Empfehlung des Finanzmarktstabilitätsgremiums zum antizyklischen Kapitalpuffer unverändert

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Am 15. September 2021 fand die 29. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums statt. Dabei hat das FMSG die regelmäßige Evaluierung des OSII-Puffers, des antizyklischen Kapitalpuffers und der systemischen Risiken aus Wohnimmobilienfinanzierung und AIFs durchgeführt.

Das FMSG hat in der jährlichen Überprüfung der systemrelevanten Institute (OSII) seine Empfehlung für den OSII-Puffer erneuert, wobei sich der Kreis der identifizierten Institute und die Höhe der Puffer dabei nicht verändert hat. Der OSII-Puffer umfasst alle Risiken, welche von einer Fehlfunktion oder einem Scheitern eines systemrelevanten Instituts auf Finanzsystem und Realwirtschaft ausgehen. Alle weiteren Details zum OSII-Puffer finden Sie in der Empfehlung FMSG/3/2021.

Der FMA wird empfohlen, den Antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) bei null Prozent der risikogewichteten Aktiva zu belassen. Diese Entscheidung gilt ab dem 1. Jänner 2022. Das FMSG hat festgestellt, dass das Kreditwachstum relativ zum Wirtschaftswachstum bis zum 1. Quartal 2021 hoch geblieben ist. Weiters ist zu beobachten, dass Insolvenzen durch staatliche Interventionen und Unterstützungsmaßnahmen im Vergleich zu 2019 und 2020 deutlich zurückgegangen sind. Die Empfehlung eines höheren AZKP hängt mit der nachhaltigen Verbesserung der relevanten Indikatoren zusammen, dazu zählt ua die Kreditdynamik und die Risikoneigung der Banken. Alle weiteren Details zum AZKP finden Sie in der Empfehlung FMSG/4/2021.

Das FMSG hat bezüglich der systemischen Risiken aus der Wohnimmobilienfinanzierung privater Haushalte die OeNB gebeten, eine umfassende Analyse der Systemrisiken vorzubereiten, da die Dynamik aus hohem Immobilienpreis- und Kreditwachstum, niedrigen Kreditzinsen, großem Wettbewerb und niedrigen Margin iVm hohen Schuldendienst- und Beleihungsquoten weiterhin besteht. Die Analyse dient als Grundlage für eine etwaige Empfehlung des FMSG an die FMA gem § 23h BWG.

Im Zuge der jährlichen Analyse zu Alternativen Investmentfonds (AIF) hat das FMSG iZm Hebelfinanzierung der AIF keine maßgeblichen Systemrisiken im Finanzsystem oder wesentliche Risiken von Marktstörungen festgestellt. Eine hohe strukturelle Liquiditätslücke besteht bei Immobilienfonds, da gem ImmoInvFG täglich Anteilsscheine zurückgegeben werden können, trotz illiquider Veranlagung. Die daraus hervorgehenden Risiken können zu Finanzmarktstabilitätsrisiken beitragen, weswegen das FMSG eine mögliche Gesetzesänderung dahingehend unterstützt.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter folgendem Link: 

FMSG