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«KPMG muss sich als Arbeitgeberin ständig neu erfinden»

Interview mit Christian Kehler

Christian Kehler, Leiter Personalwesen bei KPMG, gewährt Einblicke in die Herausforderungen bei der Rekrutierung von Talenten und deren langfristigen Bindung an das Unternehmen. Wie gelingt es KPMG trotzdem, die besten Talente und Spezialisten zu gewinnen? Und was zeichnet KPMG langfristig als attraktive Arbeitgeberin aus?

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Christian Kehler, Leiter Personalwesen bei KPMG

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Mit welchen Herausforderungen ist KPMG derzeit auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert?

Die grösste Herausforderung ist es, die richtigen Mitarbeitenden für unsere offenen Positionen zu finden und sie von KPMG als Arbeitgeberin zu überzeugen. Die zunehmenden Regulierungen, insbesondere die Einschränkungen für ausländische Fachkräfte, erschweren die Suche. Hinzu kommt die hohe Erwartungshaltung von zukünftigen Mitarbeitenden bezüglich Aufgabenspektrum, Lohn und zusätzlichen Benefits. KPMG muss sich als Arbeitgeberin ständig neu erfinden und als attraktive Arbeitgeberin positionieren. Wichtig dabei ist, dass wir den Interessentinnen und Interessenten die vielseitigen Karrieremöglichkeiten aufzeigen und uns von anderen Mitbewerbern abheben. So bleiben wir auch in Zukunft wettbewerbsfähig.

Gute Mitarbeiter zu finden wird immer schwieriger. Wie gelingt es Ihnen, die besten Talente und Spezialisten zu gewinnen?

Neben unserer proaktiven Rekrutierung sowie der direkten Ansprache von passenden Talenten und Spezialisten gehören unsere Mitarbeitenden als Botschafter und das grosse KPMG Alumni-Netzwerk zu den wichtigen Kanälen zur Gewinnung – oder Rückgewinnung – von geeigneten Mitarbeitenden. Hinzu kommen die über 120 verschiedenen Dienstleistungen in den Bereichen Steuer- und Rechtsberatung, Unternehmensberatung und Financial Services, die wir unseren Mitarbeitenden alleine in der Schweiz bieten können. Die verschiedenen Bereiche bieten herausragende Möglichkeiten für vielseitige Karrieren innerhalb des Unternehmens – das globale KPMG-Netzwerk und Möglichkeiten für internationale Einsätze bieten einen zusätzlichen Mehrwert. KPMG investiert zudem stark in die Aus- und Weiterbildung. Wichtig ist es, aufzuzeigen, welche Berufsfelder es bei uns gibt und wer die Menschen hinter den Daten und Zahlen sind. Um neue Talente wie Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen anzusprechen, sind wir an Hochschulen und auf Messen sehr präsent. Hier haben die Studierenden die Möglichkeit, unsere Services in Workshops näher kennen zu lernen. Die jungen Leute erhalten anhand realer Kundenbeispiele ein Gespür für unsere Arbeit. 

Welche Rolle kommt dabei dem Thema «Diversity» zu?

Das Thema «Diversity» ist nicht neu. Mit Blick auf die Gewinnung neuer Talente bedeutet es für uns aber auch eine Kulturveränderung. Hierbei bezieht sich Diversity nicht rein auf das oft genannte Geschlechterverhältnis, sondern auch auf den Hintergrund der Ausbildung, die Nationalität und viele weitere Faktoren, die einen Menschen auszeichnen. Wir verwenden gerne den Begriff «Inclusion», um auszusagen, dass jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag leistet und sich einbezogen fühlt. Wir sind davon überzeugt, dass gemischte Teams leistungsstärker sind, da sie ein breiteres Spektrum an Argumentationen und Erfahrungen ermöglichen. Wir sehen im Markt, dass diese Vielschichtigkeit sowohl für potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für Kunden wesentlich in die Entscheidungsfindung miteinfliesst. 

Noch schwieriger ist es, Toptalente auch langfristig an ein Unternehmen zu binden. Was unternehmen Sie, um KPMG langfristig als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren?

Die Unternehmenskultur als verbindendes Element ist zentral, um KPMG als attraktive Arbeitgeberin langfristig zu positionieren. Dies ist auch das Feedback unserer Mitarbeitenden. Kollegialität, Zusammenhalt und der gemeinsame Anspruch, die passenden Lösungen für unsere Kunden zu erarbeiten, schweissen zusammen. Und sie spornen an! Mitarbeitende können bei KPMG von Anfang an Verantwortung übernehmen und während ihrer gesamten Karriere wertvolle Erfahrungen sammeln. Die «Dienstwege» sind bei KPMG meist kurz, und die eigene Meinung wird zu jeder Zeit angehört und respektiert. Einzelne Massnahmen wie Mitarbeiterevents, Sportanlässe, Gesundheitsinitiativen, unsere Corporate Social Responsibility-Aktivitäten und der Einsatz der KPMG Foundation gehören natürlich auch dazu. Insbesondere mit der Stärkung von mobilen Arbeitsmodellen entsprechen wir dem Wunsch der Mitarbeitenden nach mehr Flexibilität und fördern deren Eigenverantwortung. Wer bei KPMG bereit ist, Leistung zu zeigen, kann an Herausforderungen wachsen und die Zukunft mutig mitgestalten. 

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden den zukünftigen Anforderungen gewachsen sind, die für den Erfolg des Unternehmens ausschlaggebend sind?

Aus- und Weiterbildungen – seien diese extern oder intern – sind ein zentrales Element unserer Lernkultur. Neben den technischen Ausbildungen und Schulungen legen wir viel Wert auf die Entwicklung und Stärkung von sogenannten «Soft skills», insbesondere auch in Bezug auf zukünftige Anforderungen. Ein breites Angebot an digitalen Kursen ergänzt die «klassischen Trainings» mit Lehrkräften. Ein klar definierter Performance-Development-Prozess fördert zudem die individuelle und persönliche Entwicklung der Mitarbeitenden. Im Rahmen dieses Prozesses können die Mitarbeitenden regelmässig Feedback von Vorgesetzten und Personen, mit denen sie z.B. in Projekten zusammengearbeitet haben, einholen. Neben einzelnen Coaching- und Mentoring-Initiativen bieten wir zudem Perspektiven- und Karrieregespräche zur umfassenden Förderung unserer Mitarbeitenden an. Auch die internationale Mobilität ist Teil unserer Lernkultur. Damit gehen wir auf den Anspruch jedes Einzelnen ein, sich stetig weiterzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben. 

Welche Tipps geben Sie jungen Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg?

Seid wissbegierig, offen für Neues und bringt eure kritische Meinung ein. Man hat schliesslich nie ausgelernt, und der Job, für den ihr euch heute bewerbt, ist in fünf Jahren vielleicht ein ganz anderer. Macht euch aber auch Gedanken darüber, was ihr wirklich möchtet, und platziert dies im Bewerbungsgespräch. Ganz im Sinne des lebenslangen Lernens sollte dabei nicht der Lohn im Vordergrund stehen, sondern die Möglichkeiten, die zur persönlichen und professionellen Weiterentwicklung geboten werden. Das legt den Grundstein für eine vielversprechende Karriere.

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