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Coronakrise hinterlässt auch Spuren im Schweizer M&A-Markt

Coronakrise hinterlässt auch Spuren im M&A-Markt

Die Coronakrise hat den Markt für Fusionen und Übernahmen spürbar beeinflusst. Das Transaktionsvolumen ist 2020 im Vorjahresvergleich um die Hälfte zurückgegangen; die Anzahl Deals war ebenfalls rückläufig. Gleichzeitig hat sich die sektorielle Dynamik von Life Sciences und Pharma hin zur Telekommunikations- und Technologie-Branche verlagert. Dies zeigt die neuste M&A-Studie von KPMG.

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Dominik Weber

Leiter Media Relations

KPMG Schweiz

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Im vergangenen Jahr hat sich das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen im Vergleich zum Vorjahr abgekühlt. Die Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung ging von 402 auf 363 zurück; das Transaktionsvolumen war mit USD 63.1 Mrd. nur noch halb so gross wie im Vorjahr (USD 127 Mrd.). Der Rückgang des Transaktionsvolumens lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass Mega-Deals im letzten Jahr ausgeblieben sind. Dennoch bleibt M&A eine wichtige Säule mancher Unternehmensstrategie. Dies geht aus der jährlichen KPMG-Studie «Clarity on M&A» hervor.

Coronakrise bremste Transaktionen aus

Vor allem im zweiten Quartal – unter dem Einfluss des Ausbruchs der Coronapandemie – musste der Markt für Fusionen und Übernahmen einen starken Einbruch hinnehmen. Lediglich 74 Transaktionen wurden vollzogen, so wenige wie zuletzt Anfang 2017. Mit einem Transaktionsvolumen von nur USD 7.1 Mrd. wurde gleichzeitig der tiefste Quartalswert seit Ende 2015 verzeichnet.

Ein wesentlicher Grund für die geringere M&A-Aktivität im vergangenen Jahr waren insbesondere die grossen Unsicherheiten und Einschränkungen, die der Ausbruch der Coronapandemie verursacht hat. So lag der Fokus vieler Unternehmen im ersten Halbjahr 2020 in erster Linie in der Bewältigung der Herausforderungen, die die Coronakrise auf globaler Ebene mit sich brachte. «Angesichts der drängenden Herausforderungen, denen sich die Unternehmen konfrontiert sahen, wurden einige bereits laufende Transaktionen auf Eis gelegt. Auch die Reisebeschränkungen und die Umstellung auf Home Office haben Transaktionen verzögert», erklärt Timo Knak, Leiter Mergers & Acquisitions von KPMG. Einige Unternehmen hätten zudem geplante Deals aufgrund der im Markt herrschenden Unsicherheiten hinterfragt oder zeitlich verschoben.

Die zehn grössten Transaktionen mit Schweizer Beteiligung im Jahr 2020

Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrössern.

Digitalisierung führt zu grosser Dynamik im Technologiesektor

Die zehn grössten Transaktionen machten 2020 rund zwei Drittel des gesamten Transaktionsvolumens aus, vor allem getrieben durch die TMT-Branche (Technologie, Medien und Telekommunikation). So gingen 2020 mehr als ein Fünftel aller Transaktionen (80 von 363) und mehr als ein Drittel des Transaktionsvolumens (USD 22.1 Mrd. von USD 63.1 Mrd.) auf das Konto dieser Branche. «Die Zahlen deuten klar darauf hin, dass sich die im Zuge der Coronakrise beschleunigte Digitalisierung direkt auf das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen ausgewirkt hat», so Knak.

Hervorzuheben sind insbesondere zwei Transaktionen aus der TMT-Branche, die zugleich die grössten Deals des vergangenen Jahres waren: einerseits der Kauf von Sunrise durch UPC, einer Tochtergesellschaft von Liberty Global, mit einem Deal-Volumen von knapp USD 7.2 Mrd. und andererseits die Fusion von CPA Global, einer Portfoliogesellschaft der Partners Group, mit der US-amerikanischen Clarivate Analytics mit einem Transaktionswert von USD 7.1 Mrd.

Wenig M&A-Aktivität im Bereich Life Sciences und Pharma

Die Branchen Life Sciences und Pharma, die 2019 noch für grosse Dynamik auf dem Schweizer M&A-Markt gesorgt hatten, spielten 2020 eine untergeordnete Rolle. Verzeichneten diese Branchen 2019 noch 65 Deals, waren es 2020 noch 42. Das Transaktionsvolumen ist im Vorjahresvergleich von USD 65.2 Mrd. um den Faktor zehn auf USD 6.2 Mrd. geschrumpft. Der Rückgang des Transaktionsvolumens lässt sich vor allem damit erklären, dass im vergangenen Jahr keine Mega-Deals, die in der Pharmaindustrie des Öfteren zu beobachten sind, zu verzeichnen waren.

Schweizer Unternehmen auf Einkaufstour

Schweizer Unternehmen haben auch im vergangenen Jahr deutlich mehr ausländische Unternehmen erworben als umgekehrt: In 154 Fällen (42 Prozent der Transaktionen) wurden ausländische von Schweizer Unternehmen und in 84 Fällen (23 Prozent der Transaktionen) Schweizer von ausländischen Unternehmen übernommen. Nationale Transaktionen (Schweiz/Schweiz) haben gegenüber dem Vorjahr anteilmässig zugelegt und machten mit 74 Deals einen Fünftel aller Transaktionen aus (2019: 16 Prozent). Die Anzahl ausländischer Transaktionen mit Schweizer Verkäufer war hingegen leicht rückläufig; mit 51 Transaktionen (Vorjahr: 59) fallen rund 14 Prozent aller Transaktionen in diese Kategorie.

Ausblick: moderate Entwicklung – Deal Technology gewinnt an Bedeutung

Trotz der anhaltenden Unsicherheit im Markt – nicht zuletzt aufgrund neu auftretender Mutationen des Coronavirus – geht Knak von einer moderaten Entwicklung im M&A-Markt aus: «Die Unternehmen scheinen sich gut auf die neuen Verhältnisse eingestellt zu haben. Dies zeigt unter anderem die relativ schnelle Erholung des Transaktionsmarktes ab Sommer 2020. Zudem bleiben Fusionen und Übernahmen nach wie vor strategisch wichtige Themen. Die Hoffnungen beruhen letzten Endes darauf, dass mit der angelaufenen Impfkampagne das Virus eingedämmt werden kann und die Unsicherheiten im Markt entsprechend abnehmen.»

Der M&A-Experte rechnet zudem damit, dass vor allem im Bereich e-Commerce eine wachsende Dynamik einsetzen wird. Gleichzeitig stehen neue Technologien zur Verfügung, die die M&A-Aktivitäten unterstützen können. Dank verbesserter Rechenleistung und grösserer Speicherkapazitäten lassen sich Transaktionen zunehmend effektiver planen und effizienter abwickeln. Dadurch werden Entscheidungsprozesse solider und transparenter. Gleichzeitig eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten der Kundeninteraktion.

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