Novellierung österreichischer Verordnungen

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Folgende FMA-Verordnungen wurden novelliert:

  • VU-RLV Rechnungslegung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen durch BGBl. II Nr. 353/2021 vom 5. August 2021
  • VU-HZV Versicherungsunternehmen-Höchstzinssatzverordnung durch BGBl. II Nr. 354/2021 vom 5. August 2021
  • LV-GBV Lebensversicherung-Gewinnbeteiligungsverordnung durch BGBl. II Nr. 355/2021 vom 5. August 2021
  • PZV-ZRV Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge-Zusatzrückstellungs-Verordnung durch BGBl. II Nr. 407/2021 vom 28. September 2021

 

Die wesentlichsten Änderungen sind:

VU-RLV Rechnungslegung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen

Für FLV und ILV mit Garantien ist für eine Vergleichsberechnung ein aktueller Wert der Garantieleistungen zu ermitteln.

Die Ermittlung des Wertes der Garantieleistungen hat unter Berücksichtigung von

  • Managementregeln und Versicherungsnehmerverhalten
  • auf anerkannten versicherungsmathematischen Methoden sowie
  • anerkannten statistischen Techniken zu basieren und
  • ist in den versicherungsmathematischen Grundlagen festzuschreiben.

Sicherungsgeschäfte und damit verbundene Gegenparteiausfallrisiken sind bei der Ermittlung des Wertes der Garantieleistungen zu berücksichtigen.

Wenn der bei der Vergleichsberechnung ermittelte Wert der Garantieleistungen höher ist als der Zeitwert der Kapitalanlagen ist der Differenzbetrag als zusätzliche pauschale Deckungsrückstellung zu bedecken, jedenfalls aber ein in den versicherungsmathematischen Grundlagen festgelegter Mindestwert.

Für FLV und ILV mit Optionen ist ein aus Sicht der Versicherungsnehmer positiver Wert der Optionen als zusätzliche Deckungsrückstellung zu bedecken.

Tritt mit 1. September 2021 in Kraft und ist erstmalig auf Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2020 enden.

VU-HZV Versicherungsunternehmen-Höchstzinssatzverordnung

Der Zinssatz für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen darf höchstens 0,00% betragen (Vorher: 0,50%)

Tritt mit 1. Juli 2022 in Kraft.

Ist auf Versicherungsverträge anzuwenden, die

  • nach dem 30. Juni 2022 abgeschlossen werden oder
  • deren Versicherungsbeginn nach dem 30. September 2022 liegt

LV-GBV Lebensversicherung-Gewinnbeteiligungsverordnung

Bei der Ermittlung der Mindestbemessungsgrundlage können Überdotierungen oder negative Mindestbemessungsgrundlagen aus früheren Geschäftsjahren angerechnet werden.

Ist seit 1.9.2021 in Kraft

Die erstmalige Anrechenbarkeit von negativen Mindestbemessungsgrundlagen, beginnend mit jener für 2021, ist im Rahmen der Bilanzierung 2022 möglich.

PZV-ZRV Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge-Zusatzrückstellungs-Verordnung

Zur Bestimmung des Abzinsungsfaktors ist ein Zinssatz von maximal i = 0,75% zulässig
vorher: 1,75%

Das für die Berechnung des maximalen Verlusts L verwendete σ entspricht dem Durchschnitt der Jahreswerte der letzten fünf Geschäftsjahre

Vorher: Für die Ermittlung des Jahresdurchschnitts sind die Zeitwerte der Vermögenswerte an den Monatsenden des Geschäftsjahres heranzuziehen.

Tritt mit 1.1.2022 in Kraft

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