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Leicht rückläufige M&A-Aktivitäten

Leicht rückläufige M&A-Aktivitäten

Im Vergleich zum Rekordjahr 2018 haben sich die M&A-Aktivitäten 2019 leicht abgeschwächt. Die Schweizer Wirtschaft verzeichnete im vergangenen Jahr 402 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 127 Milliarden US-Dollar. Zwei Drittel des Volumens gingen dabei auf die zehn grössten Fusionen und Übernahmen zurück. Besonders aktiv zeigten sich die Life-Science- und Pharmabranche, der Industriesektor sowie die TMT-Branche. Zunehmende Wichtigkeit kommt dem Thema Post-Merger-Integration zu.

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Dominik Weber

Leiter Media Relations

KPMG Schweiz

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Im vergangenen Jahr hat sich das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen im Vergleich zum Rekordjahr 2018 leicht abgekühlt. Die Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung ging von 493 auf 402 zurück; das Transaktionsvolumen war mit USD 127 Mrd. ebenfalls rückläufig (2018: 133 Mrd.). Dies zeigt die jährliche KPMG-Studie «Clarity on M&A».

Vor allem im ersten Quartal 2019 zeigten sich die Akteure mit 79 Transaktionen zurückhaltend. Ein tieferer Quartalswert war zuletzt Anfang 2017 zu verzeichnen (74 Transaktionen). Gleichzeitig lag aber das Transaktionsvolumen im ersten Quartal vergangenen Jahres mit rund USD 57 Mrd. auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Dies lag hauptsächlich am Spin-off von Alcon durch Novartis, dem mit USD 31 Mrd. grössten Deal des vergangenen Jahres.

Klicken Sie hier, um die Grafik «Die zehn grössten Transaktionen mit Schweizer Beteiligung im Jahr 2019» (auf Englisch) zu vergrössen.

Die zehn grössten Transaktionen mit Schweizer Beteiligung im Jahr 2019

Life Science und Pharma sorgen für Dynamik

Die zehn grössten Transaktionen machten 2019 rund 65 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens aus (2018: 47 Prozent), vor allem getrieben durch die Aktivitäten der beiden Pharmakonzerne Novartis und Roche. So trug Novartis alleine durch die Abspaltung seiner Augenheilkunde-Division (Alcon Inc.) rund einen Viertel zum gesamten Transaktionsvolumen 2019 bei. Auch Roche verzeichnete durch den Zukauf von Spark Therapeutics Inc. für über USD 4 Mrd. einen grossen Deal. Insgesamt ging 2019 mit rund USD 65 Mrd. die Hälfte des Transaktionsvolumens auf das Konto der Life-Science- und Pharmabranche. Wesentlich dazu beigetragen hat auch der 10-Milliarden-Deal zwischen Nestlé Skin Health und einem Konsortium bestehend aus der Private-Equity-Gesellschaft EQT und dem Staatsfond des Emirats Abu Dhabi (ADIA).

Auch der Industriesektor sowie die TMT-Branche (Technologie, Medien und Telekommunikation) waren sowohl bezüglich Transaktionsvolumina als auch bezüglich der Anzahl Transaktionen wesentliche Treiber des M&A-Geschäfts. So verzeichnete der Industriesektor die meisten Transaktionen (73), noch vor der Life-Science- und Pharmabranche (65). Hervorzuheben sind der Zukauf von WABCO durch ZF Friedrichshafen für USD 7,2 Mrd. sowie der Verkauf des Philippinen-Geschäfts von Lafarge Holcim für USD 1,9 Mrd. an San Miguel. Insgesamt lag das Transaktionsvolumen des Industriesektors 2019 bei USD 11,6 Mrd. Mit 54 Transaktionen verzeichnete der TMT-Sektor zwar weniger Bewegungen als der Industriesektor, das Transaktionsvolumen lag mit USD 11,7 Mrd. aber leicht höher.

Schweizer Unternehmen im Ausland stark

Auch im vergangenen Jahr haben Schweizer Unternehmen deutlich mehr ausländische Unternehmen erworben als umgekehrt: In 173 Fällen (43 Prozent der Transaktionen) wurden ausländische von Schweizer Unternehmen und in 107 Fällen (27 Prozent der Transaktionen) Schweizer von ausländischen Unternehmen übernommen. «Schweizer Unternehmen sind bezüglich Übernahmen und Fusionen sehr gut aufgestellt. Sie verfügen über eine hohe Liquidität, robuste Bilanzen und über ein günstiges Finanzierungsumfeld», erklärt Timo Knak, Leiter Mergers & Acquisitions von KPMG.

Nationale Transaktionen (Schweiz/Schweiz) sind gegenüber dem Vorjahr anteilmässig gesunken und machten mit 63 Deals 16 Prozent aller Transaktionen aus (2018: 19 Prozent). Die Anzahl ausländischer Transaktionen mit Schweizer Verkäufer hat sich hingegen erhöht, und zwar von 52 Transaktionen 2018 auf 59 Transaktionen im vergangenen Jahr.

Post-Merger-Integration als grosse Herausforderung

Eine zunehmende Bedeutung kommt der systematischen Post-Merger-Integration zu: «Langjährige Erfahrungswerte zeigen, dass nur rund ein Drittel aller Fusionen und Akquisitionen die Shareholder-Erwartungen vollumfänglich erfüllt», erklärt Andreas Besel, Partner Deal Advisory und Mitglied der Global Strategy Group von KPMG. Entsprechend hat sich die Nachfrage von Kunden nach strategischer Beratung zur wirksamen Integration in den letzten Jahren markant erhöht. Vor diesem Hintergrund hat KPMG Schweiz das Team mit Strategie- und Integrationsspezialisten in den letzten vier Jahren auf 20 Mitarbeitende vervierfacht, in den DACH-Ländern kümmern sich rund 150 Strategiespezialisten um die erfolgsentscheidenden Integrationsfragen.

Verhaltener Ausblick

Für das laufende Jahr sind weiterhin gewichtige Transaktionen zu erwarten, wobei die M&A-Aktivitäten bezüglich Anzahl und Gesamtvolumen der Transaktionen aufgrund der anhaltenden ökonomischen, rechtlichen und politischen Unsicherheiten weiterhin von einer gewissen Zurückhaltung geprägt sein werden. Auf internationaler Ebene sind insbesondere die Handelsstreitigkeiten und der Brexit zu nennen. In der Schweiz dürfte das nach wie vor ungeklärte Verhältnis zur EU die M&A-Aktivitäten leicht bremsen. Unsicher ist auch, inwiefern sich das neu zusammengesetzte Parlament auf das Fusions- und Übernahmegeschäft auswirken wird. Insbesondere die Diskussion um eine Lex China, die eine staatliche Investitionskontrolle für Firmenübernahmen durch Ausländer vorsieht, könnte die Attraktivität des Schweizer Marktes markant schmälern.

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