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«Schweizer Unternehmen stärken ihre globale Position weiter»

Interview mit Timo Knak

Timo Knak spricht über den zunehmenden Stellenwert von Private Equity im M&A-Geschäft und verrät, mit welchen M&A-Entwicklungen er in nächster Zukunft rechnet.

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Timo Knak

Timo Knak, Leiter M&A von KPMG

Wie entwickelte sich der M&A-Markt im letzten Jahr?

2018 war aus M&A-Sicht ein grossartiges Jahr. Mit 493 Transaktionen sorgten Schweizer Unternehmen und Private-Equity-Häuser für ein Rekordjahr. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung nochmals stark zu, um rund einen Viertel. Das ist viel! Das Transaktionsvolumen erhöhte sich gegenüber 2017 ebenfalls markant, von USD 102 Mrd. auf USD 133 Mrd., blieb aber hinter dem Rekordwert aus dem Jahr 2014 zurück. Insgesamt belegen diese Entwicklungen die gesunde und stabile Ausgangslage für Schweizer Unternehmen.

Wie beurteilen Sie denn die aktuelle Schweizer Unternehmenslandschaft?

Die Schweizer Unternehmen haben nach den Finanzkrisen in den Jahren 2008 und 2009 ihre Hausaufgaben gemacht. Als Antwort auf die Finanzkrise haben sich Unternehmen neu aufgestellt, ihre Finanzierungsstrukturen und strategische Ausrichtung angepasst. Dies hat zu einer noch wettbewerbsfähigeren und stärkeren Unternehmenslandschaft als je zuvor geführt.

Welche Branchen verzeichneten besonders hohe M&A-Aktivitäten?

Die Pharma- und Life-Sciences-Branche, die Finanzindustrie sowie der Industriesektor. Die meisten Transaktionen weist mit 88 Deals der Industriesektor auf. Das höchste Transaktionsvolumen erzielten Pharma- und Life-Sciences-Unternehmen mit knapp USD 29,5 Mrd.. Auch der Bereich Technologie, Telekommunikation und Medien mit 68 Deals war sehr aktiv, gefolgt vom Finanzsektor mit 62 Transaktionen.

Müssen wir einen Ausverkauf der Heimat befürchten?

Nein, davon kann nicht die Rede sein: Die Schweizer Unternehmen erwerben viel mehr Firmen im Ausland als umgekehrt. So haben Schweizer Unternehmen 230 ausländische Firmen übernommen. Im Gegenzug haben ausländische Firmen nur 117 Unternehmen in der Schweiz gekauft. Von diesen grenzübergreifenden Transaktionen, wo entweder ein Schweizer Käufer ein Unternehmen im Ausland akquirierte oder ein ausländisches Unternehmen eine Schweizer Firma übernahm, sind Nordamerika und Westeuropa mit etwa 80% dieser Transaktionen die wichtigsten M&A-Partner für die Schweiz. Durch diese globale M&A-Strategie konnten Schweizer Unternehmen ihre starke Position aus globaler Sicht weiter ausbauen.

Wie hat sich der Stellenwert von Private Equity im M&A-Geschäft verändert?

Private Equity spielt bei Unternehmensfusionen und -übernahmen eine zunehmend bedeutende Rolle. Die Anzahl PE-Deals erreichte 2018 mit 160 Transaktionen den Höchststand seit Beginn unserer Erhebungen im Jahr 2007. Zudem ist nicht nur die Anzahl Deals mit Private-Equity-Beteiligung, sondern auch der prozentuale Anteil an Transaktionen, bei denen ein PE-Haus mitwirkte, mit 32% auf dem höchsten Stand seit 2007. Dies unterstreicht die kontinuierliche Stärke der Schweizer PE-Gemeinschaft und das grosse Interesse von internationalen PE-Häuser an Schweizer Beteiligungen. Der zunehmende Einfluss von Private Equity wird einerseits durch das anhaltend tiefe Zinsumfeld mit entsprechend vorteilhaften Finanzierungskonditionen begünstigt. Anderseits profitieren Private-Equity-Fonds von erfolgreich durchgeführten Fundraisings, und verfügen somit aktuell in grossem Umfang über liquide Mittel, also sogenanntes Dry-Powder, um neue Investitionen zu tätigen.

Was bedeutet das für die Zukunft von Private Equity?

Ich bin überzeugt, dass die Bedeutung von Private-Equity-Häusern im M&A-Geschäft weiter zunehmen wird, da sie viel unternehmerisches Wissen mitbringen und langfristig denken. Dadurch, dass diese Anlageklasse auch bei Investoren Bedeutung und Popularität gewinnt, erwarte ich, dass das Kapital, welches Private-Equity-Fonds zur Verfügung steht, um in Unternehmen zu investieren, in der Tendenz weiter steigen wird und die Präsenz von Private-Equity Häusern somit gestärkt wird.

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