• Beat Seger, Partner |

Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz werden durch Gebäude verursacht. Der Bedarf zur Dekarbonisierung ist offenkundig und das Thema ESG auf dem Vormarsch. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung immer mehr Möglichkeiten bei der Planung, Erstellung und Bewirtschaftung von Immobilien.

Im Rahmen unserer jährlichen Umfrage zum Swiss Real Estate Sentiment Index (sresi®) haben wir dieses Jahr neben den Preis- und Markterwartungen auch die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung abgefragt. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

ESG im Aufwind

Beeindruckende 93% der Befragten sehen ESG als wichtiges Differenzierungsmerkmal für Immobilienanlagen und schätzen, dass es mittelfristig zu einer klaren Segmentierung im Immobilienmarkt mit Gewinnern und Verlierern kommen wird. Interessanterweise haben in den letzten zehn Jahren der Erhebung des sresi nur zwischen 7 und 15% in Betracht gezogen, den Investitionsstil anzupassen. Die langfristige Einschätzung steht also im Gegensatz zur kurzfristigen Planung – die mit ESG verbundenen strategischen Stossrichtungen (Bsp. Asset Allocation) und Investitionen sind darin nur beschränkt abgebildet.

Zunehmende Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen und das wachsende Informationsbedürfnis von Investoren, Kunden und Öffentlichkeit werden den Druck hin zu einer nachhaltigen Entwicklung weiter erhöhen. Wie die sresi-Umfrage zeigt, wird die zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Investments den Immobilienanlagemarkt künftig stark prägen. Die Immobilieninvestoren sind gut beraten, sich verstärkt des Themas anzunehmen. Andernfalls besteht die Gefahr, vom Markt abgestraft zu werden.

Technologiethemen nehmen nur teilweise Fahrt auf

Starke 47% der befragten Marktakteure finden, dass Künstliche Intelligenz grosse Auswirkungen auf die Planung, Erstellung und den Betrieb von Immobilien haben wird und erwarten infolgedessen strukturelle Veränderungen in der Branche. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist davon überzeugt, dass sich die Tokenisierung bei der Finanzierung von Immobilien (35%) durchsetzen oder gar die Art und Weise verändern wird (18%), wie wir Eigentum halten. Auch hier zeigt sich, dass Immobilieninvestoren und -entwickler über kurz oder lang kaum um dieses Thema herumkommen werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die klare Meinung der Befragten in Bezug auf autonomes Fahren: 73% erwarten entweder gar keine Entwicklung oder einen geringen Einfluss auf den Immobilienmarkt. Immerhin gehen 27% der Umfrageteilnehmer davon aus, dass autonomes Fahren zu einer erhöhten Nachfrage nach Immobilien ausserhalb der Städte führen wird. Diese Einstellung mag auf den ersten Blick erstaunen. Sie hängt unserer Meinung damit zusammen, dass die Schweiz eher kleinteilig ist und die Distanzen entsprechen kurz sind. Der Güterverkehr oder die Vernetzung unterschiedlicher Mobilitätsträger sind in diese Überlegungen wohl ebenso wenig eingeflossen wie ESG-Aspekte.

Besuchen Sie unsere interaktiven Dashboards auf kpmg.ch/sresi und analysieren Sie selbst, wie sich die Stimmung im Schweizer Immobilienanlagemarkt bildet.

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