Gemeinsamer Bericht von EZB und ESRB zeigt ungleiche Auswirkungen des Klimawandels auf den EU-Finanzsektor

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Am 01. Juli 2021 veröffentlichte die EZB und der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) einen gemeinsamen Bericht, in dem untersucht wird, wie sich eine Reihe von Faktoren des Klimawandels auf Millionen von Unternehmen weltweit und Tausende von Finanzunternehmen in der Europäischen Union (EU) auswirkt.

Der Bericht erstellt eine detaillierte Topologie der physischen Risiken, die sich aus dem Klimawandel für Regionen, Sektoren und Unternehmen ergeben.

Er zeigt drei Formen der Risikokonzentration auf. Erstens konzentriert sich die Exponierung gegenüber physischen Klimagefahren auf die regionale Ebene. Flussüberschwemmungen werden in den nächsten zwei Jahrzehnten das wirtschaftlich bedeutendste Klimarisiko in der EU sein, das durch starke Anfälligkeit für Waldbrände, Hitze und Wasserstress verstärkt wird. Rund 30% der Kreditengagements des Bankensektors im Euroraum gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen entfallen auf Firmen, die einer Kombination dieser physischen Gefahren ausgesetzt sind.

Zweitens machen Unternehmen mit hohem Emissionsausstoß 14% der gesamten Bankbilanz im Euroraum aus. Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf das verarbeitende Gewerbe, die Elektrizitätswirtschaft, das Transportwesen und das Baugewerbe, variieren aber auch innerhalb der Sektoren erheblich.

Drittens sind die Exponierungen gegenüber Klimarisikotreibern auf bestimmte europäische Finanzintermediäre konzentriert. Rund 70% der Kreditengagements des Bankensystems gegenüber Unternehmen, die in den kommenden Jahrzehnten einem hohen physischem Risiko ausgesetzt sind, sind in den Portfolios von nur 25 Banken konzentriert. Gleichzeitig wird der Spielraum für eine Neupreisbildung auf den Finanzmärkten im Zusammenhang mit dem Übergangsrisiko bei Investmentfonds besonders groß sein, wo mehr als 55% der Anlagen auf Unternehmen mit hohen Emissionen ausgerichtet sind und die geschätzte Anpassung an die EU-Taxonomie nur 1% des Vermögens beträgt. Während direkte Beteiligungen von Versicherern an klimasensiblen Vermögenswerten überschaubar sein mögen, könnten die Risiken durch Querbeteiligungen von Investmentfonds in Höhe von rund 30% verstärkt werden.

Langfristige Analysen deuten darauf hin, dass das Kredit- und Marktrisiko steigen könnte, wenn es nicht gelingt der globalen Erwärmung wirksam zu begegnen. In etwa 15 Jahren werden physische Risikoverluste, vor allem bei Unternehmen mit hohem Emissionsausstoß, überwiegen. Dies könnte zu einem Rückgang des globalen BIP um bis zu 20% führen.

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