CEO Outlook: Pragmatismus in unsicheren Zeiten - KPMG Switzerland
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CEO Outlook: Pragmatismus in unsicheren Zeiten

CEO Outlook: Pragmatismus in unsicheren Zeiten

CEO Outlook: Pragmatismus in unsicheren Zeiten

Stefan Pfister | Partner,

Geopolitische Volatilitäten, Renationalisierungstendenzen, fundamentale demographische Verschiebungen sowie zunehmende Cyberattacken sind die grössten Risiken, denen sich die Unternehmensführer weltweit gegenüber sehen. Insgesamt zeigen sich die 1’300 befragten Firmenchefs im diesjährigen CEO Outlook von KPMG realistisch und entsprechend pragmatisch.

Dieser Realismus und Pragmatismus äussert sich in den Wachstumserwartungen der CEO: 56% der CEO rechnen für das laufende Jahr mit einem verhaltenen Umsatzwachstum für das eigene Unternehmen von lediglich bis zu 2%. 52% verzichten auf neue Wachstumsvorgaben und daran gekoppeltes Personalwachstum für das laufende Jahr, solange zuvor festgelegte Wachstumsziele noch nicht erreicht werden. 33% der Befragten sehen in strategischen Allianzen den wichtigsten Wachstumstreiber für die kommenden drei Jahre. Weniger als ein Drittel (28%) glaubt an organisches Wachstum. Und nur 16% der CEO streben anorganisches Wachstum durch Akquisitionen und Fusionen an. Strategische Allianzen rücken besonders im Zeitalter der Digitalisierung immer stärker in den Fokus der CEO: 59% sind der Meinung, dass ihr eigenes Unternehmen noch agiler aufgestellt sein muss, wenn es sich erfolgreich digital transformieren will. Über die Hälfte (53%) ist überzeugt, dass mehr Agilität des eigenen Unternehmens nur durch Partnerschaften mit Dritten erreicht werden kann.

Geopolitische Volatilitäten und die digitale Transformation fördern auch Renationalisierungstendenzen. So holen auch Schweizer Unternehmen unter dem Aspekt des «Re-Shoring» zuvor ins Ausland ausgelagerte Prozesse und Firmeneinheiten vermehrt zurück in die Heimat. «Digitale» Arbeit wird hierzulande in Zukunft noch rund ein Drittel dessen kosten, was heute die Arbeit in Niedriglohnländern kostet. Und das, während gleichzeitig Qualität und Produktivität verbessert werden. Eindrücklich ist, dass 62% der weltweit befragten CEO glauben, dass die fortschreitende Integration künstlicher Intelligenz in Zukunft mehr neue Jobs schaffen als traditionelle Tätigkeiten verdrängen wird.

Der demographische Wandel fordert die Unternehmen, weil es ihnen immer noch schwer fällt, die Bedürfnisse und Ansprüche besonders künftiger Kundengenerationen zu antizipieren. Diese Angebots-/Nachfragelücke bleibt weiterhin offen. Geopolitische Volatilitäten, digitale Transformation und damit einhergehend zunehmende Cyberrisiken erhöhen die Unsicherheit im Gesamtsystem und erschweren damit eine langfristig verbindliche Planbarkeit. Unternehmensführer verlassen sich deshalb stark auf ihre Intuition und orientieren sich an Trends und Tendenzen in ihrer Umwelt. Zwei Drittel der befragten CEO (67%) hören auf ihr Bauchgefühl. Umgekehrt zweifelt mehr als die Hälfte (51%) die Signifikanz prädiktiver Analysen an.

Als stark exportorientiertes Land gelten die Erkenntnisse dieser weltweiten Studie ebenso für die Schweiz. Hiesige Unternehmen tun entsprechend gut daran, sich systematisch mit diesen Risiken auseinanderzusetzen.

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