• Simon Koch, Director |
  • Stefanie Doenz, Expert |

Per 1. Januar 2022 wird die Pauschale für den Privatanteil an Geschäftsfahrzeugen von 0.8% pro Monat auf 0.9% pro Monat erhöht. Im Gegenzug wird auf die Aufrechnung des Arbeitsweges in der Steuererklärung, welche im Jahr 2016 eingeführt wurde, zukünftig verzichtet.

Private Benutzung des Geschäftsfahrzeuges

Steht einem Arbeitnehmer das Geschäftsfahrzeug auch zur privaten Benützung zur Verfügung, wird diesem Umstand in Form des «Privatanteils am Geschäftsfahrzeug» Rechnung getragen. Der Privatanteil wird prozentual am Fahrzeugkaufpreis (exkl. MwSt.) bemessen und dem Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil dem steuerbaren Einkommen aufgerechnet. Nach bisheriger Regelung beträgt der Anteil 0.8% pro Monat resp. 9.6% pro Jahr. Der Privatanteil ist im Lohnausweis unter der Ziffer 2.2. aufzuführen.

Gemäss der Berufskostenverordnung vom 1. Januar 2016 werden Arbeitnehmern bei privater Benutzung des Geschäftsfahrzeuges zusätzlich die Arbeitswegkosten als geldwerter Vorteil aufgerechnet (FABI-Regelung). Diese betragen aktuell 70 Rappen pro Kilometer. Als Berufskosten können dabei auf Bundesebene jährlich bis zu CHF 3'000 in Abzug gebracht werden.

Für im Aussendienst tätige Arbeitnehmer reduziert sich die Aufrechnung der Arbeitswegkosten jeweils um den prozentualen Anteil der Aussendiensttätigkeit am Gesamtpensum. Der Arbeitgeber hat den Prozentsatz in Ziffer 15 des Lohnausweises zu bescheinigen.

Änderungen auf Bundesebene per 1. Januar 2022

Ab dem 1. Januar 2022 wird der Arbeitsweg pauschal im Privatanteil des Geschäftsfahrzeuges besteuert. Diese Verordnungsänderung führt zu einer Erhöhung des Privatanteils von 0.8% auf 0.9% pro Monat. Auf Bundesebene entfällt folglich die Aufrechnung des Arbeitsweges als Einkommen in der Steuererklärung. Die Anpassung wird in der Wegleitung zum Lohnausweis der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) übernommen, welche auch Anwendung für die kantonalen Steuern findet. Zudem stehen die Arbeitgeber nicht mehr in der Pflicht, den Anteil der Aussendiensttätigkeit am Gesamtpensum im Lohnausweis zu bescheinigen. Die neue Regelung wird somit zu einer administrativen Vereinfachung führen.

Wie bei jeder Pauschallösung gibt es auch bei dieser neuen Regelung Gewinner und Verlierer. Durch die pauschale Abgeltung des Arbeitsweges fällt die steuerliche Belastung für Arbeitnehmer mit einem langen Arbeitsweg oder mit niedrigem Aussendienstanteil gegenüber der aktuellen Regelung tiefer aus. Bei einem eher kurzen Arbeitsweg oder einem hohen Aussendienstanteil, kann es demgegenüber zu einer steuerlichen Mehrbelastung kommen. Letztere können jedoch weiterhin von der effektiven Berechnungsmethode Gebrauch machen, indem die effektive Privatnutzung des Geschäftsfahrzeuges anhand eines Bordbuches festgehalten wird.

Empfehlungen für die Arbeitgeber

Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Geschäftsfahrzeuge zur Verfügung stellen, sind die obengenannten Änderungen in der Payroll per 1. Janaur 2022 zu implementieren. Es empfiehlt sich, die betroffenen Mitarbeiter vorab über diese Änderung zu informieren und interne Geschäftsfahrzeugreglemente zu überarbeiten.

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