Medienmitteilung: Privatbankenstudie - KPMG Schweiz
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Ein Drittel der Schweizer Privatbanken sind leistungsschwach

Medienmitteilung: Privatbankenstudie

Schweizer Privatbanken sind übermässig von den Finanzmärkten abhängig. Das schwierige Marktumfeld des Jahres 2018 hat die Schwäche der Institute offengelegt: Die meisten Privatbanken haben ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle nicht ausreichend verbessert oder ihre Strategie nicht optimal angepasst, um ihren Erfolg nachhaltig zu sichern. Wie die diesjährige Privatbankenstudie von KPMG und der Universität St. Gallen (HSG) zeigt, konnten die meisten Schweizer Privatbanken ihre verwalteten Vermögen bei weitem nicht ausreichend steigern. Zudem sind sie zu wenig in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von Neukunden erschwert. Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig.

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Andreas Hammer

Director, Head of Corporate Communications

KPMG Schweiz

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In ihrer jährlichen Studie untersuchten KPMG Schweiz und die Universität St. Gallen (HSG) insgesamt 87 in der Schweiz tätige Privatbanken und bewerteten die Leistung dieser Privatbanken sowie die wichtigsten Branchentrends. Unter dem Strich war 2018 ein sehr enttäuschendes Jahr für Privatbanken in der Schweiz. 

Sinkender Marktanteil aufgrund stagnierender Nettoneugelder

Während der Wohlstand weltweit zunimmt, stagnieren die Nettoneugelder der Schweizer Privatbanken. Nur wenige Privatbanken konnten über die vergangenen Jahre konstant mehr als 5 Prozent an Nettoneugeldern generieren. Der Median des Nettoneugeldwachstums betrug 2018 nur 0,2 Prozent. Nachdem die tiefen Nettoneugelder über Jahre mit Altlasten, Steuertransparenz (AIA) sowie strengen Regulierungs- und Compliance-Vorschriften begründet wurden, blicken die Privatbanken nun der Realität ins Auge. Zu viele Strategien haben nicht das erwartete Geschäfts- und Profitabilitätswachstum generiert und die Privatbanken sind zu selten in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von genügend Neukunden weiter limitiert. Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig.

Über die letzten Jahre hat sich eine Gruppe von Privatbanken in Schweizer Besitz mit jeweils mehr als CHF 100 Milliarden an verwaltetem Vermögen herausgebildet. Dies hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die Institute verfügen in der Regel über ein internationales Niederlassungsnetz, das sich auch auf die Wachstumsmärkte erstreckt. Durch die genannte Mindestgrösse für nachhaltigen Erfolg verfügen sie über grössere Ressourcen für Investitionen und die Geschäftsentwicklung, profitieren von ihrer Marke als Schweizer Vermögensverwalter und erzielen darüber hinaus Grössenvorteile. In einer Branche, in der eine teure Onshore-Präsenz für die Expansion in den globalen Wachstumsmärkten notwendig ist, verleiht dies den Banken einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Rückläufige Kennzahlen

Nur ein Drittel der Privatbanken konnte 2018 ihre Cost-Income-Ratio verbessern. Die mediane Cost-Income-Ratio stieg um 1,9 Prozentpunkte auf ein neues Allzeithoch von 83,6 Prozent. Diese Verschlechterung wurde primär von kleinen und leistungsschwachen Banken getrieben. Während grosse Banken 2018 ihre Cost-Income-Ratio um 2,8 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent verbessern konnten (2017: 81,9 Prozent), operierten kleine Banken mit einer medianen Cost-Income-Ratio von 86,3 Prozent (2017: 82,4 Prozent).

Die operative Gewinnmarge erodierte 2018 nach einer Erholung im Vorjahr. Nur 39 Prozent der Schweizer Privatbanken konnten 2018 ihre operative Gewinnmarge steigern, obwohl die Zinserhöhungen in den USA und der über zehn Monate andauernde globale Marktwachstum zu steigenden Nettozinserträgen und Nettokommissionserträgen geführt hatten.

Die Eigenkapitalrendite setzte 2018 ihren Negativtrend fort und war bei über der Hälfte aller Privatbanken rückläufig. Die mediane Eigenkapitalrendite der untersuchten Privatbanken war mit nur 4,1 Prozent annähernd konstant gegenüber den Vorjahren und lag damit weiterhin unter dem angestrebten Niveau von rund 8-10 Prozent, das in etwa den Eigenkapitalkosten entspricht. Ein Lichtblick waren 2018 die grossen Banken, die als einzige ihre Eigenkapitalrendite steigern konnten: Der Median der grossen und mittleren Banken verbesserte sich um 2,0 respektive 0,8 Prozentpunkte. Bei den grossen Banken entsprach dies einem Anstieg auf 7,8 Prozent, was den höchsten Wert seit 2012 darstellt und im Einklang mit der Zielrendite steht. Im Gegensatz dazu ging die mediane Eigenkapitalrendite der Kleinbanken um 0,6 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zurück. 

Fortgesetzte Konsolidierung

Über die letzten 18 Monate sank die Zahl der Schweizer Privatbanken weiter auf jetzt 101. Dies war das Nettoresultat, nachdem acht Privatbanken aus dem Markt ausgeschieden sind und ein Institut von der FINMA die Bankenlizenz erhalten hat. Damit sind nun seit 2010 insgesamt 62 Privatbanken (-38 Prozent) aus der Schweizer Finanzlandschaft verschwunden. Trotz der anhaltend starken Finanzmärkte, die sich 2019 nach ihrem Einbruch von Ende 2018 wieder gut erholten, haben sich die Geschäftszahlen der Privatbanken weiter verschlechtert. Dies dürfte auf eine weitere Konsolidierungswelle hinauslaufen.

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Geringfügig ältere und mehr weibliche Besetzung von Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen

Ein Blick auf die Zusammensetzung der Verwaltungsräte zeigt, dass ihre Mitglieder älter werden: Das Durchschnittsalter der Verwaltungsratsmitglieder in Schweizer Privatbanken stieg zwischen 2012 und 2018 von 59 auf 62 Jahre, während sich das Durchschnittsalter der Geschäftsleitungsmitglieder um ein Jahr auf 52 Jahre erhöhte. Des Weiteren verzeichneten über 40 Prozent der Privatbanken in den letzten sieben Jahren keinen CEO-Wechsel, und nur 12,7 Prozent der Privatbanken tauschten ihren CEO in diesem Zeitraum zweimal oder öfter aus.

Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten verdoppelte sich zwischen 2012 und 2018, liegt aber mit 9,8 Prozent weiterhin auf niedrigem Niveau. Während der Anteil weiblicher Verwaltungsratsmitglieder in der deutschen und französischen Schweiz stark anstieg (von 6 auf 11 Prozent respektive von 4 auf 10 Prozent), blieb er in der italienischen Schweiz weiterhin sehr gering (Anstieg von 2 auf 3 Prozent). Bei den CEOs waren nur sechs der insgesamt 127 CEOs der letzten sieben Jahre Frauen. Dennoch verzeichnete 2018 einen Höchstwert: Es gab vier weibliche CEOs, von denen drei erst im Laufe des Jahres zur Geschäftsleitung gestossen sind.

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