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11.03.2020: Veröffentlichung des neuen Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Action Plan). Die Europäische Kommission setzt einen entscheidenden Schritt, um Europa von einem linearen zu einem mehrheitlich zirkulären Wirtschaftssystem zu transformieren und der Verschwendung von Rohstoffen entgegenzutreten. Ein Paradigmenwechsel. Für diese Transformation ist die Messbarkeit der Zirkularität unerlässlich.

Es ist ein wesentlicher Bestandteil des Green Deal der EU-Kommission: Im Einklang mit der Strategie für nachhaltiges Wachstum will die Kommission die Überwachung der nationalen Pläne und Maßnahmen zur Beschleunigung des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft verstärken. Die Messung der Fortschritte zur Verminderung des materiellen Fußabdrucks stellt dabei einen zentralen Punkt im neuen Circular Economy Action Plan dar. Vor diesem Hintergrund benötigen sowohl Unternehmen als auch die Politik eine universelle und konsistente Methode, um diesen Fortschritt objektiv nachvollziehbar zu machen. Die Circular Transition Indicators (CTIs) bieten hierfür ein entsprechendes Instrument.

Der Ansatz der Kreislaufwirtschaft lebt von neuen, innovativen Geschäftsmodellen. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie regenerativ sind. Die Vorteile aus diesen Denkansätzen eröffnen weitreichende Chancen auf vielen Ebenen. So fördert beispielsweise der Ansatz, Ressourcen wiederzuverwenden und Sekundärrohstoffe einzusetzen, die Rohstoffunabhängigkeit, erhöht die ­Rohstoffeffizienz und bietet die Möglichkeit, neue ­Kundinnen- und Kundengruppen anzusprechen.

Die Entwicklung hin zur Zirkularität ist eine große Chance in der Weiterentwicklung unseres Lebensumfeldes, die seit der ersten industriellen Revolution vor 250 Jahren etablierten Zusammenhänge zwischen Produktion und Verbrauch zu restrukturieren. Laut dem Circularity Gap Report ist die Weltwirtschaft heute allerdings erst zu neun Prozent zirkulär. Durch zirkuläre Geschäftsmodelle können Unternehmen ihr Wachstum beschleunigen, die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Risiken mindern. Mithilfe der Circular Transition Indicators identifizieren Unternehmen, wie sie am effektivsten zu einer Kreislaufwirtschaft und den damit verbundenen Chancen übergehen können.

Die Einführung von CTIs hilft Unternehmen, eine quantitative Bewertung der eigenen Zirkularität vorzunehmen, deren Ergebnisse objektiv zu interpretieren, Risiken und Chancen zu verstehen, Maßnahmen zu priorisieren sowie Ziele festzulegen und den Fortschritt zu überwachen. Dieser unternehmensinterne Prozess basiert auf unternehmensspezifischen Daten und bezieht die vor- wie auch nachgelagerte Wertschöpfungskette mit ein. Basierend auf einer Bewertung der Materialflüsse innerhalb der Unternehmensgrenzen, kombiniert mit zusätzlichen Indikatoren zur Ressourceneffizienz und -wirksamkeit, gehen die CTIs dabei auch über die rein quantitative Berechnung der Zirkularitäts-Performance hinaus, indem sie zusätzlich Anleitungen, Analysen und Erklärungen aufzeigen, wie intensivierte Kreislaufwirtschaftsbemühungen die Unternehmensleistung beeinflussen.

Jedes Unternehmen, unabhängig von Größe, Branche oder Position in der Wertschöpfungskette, kann die CTIs nutzen. Durch eine Analyse der Materialflüsse Ihres Unternehmens bestimmen Sie das Potenzial und die Ambitionen, eingesetzte Rohstoffe und das damit verbundene Abfallaufkommen zu minimieren. Die Analyse erfolgt mithilfe des kostenlosen CTI-Online-Tools. Das CTI-Tool wurde entwickelt, um Unternehmen in verschiedenen Branchen weltweit dabei zu helfen, ihre Kreislaufleistung zu messen und zu verbessern. Das Tool unterstützt Unternehmen zudem dabei, konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Kreislaufwirtschaft zu definieren. Im Zuge der Erreichung der Kreislaufwirtschaft gibt es verschiedene relevante Indikatoren zur Messung der Zirkularität. Dabei ist eine sinnvolle Auswahl und fundierte Implementierung erforderlich. In vielen Fällen erfolgt dies mit externer Unterstützung durch erfahrene Beraterinnen und Berater.

Um den Herausforderungen des EU Circular Economy Action Plans Rechnung zu tragen, ist die quantitative Messbarkeit der Kreislaufwirtschaftsleistung von Unternehmen zukünftig von besonderer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund bietet die Anwendung der CTIs in Ihrem Unternehmen zahlreiche Vorteile. Neben einer Kostenreduzierung durch die Wiederverwendung von Ressourcen und den Einsatz von Sekundärrohstoffen, wird gleichzeitig eine erhöhte Lieferketten- und Ressourcensicherheit gewährleistet. Darüber hinaus wird der Energieverbrauch minimiert, was in einem Rückgang an CO2-Emissionen resultiert. Die Betrachtung des eigenen Geschäftsmodells unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft führt im weiteren Sinne zur Entwicklung innovativer Ansätze, welche in weiterer Folge zu einem Wettbewerbsvorteil und zu einem erhöhten Wachstum beitragen können.