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Konnektivität ist für Unternehmen der Schlüssel zum digitalen Wandel. Ebenso wie 3G die Grundlage für Smartphones bildete und 4G die Mobilfunkabdeckung förderte, läutet 5G nun eine neue Ära der Konnektivität ein. Die 5G-Technologie ermöglicht Breitband- und Hochgeschwindigkeitslösungen wie das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), hochauflösendes Streaming, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität. Kurz: 5G birgt enormes Potenzial für die Neugestaltung von Umsatzmodellen, die Optimierung von Arbeitsabläufen und die Verbesserung der Kundenerfahrung. Somit stellt sich die Frage, inwieweit Schweizer Unternehmen die Technologie bereits nutzen oder ihren Einsatz in der nahen Zukunft planen.

5G bietet verglichen mit 4G massive Vorteile. Dank der Technologie können viel mehr Geräte gleichzeitig eine Verbindung mit dem mobilen Internet herstellen. Auch die Up- und Download-Geschwindigkeit ist bis zu 100 Mal schneller als bei 4G. In Verbindung mit Edge Computing, der dezentralen Datenverarbeitung am Rand des Netzwerkes und damit näher am Nutzer, sind die Vorteile noch offensichtlicher.

Derzeit werden Daten von den einzelnen Geräten noch über drahtlose Netzwerke an ein Rechenzentrum übertragen und dort verarbeitet. Beim Edge Computing werden die Daten im Gerät selbst verarbeitet. Angesichts der zunehmenden Nutzung des Internets der Dinge (IoT) ist das ein kritischer Faktor: Bei autonomen Fahrzeugen beispielsweise kann die sofortige Datenverarbeitung für die Reaktionsgeschwindigkeit von unschätzbarem Wert sein. Auch in der Kommunikation von Maschine zu Maschine (M2M) spielt Edge Computing in zahlreichen Sektoren eine entscheidende Rolle: etwa wenn Fahrzeuge sich gegenseitig verfolgen oder ihre Live-Standorte an eine Zentrale melden, wenn ein Verkaufsautomat automatisch Nachschub im System des Lieferanten bestellt, sobald die Vorräte zur Neige gehen, oder wenn intelligente Zähler den aktuellen Zählerstand an die Systeme des Stromversorgers melden, um den Energieverbrauch zu ermitteln.

Enormes Potenzial von 5G für Unternehmen

KPMG und das internationale Marktforschungsunternehmen IDC haben fünf Branchen analysiert: industrielle Fertigung, vernetzte Gesundheitsversorgung, intelligenter Transport, Umweltüberwachung und Gaming. Nach unseren Schätzungen könnten diese fünf Branchen durch den verstärkten Einsatz von 5G und Edge Computing bis 2023 jährlich USD 517 Mrd. Umsatz für ein Ökosystem generieren, zu dem unter anderem Konnektivität, Hardware, Software und Dienstleistungen gehören. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

5G und IoT Business Potenzial

Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrössern.

Wo werden diese Technologien in der Schweiz bereits eingesetzt?

Schweizer Unternehmen sind bekannt für ihre Innovationskraft. Auch bei der Nutzung der Möglichkeiten, die 5G bietet, sind sie ganz vorne mit dabei. Die führenden Branchen nutzen die neueste Festnetz- und Mobilfunktechnologie für IoT-Anwendungen, darunter die Pharma- und Chemieindustrie, der Finanzdienstleistungssektor, die Industrie und die Konsumentenmärkte, wo sie bereits seit einiger Zeit in Wearables zu finden sind. Wir schauen uns drei Beispiele an:

ABB

Einsatz von industriellen IoT-Anwendungen in verschiedenen Sektoren
Industrielle IoT-Anwendungen (IIoT) ermöglichen die Erfassung und Analyse von Daten und tragen zur Verbesserung der operativen Leistung und des Kundennutzens bei. Experten können aus der Ferne auf Daten und Analysen zugreifen und ihre Erkenntnisse mit neuen und aufkommenden Technologien koppeln, um Probleme früher zu erkennen, besser zu diagnostizieren und schneller zu beheben. ABB wendet sein Know-how in einem breiten Spektrum von Branchen an. So baut das Unternehmen beispielsweise Ferndiagnosetools auf Schiffen ein, mit denen Daten erfasst, angezeigt und analysiert werden können. Damit kann ABB Fehler und Störungen an Bord sofort erkennen und beheben, die Gerätediagnostik koordinieren und präventive Wartungsdienstleistungen empfehlen. Diese IIoT-Dienstleistungen vermitteln Betreibern von Rechenzentren Einblicke in ihre eigenen Betriebsabläufe und ermöglichen das Erkennen von Problemen, bevor sie entstehen. Dadurch können der Energieverbrauch und die Betriebskosten optimiert werden. 

Mit der zunehmenden Entwicklung und Reife dieser neuen Technologien (5G und Edge), die zu immer besseren IIoT-Ergebnisse führen, müssen wir als IT-Funktion von ABB unsere Denkweise und Strategie hinsichtlich Konnektivität kontinuierlich hinterfragen und aktualisieren. Dies immer häufiger, da sich die Landschaft innerhalb des Geschäftes sowie in der Entwicklung der Technologie ständig verändert.

Alec Joannou
Group Chief Information Officer
ABB Group

Swisscom

Verwandlung von Daten in «digitales Gold»
Swisscom bietet in einem breiten Spektrum von Anwendungen unter anderem «IoT Data as a Service» (IoT DaaS) an. Sie bezeichnet IoT-Daten als «digitales Gold», das jedes Unternehmen schürfen, analysieren und nutzen kann, um daraus etwas Gewinnbringendes zu entwickeln. Die Bahntechnikgruppe Rhomberg Sersa Rail wendet beispielsweise eine massgeschneiderte IoT-Lösung von Swisscom und Microsoft an, um die Positions- und Betriebsdaten ihrer Anlagen zu erfassen, zu analysieren und auszuwerten. Die Sensordaten werden über Swisscom an den Azure IoT Hub von Rhomberg übertragen, in eine Datenbank eingegeben und visualisiert. Daraus lassen sich Erkenntnisse ablesen, die schnellere und kostengünstigere grenzüberschreitende Arbeitsabläufe ermöglichen.

IoT ist mehr als nur das Verbinden von Sensoren und Geräten mit dem Internet. Zusätzlich könnten auch historische Daten, öffentlich verfügbare Daten oder Daten anderer vernetzter «Dinge» aggregiert werden, um Erkenntnisse zu gewinnen.

Roger Kaspar
Head of Sales Internet of Things
Swisscom

Amgen

LNutzung neuer KI-Anwendungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung (Quelle: 2018 World Medical Innovation Forum)
Das Biotechnologieunternehmen Amgen nutzt digitale Möglichkeiten zur Verbesserung verschiedenster Bereiche – von der Wirkstoffentdeckung über die Patientenidentifikation bis hin zur Optimierung der Interaktion mit Ärzten. Dabei fokussiert es in mehreren Segmenten auf zwei Formen von KI: maschinelles Lernen und Deep Learning. Ein Beispiel ist ein kollaboratives Pilotprogamm, mit dem die Diagnose osteoporosebedingter Knochenbrüche verbessert werden soll. Die Algorithmen für maschinelles Lernen und Deep Learning werden trainiert, indem sie auf sehr grosse Datenmengen angewendet werden. In diesem Fall handelt es sich um Tausende von radiologischen Aufnahmen. Amgen erhofft sich von diesem Ansatz bessere Diagnosen und letztendlich eine Verringerung des Risikos von Sekundärfrakturen.

Unterstützung bei der erfolgreichen Umsetzung aufkommender Technologien

KPMG und Ericsson haben eine Partnerschaft geschlossen, die auf dedizierte 5G-Netzwerke mit ihrer massiven Bandbreite, grösseren Zuverlässigkeit und Leistung fokussiert. Uns ist bewusst, vor welcher Herausforderung Unternehmen stehen, die über die Proof-of-Concept-Phase hinaus gehen und signifikante Veränderungen umsetzen wollen. Aus diesem Grund haben wir uns zusammengeschlossen, um zu demonstrieren, wie 5G Wachstum unterstützen und geschäfts-, betriebs- und technologieübergreifend eingesetzt werden kann.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise in der industriellen Fertigung tätig ist, möchte es vielleicht die Nutzung von Industrie 4.0 optimieren, um seine Effizienz zu steigern und Ausfallzeiten zu reduzieren. Nach Schätzungen von KPMG und Ericsson könnte eine Fabrik durch den Einsatz von dedizierten 5G-Netzwerken – durch weniger Verkabelung, mehr Flexibilität und Kostensenkungen – jährlich USD 1 pro Quadratmeter einsparen. Bei einer Fläche von 10’000 m² würde sie jährlich USD 4 Mio. sparen. Mehr über diese Partnerschaft erfahren Sie hier. 

Erhebliche Hindernisse zu überwinden

Trotz der offensichtlichen Vorteile verläuft die Einführung von 5G in der Schweiz aufgrund von Einwänden im Zusammenhang mit möglichen Gesundheitsrisiken langsamer als von vielen erwartet. Diese Bedenken haben einige Kantone dazu veranlasst, die Erteilung von Baubewilligungen für neue Antennen zu erschweren. Die Telekommunikationsanbieter haben stattdessen darauf fokussiert, die vorhandenen Anlagen auf 5G aufzurüsten. Selbst dafür verlangen einige Kantone nun ein Baugesuch. Obwohl einige der bevölkerungsreicheren Kantone wie Zürich und Genf den Bau neuer Antennen ausgebremst haben, verdoppelte sich die Zahl der 5G-Antennen in der Schweiz von rund 2500 im April 2020 auf mehr als 5300 im April 2021 («Innert eines Jahres hat sich die Zahl der 5G-Antennen verdoppelt», NZZ am Sonntag, 24 April 2021).

Es bleibt abzuwarten, ob die gesundheitlichen Bedenken ausgeräumt werden können, die Standpunkte der Bundesregierung und der Kantonsbehörden sich ändern und welche Fortschritte die Schweiz bei der Einführung von 5G verglichen mit ihren Nachbarländern erzielen wird.

5G-Antennen in der Schweiz

Weitere Risiken für IoT-Anwendungen

Cyberrisiken zählen zu den grössten und häufigsten Risiken für den Erfolg von IoT-Anwendungen. Durch die kontinuierliche Konnektivität und den ununterbrochenen Datenaustausch zwischen Maschinen entstehen Angriffspunkte für Cyberkriminelle, etwa durch Denial-of-Service-Angriffe. Sie können zu Betriebsunterbrechungen bei vernetzten Unternehmen, der Übernahme von Geräten durch Kriminelle und zur Fälschung von Informationen durch Spoofing-Techniken führen.

Wir sind jedoch überzeugt, dass sich 5G-Netzwerke trotz dieser Hindernisse aufgrund des schieren Potenzials von 5G und IoT durchsetzen werden. Mit dieser Meinung stehen wir nicht alleine da. So soll der Anteil der von Unternehmen generierten Daten, die ausserhalb eines traditionellen zentralen Rechenzentrums oder einer Cloud verarbeitet werden, bis 2025 Schätzungen zufolge von 10 Prozent im Jahr 2018 auf 75 Prozent anwachsen.

Vorbereitung auf den nächsten Quantensprung

Die Kombination von 5G, Edge Computing und IoT bietet enormes Potenzial. Dass Unternehmen in der Schweiz und im Ausland durch den Einsatz dieser Technologien bei der Verbesserung ihrer operativen Leistung und der Kundenerfahrung einen gewaltigen Sprung nach vorn machen werden, erscheint schon jetzt klar.

Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder Verwaltungsrat und jede Unternehmensleitung die Frage stellen: Wie sieht unsere 5G-Strategie aus? Haben wir unsere Roadmap für IoT ausgearbeitet und alle Risiken identifiziert und dargestellt? Verfügen wir intern über die richtigen Kompetenzen, um die notwendigen Veränderungen umzusetzen, oder benötigen wir Unterstützung, damit wir die Umsetzung in unserem Unternehmen, im operativen Geschäft und in der Technologie im richtigen Massstab durchführen können?

Wenn Schweizer Unternehmen diese Fragen beantworten und sich die richtigen Ressourcen sichern, werden sie besser auf den nächsten Quantensprung und die mit der Transformation verbundenen Vorteile vorbereitet sein.

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