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«KPMG investiert stark in die Mitarbeitenden und in Technologie»

Interview mit Stefan Pfister

Stefan Pfister spricht im Interview über das positive Jahresergebnis von KPMG Schweiz, wichtige Entwicklungen im Prüfungs- und Beratungsgeschäft sowie substanzielle Investitionen.

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Stefan Pfister, CEO von KPMG Schweiz

Stefan Pfister, CEO von KPMG Schweiz

Was waren im vergangenen Geschäftsjahr die wichtigsten Treiber für das Geschäftsergebnis von KPMG Schweiz?

Die digitale Disruption ist nach wie vor der wichtigste Treiber: Sie betrifft sämtliche Geschäftsbereiche und erfordert hohe Investitionen in Technologie, Personal und Infrastrukturen. Sie eröffnet aber auch völlig neue Perspektiven, und zwar sowohl im Prüfungs- wie im Beratungsgeschäft: sei es zur umfassenden Analyse und Nutzung von Kundendaten, zur Automatisierung von Standardabläufen oder zur Entwicklung innovativer Prozessoptimierungs-Plattformen. Ein weiterer positiver Treiber waren die anhaltend tiefen Zinsen. Sie haben viele Fusionen und Akquisitionen begünstigt. Diese bringen aber natürlich auch das Risiko zunehmender Verschuldungen mit sich. Wachstumshemmend sind ungelöste Reformvorhaben in zentralen Politikbereichen: Dazu gehören Altersvorsorge, Gesundheit, Energie, Arbeitsrecht, Digitalisierung und Marktzugänge. Sie sorgen für Ungewissheit und entsprechende Zurückhaltung bei Neuinvestitionen. Nun liegt es am neuen Parlament, nachhaltige – das heisst auch wirtschaftsfreundliche – Reformen voranzutreiben! 

Gab es wesentliche Unterschiede im Prüfungs- und Beratungsgeschäft?

Durchaus. In der Wirtschaftsprüfung waren neue technologische Möglichkeiten auf Kunden- wie auf KPMG-Seite mitverantwortlich für die positive Entwicklung: Sie erlauben es einerseits, Finanz- und Führungsprozesse völlig neu zu gestalten. Sie helfen aber auch, wichtige Prüfungsarbeiten zu standardisieren, automatisieren und zentralisieren. Dies stärkt die Prüfsicherheit und die Relevanz unserer Berichterstattung weiter.

In der Steuer- und Rechtsberatung war die hohe Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Global Mobility Services mitverantwortlich für das gute Ergebnis. Dabei kommen ausgereifte Technologielösungen zum Einsatz. Dank ihnen können unsere Kunden auch sehr komplexe, steuerrechtliche Herausforderungen mit Hunderten oder sogar Tausenden von Expats meistern. Und sie können so die Vorteile der globalen Mobilität nutzen. Ebenfalls stark nachgefragt waren Steuer- und Rechtsberatungen bei grossen M&As und bei komplizierteren Umstrukturierungen.

Wie lief es im Advisory-Geschäft?

Im Bereich Management Consulting mussten wir einen leichten Umsatzrückgang verzeichnen. Grund dafür war die während der letzten beiden Jahre vorgenommene Neuausrichtung und Fokussierung, die mit einer Kapazitätsverringerung einherging. Die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen zur Meisterung der digitalen Transformation, zur Planung und Umsetzung von ERP-Systemen, zur Optimierung der Finanzfunktion in Unternehmen sowie zur Schaffung von Cybersicherheit ist und bleibt aber hoch. Insbesondere Kunden aus dem Life-Science-Sektor verlangten viel Unterstützung zur Abwehr von Wirtschaftskriminalität und zur Sicherstellung der Rechtskonformität in allen Fragen und Ländern. Versicherungskunden ersuchten besonders um Hilfe bei der Abwehr von Cyberrisiken sowie bei der regelkonformen Einführung der neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 und IFRS 17.

Weiterhin sehr positiv entwickelt sich der Bereich Deal Advisory. Hier unterstützen wir Kunden in allen Phasen von Käufen oder Verkäufen von Unternehmen oder Unternehmensteilen, aber auch bei Planung und Aufbau von Joint Ventures und strategischen Partnerschaften sowie bei Restrukturierungen. 

In welchen Bereichen hat KPMG besonders investiert?

Vor allem in die Personalentwicklung, in technologische Innovationen und in wichtige Partnerschaften. Unsere Kunden profitieren dabei auf verschiedene Weise von unserer Innovationskraft: So investierten wir im letzten Jahr rund 6% unseres Umsatzes in die Digitalisierung mit dem Ziel, Datenanalysen noch aussagekräftiger und Lösungsvorschläge noch wirksamer zu machen. Im Insights Center, dem eigentlichen Data & Analytics-Flaggschiff von KPMG Schweiz, erleben unsere Kunden eine neue Dimension der Datenvisualisierung und -analyse und können so ihre eigenen Unternehmensdaten in bisher nicht gekannter Qualität systematisch nutzen. Erwähnen möchte ich aber auch das Board Leadership Center, eine hochwertige, exklusive Netzwerkplattform für Verwaltungsräte, das wir jüngst gegründet haben.

Als zukunftsorientiertes Unternehmen investieren wir auch viel in attraktive Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden: Dazu gehören flexiblere Arbeitsformen sowie Initiativen zum lebenslangen Lernen und zur Förderung von Sport und Gesundheit der Mitarbeitenden. KPMG hat 2019 über 8 Millionen Franken in Aus- und Weiterbildungen investiert und rund 600 neue Fachkräfte angestellt. Erfrischend war auch unser Umzug an den (temporären) neuen Hauptsitz in Zürich-Binz und in den neuen Genfer Stadtteil Pont Rouge, zwei eigentliche Trendquartiere.

Wir engagierten uns zudem in verschiedenen Bereichen, um die Schweiz als attraktiven, zukunftsfähigen und vertrauenswürdi­gen Wirtschaftsstandort zu positionieren. Dazu gehören Engagements bei economiesuisse, digitalswitzerland, Women Corporate Directors und vielen weiteren nationalen, regionalen und fachspezifischen Netzwerken. Zudem tragen wir mit verschiedenen Studien zu Schlüsselthemen der Schweizer Wirtschaft regelmässig zu einer faktenbasierten, öffentlichen Diskussion zu wichtigen Zukunftsthemen bei. 

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