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«Ich gebe alles, um meine Ziele zu erreichen»

Interview mit Alessandra Keller

Von nichts kommt nichts – für die U23-Mountainbike-Weltmeisterin Alessandra Keller schon lange eine Binsenweisheit. Die Nidwaldnerin spricht im Interview über ihren Sieg an der letztjährigen Weltmeisterschaft auf der Lenzerheide und gewährt Einblicke in ihren Trainingsalltag.

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Spitzenmountainbikerin Alessandra Keller

Spitzenmountainbikerin Alessandra Keller

Letztes Jahr gewannen Sie an der Mountainbike-WM in Lenzerheide Gold in der U23-Kategorie. Woran haben Sie auf der Siegertribüne gedacht?

Dieser Moment war von grosser Freude und Stolz darüber geprägt, was ich und das ganze Team erreicht haben. Am Tag der Weltmeisterschaft konnte ich meine beste Leistung erbringen und ein perfektes Rennen fahren! Viel wurde im Vorfeld über die Heim-WM geschrieben. Entsprechend gross war der Druck, und es war mein Ziel, diesen Titel zu gewinnen. Ich war einfach erleichtert und unglaublich glücklich.

Als Weltmeisterin müssen Sie etwas besser machen als alle anderen. Können Sie uns verraten was?

Dafür gibt es kein Geheimrezept, denn es handelt sich um ein sehr individuelles Konstrukt, das von Athlet zu Athlet unterschiedlich ist. Es ist ein Zusammenspiel von unzähligen Komponenten. Aber sicher braucht man sehr viel Disziplin, Motivation, Wille, Ehrgeiz, Talent und ein Umfeld mit Personen, welche auf die genau gleichen Ziele hinarbeiten. Wirklich die Beste der Welt zu sein oder zu werden, ist ein langer Prozess. In meinem Fall ist es sicher der eiserne Wille, alles zu geben, um meine Ziele zu erreichen. 

Wie bereiten Sie sich körperlich und mental auf grosse Wettkämpfe vor?

Meine Saisonplanung wird in Absprache mit dem Team und dem Trainer auf die Highlights ausgelegt. Dabei erarbeiten wir einen strukturierten Trainingsplan mit vermehrt intensiveren Trainings mit Blick auf den grossen bevorstehenden Wettkampf. Mental sieht die Vorbereitung ähnlich aus wie für ein «gewöhnliches» Rennen aus. Ich versuche, mir die Strecke detailliert im Kopf einzuprägen und spiele verschiedene Szenarios durch, welche während dem Rennen eintreffen könnten. Aber auch hier gilt: mentale und körperliche Fitness  sind das Resultat eines langen Prozesses, und werden über Jahre und die ganze Saison aufgebaut. 

Alessandra Keller riding the mountain bike through the forest

Alessandra Keller bei einem Rennen

Und wie schalten Sie nach körperlichen und mentalen Hochleistungen gezielt ab?

Abschalten fällt direkt nach dem Event oft schwer, und es braucht immer etwas Zeit, um zu realisieren, was man erreicht hat. Am besten kann ich dies mit Bewegung in der Natur. 

Was hat Sie dazu bewogen, den Weg einer Leistungssportlerin zu gehen?

Eigentlich gibt es nicht einen bestimmten Anlass, der mich dazu bewogen hat, Leistungssportlerin zu werden. Seit ich ein kleines Mädchen bin, ist Sport meine allergrösste Leidenschaft. Erfolge an internationale Wettkämpfen, allen voran der Juniorenweltmeistertitel, haben mir den Schritt in den Profisport geebnet. 

Sie sind Studentin der Pharmazeutischen Wissenschaften. Wie gelingt es Ihnen, Studium und sportliche Karriere zu vereinbaren?

Für die Kombination von Spitzensport und Studium braucht es viel Disziplin, und man muss bereit sein, auf andere Dinge zu verzichten. Als Student sowie Spitzensportler muss man die Flexibilität haben, in intensiven Phasen das Eine zu priorisieren und das Andere etwas zurückzustecken. 

Der Sommer steht vor der Tür: Welche Routen empfehlen Sie Mountainbike-Anfängern?

Grundsätzlich empfehle ich Anfängern, zuerst das Fahrrad gut kennen zu lernen. Flow-Trails oder einfache Wurzelwege sind perfekte Trainingsgebiete, um sein Fahrkönnen zu verbessern. 

Wohin zieht es Sie in den Sommerferien?

Da unsere Rennsaison im Sommer stattfindet, gibt es für mich grundsätzlich keine «Sommerferien». Als Spitzensportler hat man jedoch das Privileg, um die Welt reisen zu dürfen und dabei seinen Traum zu leben. Meine Ferien finden eher im Herbst und somit Ende Saison statt. Zu jener Zeit bleibe ich dann auch gerne einfach zu Hause, da wir sonst immer unterwegs sind. 

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