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Das Gesundheitswesen steht nicht erst seit der Coronapandemie im Fokus der Öffentlichkeit. Steigende Kosten und Krankenkassenprämien beschäftigen die Schweizer Bevölkerung und die Politik seit Langem.

Alle Akteure sind stark gefordert, auch die Spitäler selbst. Diese sind teilweise nicht mehr in der Lage, notwenige Investitionen – beispielsweise in medizinische Geräte, moderne Infrastruktur und Digitalisierungsprojekte – aus eigener Kraft zu tätigen.

Gleichzeitig zeichnen sich steigende Kosten ab, z.B. in Form erhöhter Energie- und Medikamentenpreise sowie zunehmender Lieferkettenprobleme.

Operational Excellence-Programme können Spitälern dabei helfen, sich in diesem anspruchsvollen und komplexen Umfeld besser aufzustellen.

«Letztlich ist es die hohe Kunst der Operational Excellence, die Erträge und Kosten substanziell zu optimieren und gleichzeitig die Behandlungsqualität sowie die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit laufend zu verbessern.»

Dr. Walter Gratzer, Director KPMG Gesundheitswesen

Einblicke und Empfehlungen

  • Ein Operational Excellence-Programm kann helfen, die Ertrags- und Kostenseite eines Spitals zu optimieren, wobei sich zwei Drittel des Effekts über die Ertragsseite realisieren lassen und ein Drittel über die Kostenseite. Wichtig: derartige Optimierungen müssen immer einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit leisten.
  • Grosses Potenzial liegt bei der Patientenakquisition: Ein professionelles Zuweiser-Management und die vollständig digitale Abwicklung der Patientenadministration können hier einen Beitrag leisten.
  • Bei der Optimierung der Personalkosten sind die verschiedenen Bereiche, die Kliniken, die Pflege und die Supportfunktionen (z.B. HR, IT, etc.) differenziert zu betrachten. Während in der Pflege Einsparungen sehr herausfordernd sind, lassen sich häufig in der Verwaltung Personalkosten reduzieren (z.B. durch Bündelung von Bereichen, Prozessoptimierungen, etc.).
  • Oft fehlt Spitälern der Mut, sich von unrentablen Bereichen zu trennen und beispielsweise mit einem Kooperationspartner eine bessere Lösung zu finden. Wir sehen vor allem im Bereich der integrierten Versorgung und der besseren Einbindung der Akutspitäler in die Versorgungskette deutliche Potenziale.
  • Entscheidend für den Erfolg von Operational Excellence-Programmen ist der kulturelle Wandel. Die Bereitschaft zur Veränderung bildet die Basis für die erfolgreiche Optimierung eines Spitals.

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