontiert.

  • Deshalb gilt es, insbesondere die kurzfristige Liquidität im Blick zu behalten.

Das Coronavirus hat sich sehr rasch global ausgebreitet, auch in Deutschland. Die zunehmende Verbreitung trifft auch die weltweite Wirtschaft, ohne dass bislang Klarheit über Dauer, Ausmaß und Folgen herrscht. Dies erhöht die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage.

Negative Wirkungen auf die Wertschöpfungskette

Unstrittig ist: In der eng verflochtenen Weltwirtschaft führt die Ausbreitung des Coronavirus zu Störungen. Transportwege und damit Lieferketten werden unterbrochen. Mögliche Effekte lassen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausmachen:

  1. Lieferengpässe bei der Beschaffung: Wir beobachten bereits, dass die Ausbreitung des Virus sich negativ auf die Versorgungssicherheit von Unternehmen niederschlägt.
  2. Ausfälle in der Produktion/Leistungserstellung: Bereits jetzt steht die Produktion in vielen Unternehmen still und entsprechende produktionsbedingte Einbußen müssen einkalkuliert werden.
  3. Rückläufiger Absatz aufgrund einer sich abrupt verändernden Nachfrage: Typischerweise treffen solche Absatzschwankungen auf zunächst unveränderliche Fixkosten.

Diese Effekte werden dazu führen, dass die Umsätze geringer ausfallen als bislang erwartet. Entsprechend sind negative Auswirkungen auf Cash Flows und Liquidität zu erwarten.

Bislang keine Prognose möglich

Unternehmen in einem weltwirtschaftlich eng vernetzten Land wie Deutschland sind von den beschriebenen Auswirkungen besonders betroffen. Hinzu kommt: Schon vor der Ausbreitung des Coronavirus deutete sich in Deutschland nach der besonders langen Aufschwungphase eine konjunkturelle Abkühlung an. Diese wird durch Covid-19 nun verstärkt werden. Der BDI sprach im Zusammenhang mit dem Coronavirus von einem „Stresstest für die Wirtschaft“. Der Geschäftsklima-Index des ifo-Instituts ist zuletzt deutlich gesunken.  

Eine verlässliche Prognose zu den Folgen von Covid-19 ist in der aktuellen Lage noch nicht möglich. Derzeit ist auch nicht abzusehen, wann die Ausbreitung des Virus zum Stillstand kommen könnte – und auch dann dürften die Nachwirkungen auf die Weltwirtschaft noch länger zu spüren sein.

Kurzfristige Liquidität im Blick behalten

Im Fall von Covid-19 entwickeln sich Unternehmenskrisen erwartungsgemäß nicht mit der bekannten Abfolge von Krisenstadien (Stakeholder-Krise, Strategiekrise, Produktkrise etc.), sondern es ist mit plötzlichen Änderungen im Geschäft zu rechnen. 

Daher raten wir Unternehmen dazu, einen Schwerpunkt auf die kurz- (und mittelfristige) Liquiditätsplanung zu legen. Dies hilft, auch in einem unsicheren, turbulenten Umfeld unerwartete Engpässe zu vermeiden. Besonders wichtig ist dies für Unternehmen, die aufgrund der konjunkturellen Eintrübung bereits über einen geringeren Liquiditätspuffer verfügen. 

Die bisherige Liquiditätsplanung ist im Hinblick auf die Annahmen, auf denen die Planung beruht, zu überprüfen: Mit welchen Einnahmen kann aktuell noch gerechnet werden? Welche Ausgaben stehen an? Wie viel Flexibilität gibt es im Hinblick auf geplante Investitionen? 

Unternehmen sollten Transparenz über ihre Liquidität schaffen, den Liquiditätspuffer – soweit möglich – vergrößern und eine eher konservative, belastbare Planung erstellen, die relevante Szenarien über den möglichen Verlauf durch Corona umfasst. Dies ist ebenfalls erforderlich, um ggf. Hilfen von Bund oder Ländern in Anspruch nehmen zu können.