Autoabos, fliegende Taxis, flächendeckende und schnelle Ladestationen für Elektroautos sowie der Markteintritt von sogenannten Big-Tech-Autos sind nur einige der Entwicklungen, die die Branche in den kommenden zehn Jahren prägen werden. Diese Erkenntnisse gehen aus unserer jährlichen „Global Automotive Executive Survey“ hervor, bei der rund 1.100 Führungskräfte aus der Automobil- und Technologiebranche in 31 Ländern zu aktuellen Branchenentwicklungen und -trends für die kommenden fünf bis zehn Jahre befragt wurden.

Entwicklungen in Europa

Als ein für Europa sehr relevanter Trend zeigt sich, dass der Druck von Seiten der Politik zur Erfüllung der ESG-Vorgaben (Environmental, Social, Governance) größer wird. Europäische Automobilhersteller sehen sich daher in der Pflicht ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern und gleichzeitig zukunftskonforme Mobilitätsangebote zu entwickeln. Den Umfrageergebnissen zufolge schätzen die Befragten, dass der Anteil batteriebetriebener Elektrofahrzeuge in Europa bis 2030 bei fast 50 Prozent (der verkauften Neuwagen) liegen wird. Als klare Herausforderung dabei wird die unzureichende Ladeinfrastruktur in Europa gesehen.

Die meisten europäischen Führungskräfte gehen davon aus, dass bis 2030 nicht nur die Mehrheit der Neuwagenkäufe online abgewickelt wird, sondern dass auch mindestens 40 Prozent der Neufahrzeuge bis 2030 direkt von den Automobilherstellern auf ihren Heimatmärkten verkauft werden, ohne Einbeziehung der traditionellen, eingesessenen Händler. Für den Direktverkauf an die Konsumenten müssen die Bereiche Online-Vertrieb und Marketing sowie die Preisgestaltung und Transaktionsabwicklung ausgebaut und neustrukturiert werden.

Dabei müssen die Autohersteller auch in Cyber Security-Lösungen investieren, um die Sicherheit der Kundendaten garantieren zu können.

KPMG ist überzeugt davon, dass OEMs in Zukunft sowohl Nicht-Kerngeschäftsfelder verstärkt verkaufen werden, um Geld für die Investitionen in neue Technologien zu lukrieren, als auch M&A-Aktivitäten in den nächsten drei Jahren intensivieren müssen.

Darüber hinaus beschäftigt die Befragten eine Reihe von Problemen, welche die Lieferkette betreffen, darunter die Preisvolatilität, Verfügbarkeit von Halbleitern und Rohstoffen, Arbeitskräftemangel sowie die Zunahmen von Vorschriften.

Weitere Ergebnisse im Überblick

  • 53 Prozent der Befragten weltweit (Europa: 42 Prozent) sind zuversichtlich, dass die Automobilindustrie in den nächsten fünf Jahren ein rentableres Wachstum verzeichnen wird.
  • 48 Prozent der befragten Unternehmen meinen, dass sie auf die nächste Krise gut vorbereitet sind. Am wenigstens sind chinesische Unternehmen auf eine Krise vorbereitet (29 Prozent), nordamerikanische Automobilunternehmen am besten (67 Prozent).
  • Rund 49 Prozent der Neuwagenverkäufe werden in 2030 Elektroautos sein (ohne Hybrid-Autos).
  • 77 Prozent der Befragten weltweit glauben an den Durchbruch batteriebetriebener Elektrofahrzeuge, auch ohne staatliche Unterstützung. In Europa sind es 68 Prozent.
  • 78 Prozent der Führungskräfte (Europa: 70 Prozent) gehen davon aus, dass die Mehrheit aller Fahrzeugkäufe im Jahr 2030 online stattfinden wird.
  • 31 Prozent (Europa: 29 Prozent) der Führungskräfte glauben, dass Start-ups einen wesentlichen Einfluss auf die Automobilindustrie haben werden. 61 Prozent (Europa: 67 Prozent) glauben, dass sie einen geringen Einfluss haben werden.

Den vollständigen Report mit allen Ergebnissen können Sie hier anfragen: